Leid gehört zum Leben dazu

Shownotes

Leid,

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00:00:04: Hallo meine Damen und Herren, hier ist der Podcast Seelenrätsel.

00:00:09: Mein Name ist Dr.

00:00:11: Wolfgang Krüger.

00:00:12: Ich möchte Ihnen helfen dass Sie Probleme verstehen und bewältigen können um zufriedener und glücklicher zu werden.

00:00:20: Einmal in der Woche werde ich selbst auf Lebensprobleme eingehen Und ich werde Beiträge ausstrahlen indem nicht andere Experten interviewen.

00:00:38: Hallo und schönen guten Tag meine Damen und Herren.

00:00:41: Wir reden im Leben gerne über positive Themen, darüber wie wir glücklicher werden können, gesünder eine Partnerschaft finden können wo wir reicher werden.

00:00:52: das sind die Themen für Bestseller Bücher.

00:00:55: Wir reden nicht so gerne über das Thema Leid.

00:00:59: bereits Krankheiten empfinden wir so dass wir sie möglichst überwinden wollen.

00:01:05: Siegmund Freud hat einmal gesagt Das Sterben sei die größte nazistische Kränkung.

00:01:12: Das Leid erleben wir eigentlich so wie das Unkraut im Garten, man muss es möglichst überwinden.

00:01:18: Man muss es beenden und ausrotten.

00:01:21: aber es ist ein Thema dem wir uns nicht gerne stellen.

00:01:25: Und ich habe vor einigen Jahrzehnten einmal einen Zukunftsroman gelesen wo die Menschen dazu gebracht werden immer in Leben glücklich zu sein.

00:01:37: Dort, bei dem hat das nicht so ganz funktioniert.

00:01:40: Der hat Shakespeare gelesen und er sagt ich habe das Recht auf Leiden weil nur wenn ich leide habe ich auch die Tiefe des Glücks.

00:01:51: Und diese Aussage hat mich damals zu tiefst beeindruckt.

00:01:55: und dann hat mich das Thema.

00:01:57: Ich hab das Thema wieder etwas vergessen und war dann sehr berührt als sich ein Buch gelesen habe zum Thema Leid von der Expertin, die es in diesem Bereich gibt.

00:02:10: Und ich bin deshalb sehr glücklich, dass ich heute mit dieser Expertin reden darf – mit Frau Dr.

00:02:19: Nadi Miriam.

00:02:21: Sie ist approvierte Kinder- und Jugendpsychotherapeutin in eigener Praxis in Berlin.

00:02:26: Sie hat vielfältige internationale Lehrerfahrung, sie ist sehr bekannt Und sie hat das Buch geschrieben zum Thema Leid, man kann sagen das Standardwerk geschrieben.

00:02:36: Zum Thema Leit.

00:02:38: Leid die emotionalen Wellen des Lebens, warum schwere Lebensphasen dazugehören und uns sogar wachsen lassen.

00:02:49: Schönen guten Tag!

00:02:51: Guten Tag, danke für die Einladung.

00:02:54: Ich habe zunächst einmal die Frage wie sind Sie darauf gekommen?

00:02:59: darüber ein ganzes Buch zu schreiben.

00:03:02: Weil mein Verlag hat mich immer gemahnt, hat gesagt schreiben sie positive Dinge negative Dinge verkaufen sich nicht.

00:03:11: also wie kommt man im Leben dazu sich mit einem solchen Thema jahrelang zu beschäftigen?

00:03:20: Rückbitten glaube ich dass es viel mit der Biografie zu tun hat.

00:03:24: Mit meiner eigenen Biographie.

00:03:26: meine Eltern sind neunzehntneunzebzig nach Deutschland gekommen Und meine Schwester und ich sind in dieser Ära groß geworden der vielen Hinrichtungen meiner Eltern, der Freunde meiner Eltern.

00:03:41: Ja diese ganzen politischen Situationen im Iran und es wurde aber nie viel darüber kommuniziert und wie sie ja auch als Psychotherapeut wissen ist ja Kommunikation vor allem mit Kindern sehr bedeutsam!

00:03:54: Wir hatten halt immer wieder so eine schwere im Elternhaus, die aber sehr überspielt wurde.

00:04:02: Und ich glaube schon von klein auf habe mich immer wieder so damit beschäftigt warum eigentlich niemand so richtig mit mir über diese schwere spricht und kommuniziert.

00:04:12: und irgendwann mal bin ich mit so zwölf dreizehn Mein Vater hat ganz viele Bücher von großen guten Dokumentar- Fotografen und da bin ich auf ein Buch von Bruno Barbé gestoßen.

00:04:24: er ist ein Dokumentarfotograf über den Iran und habe mich dann sozusagen mit der Kriegs- und Dokumentarfotografie in meiner Jugend beschäftigt.

00:04:34: Und das war eigentlich so etwas, wo ich dachte ah!

00:04:36: Das ist diese Welt die mir immer so vorenthalten wird und da wollte ich halt immer reingehen.

00:04:43: und irgendwann mal kam es dazu dass ich mit Mitte zwanzig Schuppenhauer gelesen hab und dann irgendwie total fasziniert war von diesem Gefühl, dass uns alle betrifft aber nicht in der Euphorie, dass sie es unbedingt fühlen möchte sondern mich eher so mit diesem Diskurs beschäftigen möchte, dass das ist ein Teil von unserer Welt.

00:05:00: Aber wie Sie ja selbst schon so schön sagen unsere Verlage uns nötigen positive Bücher zu schreiben und dann kam das eine zum anderen.

00:05:09: Dann habe ich angefangen in den Buch also die Interviews zu führen und das Buch zu schreiben Und hab dann einen Verlag gefunden der tatsächlich Interesse hatte Also mehrere.

00:05:19: tatsächlich

00:05:23: Wir leben ja glücklicherweise in Deutschland In einem Land wo wir diese sehr schweren traumatischen Leiterfahrungen in Form von Hinrichtung zum Beispiel nicht kennen.

00:05:37: Was sind denn typische Leiterfahrungen?

00:05:40: Also was würden Sie sagen, wenn jemand sie fragt wie definieren Sie Leid?

00:05:44: Was ist das eigentlich?

00:05:47: Leid ist einfach ein menschliches Gefühl dass es verschiedenen Basisemotionen besteht.

00:05:52: also ob es dann Trauer Wut Angst Es hat ja mehrere Emotionen, wenn sie eine schwierige Lebensphase durchmachen.

00:05:59: Durchleben Sie ja nicht nur Trauer sondern sie haben ja verschiedene Epochen.

00:06:03: und für mich ist es halt unabhängig jetzt von der Hinrichtungsthematik alles womit wir zu tun haben Verlusterfahrungen Trennungen das sind alle Leiterfahrungen weil Leid gibt es ja auch keine Hierarchie.

00:06:13: also in unserer westlichen Kultur neigen wir auch dazu häufig weniger mit diesen Themen zu tun zu haben die zum Beispiel meine Landsfrauen und Landsmänner im Iran mit zu tun haben, dennoch ist es halt jede Epoche.

00:06:26: Also alles was uns betrifft die Scheidung der Eltern in der Resilienzforschung würden wir sagen Risikofaktoren.

00:06:32: aber ich würde halt auch sagen dass das so Leiterfahrungen sind für den Menschen.

00:06:40: Sie sagen ja Das leit gehört mit zum leben dazu.

00:06:48: Da würde ihn jener zustimmen dass jeder von uns Leiterfahrungen kennt.

00:06:54: Aber sie sagen auch, dass im Leid ein Potenzial steckt und das wir in dem Leben fast verarmen, dass wir einen hohen Preis dafür bezahlen wenn wir im Leben dazu keinen Zugang bekommen.

00:07:09: Was passiert da?

00:07:10: Also nehme an ich verdränge den das Leid.

00:07:13: Ich stelle die mich dem Thema nicht Denn hätte ich doch einfach ein glücklicheres Leben

00:07:20: Ja, aber das geht ja nicht.

00:07:22: Das wissen wir beide.

00:07:23: aus unserer beruflichen Perspektive ist es ja so dass wenn sie jetzt eine Leiterfahrung durchleben, ist manchmal im Erstzug Verdrängungen eigentlich nicht ungesund.

00:07:33: also beispielsweise hatte man eine Klientin die hat ihren Vater verloren und ist danach halt für drei vier Wochen nur feiern gegangen.

00:07:39: Das war so ein Teil des Prozesses, um glaube ich diese erste Trauerphase zu durchleben.

00:07:45: Aber dann hat es sich wirklich damit zu stellen weil sonst geht es ja häufig damit einher das dieses Gefühl in uns ist und wir dazu neigen zu kompensieren.

00:07:57: Und dann häufiger eher dysfunktional zu kompinieren als funktional.

00:08:01: Weil Leiterfahrungen sind auch Erfahrungen in denen wir Bewältigungsstrategien über mit dem Gefühl zu sitzen, entwickeln können.

00:08:11: Und wenn wir das nicht tun geht es eher so Richtung Leidensdruckhäufig und das ist ja das was ich auch bei Klientinnen sehe dass sie halt ja irgendeine Epoche im Leben meist verdrängt haben und dann gewisse Symptome hervorgerufen werden.

00:08:28: Das Gefühl also etwas Schlimmes ist jetzt auch ein Anführungszeichen Schwer ist, dass nicht schön ist.

00:08:37: Aber ich glaube so damit zu lernen zu sitzen Ist ein großer Bestandteil des Wachstums.

00:08:42: auch Das sehe ich ja auch bei mir oder auch bei vielen Menschen in meinem Privatleben.

00:08:47: Oder wir kennen hier auch super viele renommierte Menschen.

00:08:49: Nelson Mandela, für um zwanzig Jahre lang im Gefängnis entwickelt Bewältigungsstrategien kommt raus stärker als Wir haben ja super viele Beispiele wie wichtig es ist einfach somit gefühlen auch mal zu sitzen.

00:09:00: Wir haben halt leider in unserer modernen Gesellschaft das große Problem Herr Krüger viel verdrängen können.

00:09:07: Wir können eigentlich uns durchgenzidieren mit dem Handy, mit irgendwie Video in die Welt anderer Menschen tauchen und ich glaube das ist so.

00:09:15: das riskante und deswegen auch unter anderem steigt die Zahl von jungen Menschen bezüglich psychischer Krankheiten an weil sie nicht mehr mit diesen ganzen Gefühlen sitzen lernen.

00:09:31: Das wäre quasi ein Plädoyer von ihnen auch einmal zur Stille dass wir uns nicht immer ablenken, das wir uns auch einmal mit dem eigenen Leben konfrontieren.

00:09:43: Dass wir uns damit im Grunde beschäftigen weil wir sonst quasi uns regelrecht immer in den ganzen Angeboten die wir haben, die uns ablenkten, dass wir unseren darin verlieren.

00:09:54: Genau ja da bin ich mir ganz sicher.

00:09:59: also das würde ich auch wirklich so unterzeichnen Weil dieses mit sich selbst, also wirklich sich mal hinzusetzen.

00:10:07: Mit sich zu beschäftigen und zu schauen... Also Schwierige sich auch mit schwierigen Fragen konfrontieren.

00:10:13: Das ist ja etwas zum Beispiel was wir in der Psychotherapie häufig mit unseren Klientinnen machen Und wir sehen ja auch wie sehr es hilft Wie gut es hilft wenn der Mensch lernt mit sich einen Zugang zu haben Zu sehen, zu erkennen umzusetzen.

00:10:29: Ja das ist bedeutsam klar.

00:10:33: Würden Sie aus der Erfahrung heraus sagen, dass es da einen Unterschied gibt typischerweise zwischen Männern und Frauen.

00:10:42: Dass Männer zum Teil

00:10:44: z.B.,

00:10:45: wenn wir Trennungserfahrung haben oder wenn wir Tränungsschmerzen haben... dass Männer das eher zudecken, indem sie dann eine neue Beziehung eingehen, während Frauen eher den Mut haben in der Lage sind.

00:10:59: Das eine Weile auszuhalten und das in einer anderen Weise zu verarbeiten?

00:11:05: Ich habe dazu jetzt keine Studie im Kopf und ich würde auch ungern eigentlich so diese Gender-Geschlechtstrennung einführen weil es ist ja... Auch Männern gegenüber nicht fair, wenn ich jetzt sagen würde.

00:11:17: Ja, Männer würden weniger... Also die Männer, die ich gerne beispielsweise diesen sehr reflektiert.

00:11:23: Aber natürlich ist es so Wenn wir jetzt einfach rein nach der Sozialisation schauen Jungs werden ja einfach viel mehr dahin gehen, sozialisiert stark zu sein.

00:11:35: Nicht zu weinen.

00:11:36: Weiß ich nicht?

00:11:37: Zu Gewalt anzuwenden, zu schlagen ist ja auch etwas Sozialisiertes was man von einem Mädchen eher weniger erwartet.

00:11:44: und wenn sie dann anfangen so im Kindergarten lernen Sie ja schon okay Jungs dürfen Schagen Mädchen nicht Und ein Junge darf nicht lange weinen sonst mit der Häusose genannt oder andere Bösewörter und Ich glaube das ist etwas erlernt ist.

00:11:56: aber ich glaube nicht dass Männer weniger reflektiert sein wollen als Frauen.

00:12:04: Ich glaube die haben einfach nur andere Bedingungen, gesellschaftliche Bedingung.

00:12:08: Das ändert sich aber ja Gott sei Dank in unserer Gesellschaft das sieht man auch immer mehr dass Männer sich trauen auch über sehr weiche Themen zu sprechen die Vulnerabilität zulassen möchten.

00:12:18: Aber es ist ja einfach Sozialisation.

00:12:20: leider und da können Ja sozusagen Die Jungs die das sehen dass ein Mann so-und-so sein muss die haben da ja anfangs keine Wahl irgendwie anders zu sein, aber später im Jugendalter sehe ich schon... also therapeutisch vor allem sehe ich das zum Beispiel gar keinen Unterschied zwischen den jungen Männern mit denen ich arbeite und den jungen Frauen.

00:12:46: Sie haben vorhin von Bewältigungsstrategien gesprochen.

00:12:53: Was meinen sie damit?

00:12:57: Strategien um mit dieser etwas vulnerableren Situation umzugehen beispielsweise wenn ich traurig bin oder irgendwas Schwieriges in meinem Leben.

00:13:11: Eine Leiterfahrung passiert ist, dass eine Strategie für mich aus mir heraus entwickle und mehrere um mit dieser Situation zu copen.

00:13:23: Das heißt die Situation ein bisschen leichter zu machen.

00:13:27: Häufig wissen wir auch aus der Resilienzforschung dass wenn wir in so vulnerablen Lebenssituationen sind, das zum Beispiel Beziehungen, Bezugsperson ist ja die Resilienzbaustein um Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

00:13:43: Weil ich das Gefühl habe, dass sich angenommen werde in meiner Leiterfahrung.

00:13:48: Das heißt, ich werde nicht bewertet sondern ich hab eine Person oder ein Haus... Also es gibt hier auch in den ganzen Studien, dass Tiere, Haustiere total hilfreich sind sich selbst zu regulieren, emotional anzunehmen, selbst zu validieren.

00:14:01: Und Bewertigungsstrategien entwickeln wir häufiger also funktionale Bewältigung Strategien aus meiner Perspektive entwickeln wie häufiger wenn wir in so einer vulnerabenden Lebenssituation sind.

00:14:11: Beispielsweise bei mir ist es Sport aber Sport ist ein fester Bestandteil in meinem Leben dass ich das gar nicht mehr ohne kann, aber nicht in diesem zwänglichen Bereich sondern eher so dahingehend, dass ich es einfach brauche um diese Funktionalität zu fühlen.

00:14:27: Diese Gefühle zu füllen.

00:14:29: Diese auch Nicht-so-schönen Gefühler und die auszuleben.

00:14:33: Das ist zum Beispiel etwas was ich sehr früh gelernt habe als ich jungen, fünfzehn, sechzehn Jahre alt war Und meine ersten Leiterfahrung, dass sich gemerkt hab ok Sport ist ein Bestandteil meines Lebens.

00:14:44: Es brauchte ich einfach um die Emotion zu regulieren, um abzubauen und um zu fühlen, weil sie ja auch natürlich bei so Extremsport häufig natürlich den Körper anders und bewusster und stärker fühlen.

00:15:00: Das heißt Sie haben gelernt zum Beispiel durch Sport dann diese Leiterfahrung in irgendeiner Form sauber dadurch zu regulieren dass sie etwas gefunden haben was sie in einem sehr starken Maße dann noch ausgefüllt hat.

00:15:17: Genau.

00:15:19: Und dann die Fotografie kam später mit siebzehn, achtzehnt oder sechzehn schon dazu.

00:15:24: Dann habe ich immer wieder auf Film fotografiert.

00:15:26: in einer anderen Phase meines Lebens.

00:15:28: Habe ich das gelernt dass diese Kamera mich irgendwie so nicht beschützt aber die hat mir so ein Safe Space wurde ist für mich.

00:15:36: Dann hab' ich angefangen verschiedene Filmkameras zu kaufen und habe mich mit der analogen Fotografien beschäftigt weil ich halt immer mit diesen Leiterfahrungen versucht habe zu sitzen Und das hat mir keiner beigebracht.

00:15:52: Also eher so.

00:15:53: im Gegenteil, stelle dich nicht an ist es nicht so schlimm.

00:15:57: Das kennt man ja auch ein bisschen von diesen Sozialisationssystemen in denen man dann irgendwie auf dem Gymnasium mit dem ich war hieß es dann immer weinen nicht alles wird gut und alles ist super und dass ist ja auch nichts was sie hören wollen wenn sie irgendwie traurig sind.

00:16:11: Genau deswegen habe ich da so Strategien für mich entwickelt und das kann jeder Mensch Ob es jetzt Fotografie, Sportart, Freunde treffen.

00:16:18: Es ist auch eine sehr gesunde Strategie.

00:16:21: Tagebuch für Johnaling ist ja jetzt auch ein sehr modernes Instrument geworden was wir in den sozialen Medien sehen.

00:16:29: Tagebuchschreiben ist zum Beispiel super weil man sich selbst reflektieren kann.

00:16:37: Welche Einstellung haben Sie zu dem Thema Leid mit Teilen?

00:16:42: längere Krankheitsphasen haben oder wenn wir große Probleme haben und teilen das immer wieder dann mehr oder minder in gleichen Worten, dann in der Partnerschaft mit oder bei Freunden mit.

00:16:54: Dann habe ich die Erfahrung gemacht es geht eine Weile wirklich gut.

00:16:58: Ich hab Freunde, die das auch sehr mittragen.

00:17:02: aber ich erlebe nach mehreren Wochen und spätestens nach einigen Monaten dass die Freunde dann signalisieren dass das Thema etwas für sie abgegessen ist.

00:17:12: Dass man dann gucken muss, die wir dann signalisieren... Das Leben hat doch auch schöne Seiten.

00:17:19: also machen wir dann doch relativ schnell im Grunde klar, dass Sie von dem Thema langsam so ein bisschen, man könnte fast sagen genervt sind und ich habe mich im Leben darauf eingestellt, Inneres Instrument habe, wo ich weiß wann wird das langsam zu viel.

00:17:41: Ich kriege das mit und respektiere dass.

00:17:43: ich teile dann so die zahlen derer die ich dann anrufe und denen ich was erzähle Und gucke auch dass ich Die anderen damit nicht überfordere.

00:17:53: quasi erhalten sie das für wichtig Dass man darauf achtet.

00:17:58: oder sind Sie der Meinung dass man einfach Freundschaften haben sollte die gewissermaßen auch etwas in dem Bereich aushalten können.

00:18:08: Also ich habe einfach für mich gelernt, das muss jeder für sich entscheiden.

00:18:12: Ich meine unser Freundeskreis ändert sich ja im Leben sehr häufig.

00:18:16: zumindest war es bei mir so dass man irgendwann mal gemerkt hat ich hab mich ausgelebt wir sind also der eine ist irgendwie weitergekommen, der andere ist immer... also niemand verändert sich und wir entwickeln uns ja immer weiter und ich glaube diese Leiterfahrung haben mich auch immer wieder mehr an mir arbeiten lassen habe ich gemerkt, dass sich schon ein Freundeskreis... Also es gibt so einen Bekanntenkreis.

00:18:39: Es gibt einen Freundes Kreis in meiner Welt und im Bekanntenkreis ist das für mich total legitim, dass das da irgendwie kein Raum hat.

00:18:45: aber also in meinem kleinen engen Freundeskreis der sehr stabil ist.

00:18:49: Ist es mir schon sehr wichtig geworden?

00:18:52: Und das hab' ich im Jahr zwanzig, halt für mich einfach so entschieden, dass es Menschen sind die in der Lage sind mein Leid nicht wegzudrücken und mir nicht zu sagen wie toll das Leben ist, weil ich will das in dem Moment auch nicht hören.

00:19:06: Aber das klingt jetzt ein bisschen egoistisch.

00:19:08: aber so meine ich das gar nicht dass sich dann irgendwie nur.

00:19:10: ich habe dann gelernt okay mit wem kann ich jetzt sprechen wenn ich mein Leid mitteilen will?

00:19:15: Ich hab das dann irgendwie da nicht mehr erwartet von der Person wo ich weiß diese Person hat sich selbst nie mit ihrem Leid beschäftigt.

00:19:21: Wie soll sie denn ansatzweise mich dann verstehen die jetzt gerade so diese Reise startet?

00:19:28: deswegen habe ich einfach versucht so ein bisschen abzustufen Und ich habe das große Glück, dass in meinem eng kleinen Freundeskreis wofür ich sehr dankbar bin.

00:19:36: Dass sich dort halt wirklich das Leid mitteilen kann Das war früher aber nie so.

00:19:41: Ich hab mich auch teils geschämt.

00:19:43: Also ich weiß noch als ich so Nach meinem Bachelorstudium gab es auch eine Phase die sehr schwierig war bevor ich nach Amerika gezogen bin und Nee, das war nach meinem Master Genau!

00:19:54: Nach meinem Master und da habe ich mich teils aufgeschämt, dass ich mich bezüglich einer Thematik häufig bei meinen besten Freunden ausgeheult habe und ich hab mich dann oft selbst stigmatisiert.

00:20:06: Und das ist auch sehr interessant, dass sie so diese Theorien die Sie von Erwin Goffman zum Beispiel kennen, diese sozial-philosophischen Theorie, dass man sich selbst selbst stigmatisiert.

00:20:14: Das war das erste Mal wo ich mich wirklich als jemand der eine Holzuse, die immer wieder nicht weitermachen will aber das Gefühl war für mich zu erdrücken, dass ich mir irgendwie Jahre später gedacht habe, das will ich nie wieder ohne diese Menschen irgendwie abzuwerten oder wegzudrücken.

00:20:33: Also jeder Mensch hat das Recht zu sagen, dass ist meine Kapazität nahe die ich kann einfach nicht mehr.

00:20:39: und Ich darf auch nicht erwarten, dass jeder in der Lage ist mit meinem Leid umzugehen auf gar keinen Fall.

00:20:45: Aber es ist mir schon wichtig und ich glaube vielen Menschen da draußen Es ist auch sehr wichtig, dass sie in der Lage sind eine Bezugsperson zu haben.

00:20:54: immerhin Wie gesagt, haustiere supergute Bezugspersonen.

00:20:59: Dass man dann in der Lage ist, Bezugstiere, dass man in derlage ist halt wirklich dort, man selbst sein zu dürfen.

00:21:05: Das ist ja auch für die Verarbeitung.

00:21:07: vor allem bei Kremmmann hat ja es gibt ja auch viele Studien aus Amerika und Kanada, die er verdeutlichen das Krebspatientinnen zum Beispiel wenn sie mit Bezugspersonen in die Onkologie, die Chemotherapie durchleben, dass sie eine bessere Heilungschancen haben als die, die alleine kommen.

00:21:25: Also diese Odyssee von.

00:21:26: Und das sehe ich auch, meine Mutter hat ja Krebs und ich habe sie in den Jahr-Zwei-Tausend-Zwanzig war es ganz schlimm und dann hab' ich sie oft begleitet.

00:21:33: Das war ja auch noch diese Maskenko...das war immer sehr schwierig und ich weiß immer noch wie schwierig das für die Patientinnen war, die die alleine da waren.

00:21:42: also das war für mich auch immer so die ihre Mutter begleit...also ich hab' meine Mutter sehr gerne begleittet.

00:21:46: Sie wollte das auch nie aber ich wollte das unbedingt!

00:21:49: Und da habe ich mir auch immer wieder so gedacht oh Gott die müssen jetzt mit diesem Leid alleine umgehen.

00:21:54: Also da ist niemand, der sie abholt, da ist jemand, der Sie fährt und auch dort unterhält in dieser Stunde zwei Stunden, die man da sitzt teils.

00:22:05: Und da hat es mir auch noch mal aufgefallen dass das schon wichtig ist im eigenen Leid Beziehung zu erfahren.

00:22:15: Das glaube ich gerne.

00:22:16: ja also ich muss Ihnen sagen oder ich stelle mir auch die Erfahrung, bin etwas älter und stelle dir mir die Erfahrung allein einsam alt zu werden und krank zu sein.

00:22:29: Das stelle ich mir ausgesprochen schwierig vor.

00:22:32: und ich habe an sie noch eine Frage.

00:22:37: Ich werde von einer iranischen Eine Handtherapeutin behandelt Die im Iran aufgewachsen ist Und die mir zu dem Thema...die hab' ich zu dem thema befragt Hab ihn erzählt vom Buch Und die sagte mir, sie wäre erheblich temperamentvoller als alle Freundinnen.

00:22:58: Das lege auch daran, dass sie eine iranische Prägung hätte.

00:23:03: Sie sagte im Iran sei es einfach üblich anders zum Beispiel zu trauern.

00:23:07: Man würde ganz anders und sehr... Zum Teil in Deutschland würde man sagen exzessiv.

00:23:13: Es wird also sehr laut und sehr leidenschaftlichen Grunde getraut.

00:23:17: Sagt ihr das würden wir hier überhaupt nicht wagen, das sei hier nicht üblich.

00:23:21: Und in Siffern gebe es auch was das Ausleben von Leid an betrifft und wie man damit umgeht und wie Man aber auch Unterstützung erfährt.

00:23:30: also in allen Bereichen wäre Es im Iran sehr viel intensiver als dass bei uns hier der Fall ist.

00:23:40: Können Sie das bestätigen?

00:23:42: Ich habe leider ich war noch nie im Iran Also ich kann.

00:23:45: Aber ich weiß natürlich von meinen Eltern dass also wie getraut wird und dass da Musik eine große Rolle hat, dass die Familie zusammenkommt das getanzt wird.

00:23:56: Aber so im häuslichen Rahmen war es halt so, also Eltern wollen ja immer, dass sie Kinder beschützt sind und ich glaube meine Mutter hat immer sehr heimlich geweint daran erinnere ich mich noch.

00:24:06: Also das Leid wurde bei uns nicht so... Es war schon eher so angepasst europäisch.

00:24:10: wenn Sie das jetzt so sagen macht das schon passt das eher zu meinen deutschen Freunden, dass das Leid immer so okay angepasst.

00:24:18: Meine Kinder muss sich jetzt beschützen was sehr kontraproduktiv ist.

00:24:21: tatsächlich also auch als ich das Buch geschrieben habe mit meinem Vater häufig darüber gesprochen und klar Eltern lieben ihre Kinder es mir bewusst.

00:24:29: aber es wäre glaube ich schöner gewesen Wenn man das so ausgelebt hätte, glaube ich wie im Iran.

00:24:34: Dass man schreit, dass man tanzt und heult... Das hatten wir nicht so extrem im häuslichen Rahmen.

00:24:39: Und auf den Beerdigungen, auf denen ich war in meinem Leben, die waren dann auch sehr ... also nicht iranisch.

00:24:46: Genau!

00:24:47: Also wenn es dann auch mein iranischer bester Freund als er gestorben ist, war das eine typische Beerdigung, so wie wir es kennen.

00:24:57: höchstens so umtunk, dann essen.

00:24:59: So wie wir es halt kennen leider nicht so, wie's gelebt werden und ich glaube er hätte sich das auch gewünscht.

00:25:04: aber genau deswegen kann ich das leider nicht... also ich hab das leider... was heißt leider?

00:25:10: Ich habe das nicht mitgeführt weil ich halt nicht in den Iran reisen darf.

00:25:16: Als ich ihr Buch gelesen habe hat mich das Buch sehr fasziniert und auch persönlich berührt, persönlich angesprochen Und ich habe gemerkt, dass in der ersten Hälfte – also als ich das Buch zu Ende gelesen habe, war ich vollständig einverstanden mit diesem Buch und kann jedem empfehlen, das zu lesen.

00:25:37: Danke schön!

00:25:39: Ich war aber nach der ersten hälfte, habe ich gemerkt hat es in mir regelrecht rumordt weil ich das was Sie geschrieben haben vollständlich richtig fand.

00:25:52: und dennoch ist meine Erfahrung aus einem Elternhausstammel, in der alle immer gelitten haben.

00:26:02: Es war eine Stimmung die immer gedämpft war und man hat das Gefühl gehabt, man kam aus dem Leiden eigentlich überhaupt nicht raus.

00:26:12: Ich habe dann... Das hab ich häufig erlebt.

00:26:15: Ich selber habe eine aromatische Erkrankung und war einmal in einer Rheumaklinik.

00:26:21: Und da haben am nächsten Morgen dann als sich alle trafen Dann die Betreffende sich begrüßen, haben gesagt ich habe noch.

00:26:29: Sechzig Prozent Beweglichkeit und der Nächste sagte Ich habe nur noch vierzig Prozent Beweglichkeit.

00:26:37: Es war dann so als ob das eine Auszeichnung wäre dass man ist einmal sehr krankes Und ich hab in dem Augenblick gewusst ich muss hier weg.

00:26:45: Also es gab Formen vom Leid im Leben Die mich regelrecht Im Grunde bedrückt haben Und ich habe aber dann, als ich tiefer nachgedacht habe über unsere Familie zum Beispiel sind mir zwei Dinge klar geworden.

00:27:02: Das eine ist man hat zwar immer gelitten, aber man is dem eigentlichen Leid ausgewichen.

00:27:08: also man hat nie sich der Frage was passiert ja eigentlich dass man einmal darüber nachdenkt das man einmal genau weiß worum es hier eigentlich geht dem ist man ausgewichen.

00:27:22: und ich hab dann irgendwann die Geschichte meiner Großeltern erforschen habe festgestellt, dass man über alle traumatischen Ereignisse die es gab nicht gesprochen hat.

00:27:32: Also man ist gewissermaßen dem großen traumatischen Leid, dem is man ausgewichen und die Folge war das man eigentlich im Leben verstummt ist.

00:27:43: Ist das nachvollziehbar?

00:27:46: Ja Also zum einen die Situation mit der Leithierarchie, ich habe so und so viel Prozent.

00:27:55: Das ist ja schon sehr erdrückend.

00:28:00: also ich glaube ich werde auch weg weil für mich in dem Moment würde sich das nicht so funktional anfühlen.

00:28:08: um anzukommen in Bezug auch auf ihre Familien-Situation.

00:28:27: Allgemein ist es ja so, dass wir es lernen müssen.

00:28:30: Wir müssen den Umgang... Deswegen habe ich dieses Buch geschrieben.

00:28:37: Das ist ein Plädoyer daran das wir lernen müssen mit Leid umzugehen.

00:28:41: Das ist etwas was wir nicht beigebracht bekommen.

00:28:44: und wenn ich jetzt nicht beigebracht bekomme Und ich nicht irgendwie Lust habe, zufälligerweise in dieses Thema reinzugehen.

00:28:51: Dann mache ich ja automatisch zu.

00:29:00: Ich habe eins in meiner Familie gelernt und das war es geht relativ schnell stimmungsmäßig runter also in einer Depression zu landen oder völlig verzweifelt zu sein.

00:29:11: da hab' ich gelernt dass geht relativ Schnell aber es dauert Wochen.

00:29:15: Es dauert wirklich Wochen um dann wieder langsam rauszukrabbeln.

00:29:19: und deshalb habe ich eines im Leben immer gemacht Ich habe so früh waren Systeme, wo ich mitkriege.

00:29:27: Meine Stimmung wird etwas brüchig und dann weiß ich aus der Erfahrung was kann ich machen um schnell meine Stimmung zu stabilisieren?

00:29:36: also Fahrradfahren ist ganz wunderbar eine Stunde Fahrrad fahren und ich bin gut gelaunt Spazierengehen im Grunde auch Partnerschaft natürlich auch Körperkontakt.

00:29:48: Also ich hab die Erfahrung gemacht, alle sinnlichen Dinge im Leben und Bücher schreiben hilft bei mir glücklicherweise auch.

00:29:54: so entstehen meine Bücher.

00:29:57: also ich habe eins gelernt frühzeitig oder mit Freunden reden oder mit meiner Frau also frühzeitig Dinge zu tun dass ich das Leid wirklich in Ruhe angucken kann und auch mit einer gewissen Gelassenheit, aber dass ich nicht abrutsche.

00:30:14: Das ist immer so etwas meiner Befürchtung

00:30:16: gewesen.".

00:30:20: Genau und dieses Abrutschen geht ja eher Richtung Leidensdruck.

00:30:24: Ich habe das auch in meinem Buch differenziert, dass ich das nicht irgendwie auf Menschen die Leidendruckdepressionen, Ängste, Angststörungen, was auch immer... Das habe ich nicht darauf bezogen sondern eher so auf diejenigen, die Lust haben sozusagen zu lernen mit dem Leid zu sitzen oder wie sie jetzt auch so schöne sinnliche körperliche ästhetische Spazierengehen ist ja auch superästhetisch für mich zumindest weil ich hier auch gerne mir Bäume anschauen, also dass man sich da sozusagen so reguliert.

00:30:54: So mit dem Leid sitzt das Leid integriert vielleicht fallen dann auch ein paar Tränen oder vielleicht ist man dann noch super wütend und hat Lust komplett in diesem Wald oder wo sie auch immer spazieren gehen zu schreien.

00:31:04: Das ist ja dann auch vollkommen okay.

00:31:06: aber ich glaube es ist super wichtig dass wir grundsätzlich nicht Richtung Leidensdruck.

00:31:12: Das war ja auch sozusagen einer meiner Ziele, dass junge Menschen das lesen und weil ich hatte nicht so ein Buch.

00:31:18: Ich musste das halt alles irgendwie selbst machen.

00:31:20: Ich weiß noch nicht ob es gut ist aber es läuft auf jeden Fall ganz gut.

00:31:23: Und für mich war das dann immer so wichtig wie kann ich eigentlich damit sitzen ohne in Leidensdruck abzurutschen?

00:31:29: Ohne die Depression zu entwickeln, ohne diese Angststörung oder was auch immer?

00:31:33: und dieses damit sitzen ist schwierig und tut auch weh.

00:31:38: Das sehen wir ja bei Klientinnen, wenn die in diesem Prozess des Sehens sind bei mir dann sagen sie so es ist irgendwie schlimm ich habe das Gefühl es wird schlimmer.

00:31:45: aber das ist genau der Teil wo wir wissen da ist Wachstum.

00:31:49: Da passiert's gerade weil die Person sieht wie schlimm es ist.

00:31:53: Und da ist halt immer mein tiefer Wunsch einfach für diese Gesellschaft wo wer auch immer mehr wie gesagt der Anstieg psychischer Krankheiten oder die Anfrage in Praxen Ich weiß bei ihnen ist das bestimmt einfach so hoch, dass man denkt okay da muss ja irgendwo kann man ja nicht sagen es ist das internetschuld.

00:32:12: Es ist die gesellschaftschuld immer dieses gesellschafts-ding.

00:32:14: ich meine wir haben immer verschiedene gesellschaftliche strukturen.

00:32:19: zu meiner zeit gab es dann halt auch jetzt nicht das internet aber den fernseher und andere dinge.

00:32:25: und ich glaube es ist ganz ganz wichtig dass man so an bei sich ansetzt und sagt ok ich habe irgendwie lust zu verändern weil die mich auch zum Wachstum und das wissen sie ja, das kennen sie ja sehr gut.

00:32:38: Es verändert komplett.

00:32:39: also ich würde es nicht rückgängig machen in der Situation.

00:32:42: klar würde ich jetzt nicht sagen Ich finde es ganz toll aber rückblickend war dass das Beste was mir passiert ist Weil man so eine Freiheit darüber schreibe ich ja aus So eine innere Freiheit als würden Sie haben Sie das Buch von Dante gelesen?

00:32:57: Die göttliche Komödie?

00:33:00: Ja, genau.

00:33:01: Und das ist dann so... Sie gehen wirklich in dieses Inferno rein, sie sind in dieser tiefsten Hölle und wollen schreien und es ist heiß und sie hassen einfach alles und sich selbst.

00:33:10: und dann merken sie aber es geht weiter!

00:33:13: Und sie kommen irgendwann mal zur Liebe, ne?

00:33:15: So wie bei da- und das ist so etwas.

00:33:17: ich mag dieses Bild, diese Hölle weil's heiß eng doof,

00:33:25: ne?!

00:33:25: Sie haben Angst, aber wenn sie damit sitzen, kommen sie raus und dann sind sie halt in dieser Liebe.

00:33:30: Das ist halt eine wichtige Reise.

00:33:35: Es ist ein faszinierendes Bild, was uns eigentlich animieren sollte dass wir mit solchen Krisen die wir im Leben haben das wir dort gelassener umgehen nicht?

00:33:46: Dass wir sehen da steckt auch ein positives Potenzial drin

00:33:51: natürlich.

00:33:52: und wie machen das denn die Kinder zum Beispiel?

00:33:54: ich habe sehr viel ja ganz viele unterschiedliche Praktika gemacht und es ist jetzt nicht so als wäre mein Leben auch immer super easy gelaufen.

00:34:05: Ich mag dieses, es geht immer schlimmer nicht.

00:34:06: Weil das ist ja diese Hierarchie.

00:34:08: Das hatten wir auch in diesem Beispiel bei Ihnen jetzt im Bezug auf Räume.

00:34:12: aber mir geht es ja darum wie machen denn die Kinder wirklich nichts haben?

00:34:17: Es gibt hier auch aus der Resilienzforschung.

00:34:21: Wir wissen, dass da hatten wir diese Kauai-Studie, diese Lenksstudiestudier.

00:34:25: Kinder, die in wiedrigen Lebensumständen groß geworden sind, hatten bessere Karrierechancen als die, Ich will nicht sagen, dass wir alle in Armut groß werden sollen oder ne?

00:34:34: Dass unsere Eltern irgendwie abhängig.

00:34:36: Oder was weiß ich welche Risikofaktoren da noch dabei waren.

00:34:39: Aber sie lernen dankbarer zu sein und das ist etwas das Lernen wir nicht wenn wir durchgehend alles haben.

00:34:46: es geht nicht Es funktioniert nicht.

00:34:48: Da kann man mir sagen doch ich kann Dankbarkeits Tagebuch dann will ich aber auch sehen wie das das funktioniert.

00:34:53: nicht Wenn ich einfach drauf schreibe ich bin dankbar für meine Gesundheit ich muss das fühlen Wissen, also viele.

00:34:59: wir sind natürlich in der Therapie immer sehr auf dieser kognitiven Ebene.

00:35:02: Ich bin ja eher immer auf der emotionalen Ebene weil ich denke wir müssen alle um alle Zustände fühlen.

00:35:08: Ich muss Veränderung fühlen!

00:35:09: Ich muss fühlen dass ich total... ich stehe jeden Morgen auf und denke cool, ich steh auf, ich funktioniere mein Körper ist nicht krank.

00:35:17: Und das ist aber etwas was ich ja wie gesagt gelernt habe In dem ich sitze, indem ich diese Hölle gehe, indem mich Bewältigungsstrategien erlerne so eine allgemeine Dankbarkeit fürs Leben zu entwickeln.

00:35:30: Das geht meistens nur aus meiner Perspektive, kann man natürlich gerne darüber diskutieren in Bezug auf diese Leiterfahrung.

00:35:38: Dass es eine Zeit gab die schlimmer war.

00:35:40: Es gab eine Zeit die schlimma war und ich habe aus dieser Zeit gelernt.

00:35:47: Sind wir nicht immer auch dann fasziniert wenn wir Menschen kennenlernen oder für Menschen hören?

00:35:54: Die

00:35:54: solche schwierigen Zeiten scheinen mal gut überstanden haben.

00:36:01: Ich habe einmal ein Buch gelesen, mit dem Titeln Sie klagen nicht von, ich glaube von Ida Cermak und dann beschreibt sie Menschen die lange lange Zeiten der schweren Krankheit gut überstand haben und das hat mich im Leben sagen wir sehr fasziniert.

00:36:18: später hab' ich dann von Frida Kahlo gelesen dir einen sehr schweren Unfall mit zahlreichen Operationen und großen Schmerzen auch halbwegs überstanden hat, indem sie immer die Malerei hatte.

00:36:31: Sie hatte etwas was wichtiger war als die Schmerzen.

00:36:34: und später habe ich dann trotzdem Viktor Frankl trotz dem Jahr zum Leben sagen der die Zeiten im Konzentrationslager so verarbeitet hat zB dass er sich mit einem guten Freund jeden Tag Witze erzählt hat weil er sagte er musste dem grauen was es gab Er musste diesem Irrsinn und dieser Angst irgendwas im Gegenstellen.

00:36:59: Und die einzige und beste Möglichkeit war, dass man einmal am Tag richtig gelacht hat.

00:37:05: Das waren Beispiele, die mich sehr fasziniert haben.

00:37:10: Es rückt einem ja so das Leben klar, dass die Probleme, die man hat, begreift.

00:37:16: Man kann in irgendeiner Form dafür auch eine Lösung zu finden wenn man sieht was andere Menschen mitgemacht und ertragen haben

00:37:24: Genau.

00:37:25: Und da gibt es ja auch diesen Film, diesen italienischen Film zum Thema Humor wo der Vater mit dem Sohn im Konzentrationslager nicht von der Mutter, wie hieß der Film?

00:37:35: Ich habe den so oft gerne geguckt und da hat man ganz schön gesehen... Da hat man z.B.

00:37:41: ganz schön sehen ich finde diesen Film!

00:37:43: Ich hatte den damals an der Uni Köln auch mit meinen Studierenden in meinem Vorlesung über Resilienz.

00:37:48: Das ist so... Humor ist ja auch der Resilience Faktor.

00:37:52: Also das ist ja so etwas, was hier wirklich von innen und außen stabilisiert.

00:37:58: Nicht dass sie es nicht ernst nehmen sondern ist wirklich so... Manchmal ich mag das Bild der Bühne.

00:38:03: da hatte ich jetzt gestern auch mit einer Klientin drüber gesprochen.

00:38:05: Das ist sowieso eine Theaterbühne Und Sie spielen einfach verschiedene Rollen und in jedem Jahr haben sie eine andere Rolle Da sind die mal... und ich glaube sie müssen das alles ein bisschen.

00:38:16: man sollte das alles so ein bisschen Ja lockerer, ne.

00:38:20: Ist immer so einfacher gesagt aber einfach als ein Schauspiel vielleicht.

00:38:24: Das ist ihre Bühne sie spielen das und das haben die in dem Film finde ich sehr schön gemacht wo der Vater immer in diese Rollen geschlüpft ist und versucht halt sein Kind immer wieder zu lachen zu bringen oder auch seine Frau über das Mikrofon und alles was war ja alles dann sozusagen neu inszeniert.

00:38:41: und dieses Reframing was wir ja auch an der TV nicht machen es zum Beispiel bei Light super wichtig.

00:38:46: Also das ist sehr schön.

00:38:48: Und auch die Interviewpartnerinnen, die ich hatte – die sieben.

00:38:51: Ich habe ja bewusst nicht über Leid, weil wer bin ich schon?

00:38:54: Denke ich mir.

00:38:55: Über Leid schreiben wollen, weil es geht ja immer anders und es gibt ja immer verschiedene Erfahrungen und im Zuge der Interviews ist mir ja auch nochmal aufgefallen dass Bewältigungsstrategien bei verschiedenen Leiderfahrung einfach möglich sind.

00:39:10: Und das Leben geht weiter, als ich Teresa Enke interviewt habe.

00:39:13: Es hat mich natürlich alles sehr mitgenommen weil ich da nicht als Psychotherapeutin saß sondern als Nadimirian und die wollte schreiben... ...und die Frau, die ihren Mann verliert?

00:39:23: es war weltweit also es war deutschlandweit bekannt Die Presse war auf unteres Niveau.

00:39:28: aus meiner Perspektive Ich hab' das ja noch mitbekommen Tochter verloren trotzdem neu angefangen und weitergemacht und ich glaube es geht immer weiter wenn man damit sitzt Und sie saß damit.

00:39:39: Also alle Interviewpartnerinnen saßen mit dem Leid, war das Tufourohaar die künstlerin, die iranische Künstlerin?

00:39:46: Die Eltern wurden ja ermordet im Iran.

00:39:48: Ich hatte natürlich verschiedene Leidepochen mir bewusst ausgesucht um zu zeigen es gibt keine Hierarchie.

00:39:53: also es gibt zum einen Mord dann gibts Migrationserfahrung.

00:39:57: Das ist ja auch eine Form von Leiterfahrung für viele Menschen.

00:40:00: oder Joshua McDonald mein Freund der Kriegsphotograph.

00:40:05: Der hat ja auch darüber über die Männlichkeit geschrieben.

00:40:08: Er ist ja Kriegsphotograf geworden mit neunzehn, weil er in Australien immer das Gefühl hatte als Mann muss sich so männlich sein.

00:40:14: Das bedrückt mich!

00:40:15: Warum?

00:40:16: Ist der in den Krieg und hat gesehen dass Männer weinen, dass Männer Gefühle zeigen?

00:40:20: also auch hier wieder diese Bandbreite an Erfahrungen Und es ist möglich und es hilft einem auch.

00:40:29: deswegen hatte ich auch die Interviews geführt.

00:40:31: Es hilft uns zu wissen, dass es Menschen schaffen Und auch schön schaffen und neu schaffen, weiter machen.

00:40:41: Sie haben ja die Bedeutung des Humors angesprochen.

00:40:46: Ich selber habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht ich brauche beides.

00:40:50: Ich brauche also Menschen die mich verstehen und die ernsthaft sind auf die Probleme die ich habe eingehe.

00:40:57: aber ich finde es mal wohl tun dann auch mit Menschen zusammen zu sein die mich einfach nur zum lachen bringen wo ich einmal alles vergessen kann.

00:41:06: Ich hatte einen guten Freund, der leider verstorben ist und den man sagte er hat genügend Frauen die ihn immer im Krankenhaus besuchen.

00:41:14: Er wusste, er lebt noch wenn es hoch kommt einige Monate und er sagte ich habe genügen Frauen eine Grunde mit denen ich zusammen trauern kann und weinen kann.

00:41:24: aber er sagte tu mir eingefallen Die andere Rolle ist noch nicht besetzt.

00:41:29: Ich brauche jemanden dem mich jeden Tag zum Lachen bringt.

00:41:33: Und dann habe ich gefragt, wie soll ich das denn machen?

00:41:37: Ja, sagt er.

00:41:38: Erzähle mir jeden Tag einen guten Witz und zwar je deftiger und schlimmer.

00:41:44: im Grunde macht er keine Sorgen.

00:41:46: Ich will jeden Tag einmal lachen.

00:41:49: Und dann hab' ich dem tatsächlich zwei Monate lang jeden Tag ein Witz erzählt und seine Schwester sagte mir dann bei der Beerdigung, er hat die letzten Monate nur noch gelebt, weil er immer den nächsten Witz hören wollte.

00:42:07: Er sagte das war der Moment wo er mal durchatmete, wo er das Gefühl hat dass Leben kann noch ganz leicht sein und das Leben bringt noch etwas Und insofern habe ich damals auch die Erfahrung gemacht wie wichtig beide Dinge sind jemanden zu verstehen und zu begleiten in der Trauer Dass wir das nicht verdrängen und dass wir aber gleichzeitig den Mut haben dass wir dann auch mit Menschen, die in einer sehr schwierigen Situation sind, zusammen zu lachen.

00:42:38: Ja natürlich!

00:42:39: Ich glaube man... also das was mir auch zum Beispiel ich habe halt das große Glück, dass sich einen sehr individuellen Freundeskreis haben.

00:42:46: Das heißt ich hab jetzt nicht nur Psychotherapeuten oder sondern auch viele Künstler eher eigentlich so in diese Richtung tatsächlich und da haben sie ja sozusagen immer wieder die Möglichkeit in diese Welten abzutauchen um eine Leichtigkeit zu entwickeln.

00:42:59: Das ist mir zum Beispiel total wichtig, als meine Mutter diagnostiziert wurde.

00:43:03: Was für mich sehr schwierig war.

00:43:05: Weil sie halt immer schon ein bisschen krank war... Dann war ich so komplett erstmal traurig und dann war es so Nein!

00:43:12: Wir spielen jetzt jeden Tag die Lieder und wir tanzen Und das war auch während Corona was für mich aber ganz gut war weil Ich fand die Phase nicht so schlimm sondern ich hatte mir eher Sorgen gemacht um die Menschen die erkranken.

00:43:23: Aber okay und dann habe ich halt immer viel getanzt zu Hause Sachen, also das ist... Da habe ich es halt wirklich echt glaube ich mit viel Tanz und Humor gemacht.

00:43:35: Ich habe meiner Mutter viel mehr gelacht als vorher.

00:43:38: Also wir haben sie jetzt sich auch lustig gemacht.

00:43:40: dann haben wir gesagt okay welche Perücke kaufen wir uns?

00:43:43: Dann haben wir das alles.

00:43:44: aber wir haben's nicht weggedrückt sondern wir haben sozusagen neu contextualisiert Mit ein bisschen Freude und meine Mutter ist ein sehr lebensvoller Mensch.

00:43:54: Trotz allen Sachen geht sie immer auf alle Demos und freut sich und sagt, dass der Iran wird.

00:43:59: Also es gibt ja auch zum Beispiel sehr viel Mut diese Leichtigkeit und den Humor, den sie hat und dieses politische, dieses Engagement was hier auch in sich trägt.

00:44:07: Und ich glaube das hat auch total geholfen.

00:44:10: also es hat mir auch sehr geholft.

00:44:12: halt auch mal so als wir an der Onkologie waren oder so.

00:44:15: dann haben wir uns vorher irgendwie so Witze gemacht Und die Krankenschwestern sind ja eh total süß gewesen auch mit allen Patienten.

00:44:26: Dann haben wir mit denen Witze gemacht, haben wir gelacht und gesagt okay wenn das vorbei ist gibt's ein Glas Wein und alles ein bisschen mehr mit Humor und Leichtigkeit genommen.

00:44:35: Das war schon sehr hilfreich glaube ich.

00:44:36: Ich glaub' auch für Menschen die krank sind es ist das sehr hilfreich dass sie sich natürlich in sich ernst nehmen aber nicht in dieses Gefühl eintauchen zu sehr sich selbst zu bemitleiden.

00:44:50: Das macht jetzt glaube ich nicht gesünder oder gibt auch nicht so viel Kraft.

00:44:59: Das ist auch meine Lebenserfahrung, dass in dem Augenblick wo wir hier sollten eine Einstellung finden zum Leid aber in dem Umweg wo es sehr in Selbstmitleid, warum passiert mir das und ich armer Mensch bin?

00:45:13: Dass in einen Selbstmitglied sehr hineingeht dann schwächt uns das.

00:45:19: Das finde ich eher im Leben schwierig.

00:45:22: Genau, das ist so diese Victimhütte.

00:45:23: Also die Opferrolle, wenn ich sie benennen darf und ich finde... Das ist etwas klar!

00:45:28: Man isst immer ein bisschen drin.

00:45:30: also Ich würde lügen dass bei jeder vulnerabenden Lebensphase Die ich hatte war schon so zwei drei mal bestimmt oft drin aber ich war nie lange drin weil ich war so nein, ich bin kein Opfer.

00:45:39: Also ich bin ja einem...ich kreiere ja mein Leben Ich gestalte hier meinen Leben.

00:45:44: Ich arbeite er arbeitet auch oft mit meinen Krienten tatsächlich Wenn die stabil genug sind, dass wir lernen uns nicht zu bemitleiden Weil da ziehen wir ja auch kaum etwas raus.

00:45:53: Es macht uns ja nicht stärker, es macht uns sehr schwächer wenn ich immer wieder sage oh nein mein Arm ist armes Leben!

00:46:00: Mein Leben ist so anstrengend, mein Leben is' so hart.

00:46:03: Das ändert ja nichts.

00:46:05: Ist ja ein Fakt dass das jetzt so ist.

00:46:06: also was kann ich dann machen?

00:46:09: Wo ist die Lösung und da ist es halt immer auch hilfreich zu schauen.

00:46:13: okay was ist jetzt die Lösung?

00:46:14: mir selbst zu sagen jeden Tag wie schwer mein Leben ist, das glaube ich weniger.

00:46:22: Ich habe noch eine neugierige Frage, nämlich ich war von dem Buch fasziniert und hab mich aber gefragt im Grunde ist das ein Thema oder anders gefragt.

00:46:37: Wie war das Echo auf das Buch?

00:46:40: Von den Lesern?

00:46:42: haben sie Lesungen gemacht, haben sie erfahren quasi wie das Buch angekommen ist, wie haben die Journalisten reagiert?

00:46:52: War das Echo im Grunde so, dass Sie das Gefühl hatten da lag ein großes Interesse an diesem Buch vor?

00:47:02: Ich finde es sehr interessant.

00:47:05: Es gibt einmal in Korea und China hat Direkt Lizenzen gekauft also ist jetzt auch übersetzt.

00:47:10: ich habe dieses Buch die Bücher noch nicht bekommen muss sich mich auch darum kümmern aber das geht jetzt nicht darum.

00:47:16: Also es war schon eine große Anfrage für Übersetzung.

00:47:19: Das war schon sehr interessant für mich direkt.

00:47:22: Also bevor es publiziert wurde, hatte ich eine koreanische und eine chinesische Lizenz.

00:47:26: Was auch interessant ist weil Asien also Korea und China vor allem so mit Umgang mit Trauer ist.

00:47:32: jetzt nicht so aber das fand ich interessant.

00:47:35: die Journalisten also ich bin ja selbst auch so Ich habe ja selbst gar nicht viel dazu gemacht oder so viele Freunde von mir nutzen natürlich die sozialen Netzwerke dafür.

00:47:43: ich hab einfach immer nur reposted.

00:47:48: Das Feedback Den Journalistinnen, die mich dann interviewt haben war sehr gut.

00:47:52: Es war sehr hilfreich.

00:47:54: Die LeserInnen haben mir oft geschrieben dass es den geräufen hat Genau und an sich glaube ich halt ehrlich das das Thema In in Frankreich viel besser angekommen wäre weil wir haben Paul Eloire Wir haben diese ganzen Franzosen über Leit ja auch viel geschrieben haben.

00:48:13: Deutschland war da nicht so happy mit.

00:48:15: aber das hätte ich mir auch denken können Ich glaub hätt ich daraus so Resilienz in sieben Schritte Hätte betten wir ein Bestseller, aber das wollte ich nicht.

00:48:22: Und das möchte ich auch nicht.

00:48:23: und es ist mir ganz wichtig zu sagen dass das wichtig ist für sich selbst.

00:48:29: wenn man wenn ich schreibe und das kennen Sie ja sie schreiben ja sehr viele Bücher auch Dass ich mir da treu bleibe also ich werde mich dann nicht so diesem gesellschaftlichen Ich will jetzt geheilt werden ich will mich nicht selbst reflektieren bei Anpassen.

00:48:41: Das Feedback war so gemischt Aber ich hatte schon echt gute Interviews tatsächlich und auch mit Menschen die ich selbst sehr bewundere Barbara Bleich zum Beispiel weil ich sehr happy, dass sie mich da eingeladen hat.

00:48:53: Dass wir auch einen sehr guten Austausch hatten.

00:48:56: Jürgen Wiebicke und diese Philosophen, die ich selbst bewunder.

00:49:04: Bei den Psychologen.

00:49:05: tatsächlich habe ich jetzt nicht so viel Anfragen gehabt aber das war mir eigentlich egal.

00:49:12: Ich hab mir schon gedacht, dass es nicht in unsere Bubble passt weil wir ja eher dazu neigen, dann auch wieder so produktive Bücher zu schreiben.

00:49:23: So Ratgeber und Heile dich und das und dies.

00:49:27: Und das ist ja nicht mein Titel.

00:49:31: Ich habe sie ja über Lukas Klashinsky zum ersten Mal gesehen und es gibt einen Kollegenkreis der auch eher die positiven Eigenschaften der sogenannten negativen Effekte sehen.

00:49:49: Also alles im Grunde was mit Angst, was mit Neidt und Eifersucht zu tun hat die dort das differenzieren.

00:49:57: aber es ist eine kleine ein kleiner Kreis quasi der das macht und die Bücher laufen im Allgemeinen wenn irgendwas rauskommt die laufen nicht woanders.

00:50:09: im grunde gut und ich finde das großartig dass sie sich da nicht haben verführen lassen davon dem Ganzen dann so eine Marke aufzusetzen, quasi der Selbstoptimierung.

00:50:23: Dass es darum geht immer das Leben schöner höher besser zu machen sondern dass sie klar sagen Das Leid hat auch einen gewissen Stellenwert im Leben.

00:50:32: Ja

00:50:33: natürlich und ich trage ja Verantwortung.

00:50:35: als Psychotherapeutin vor allem Ich arbeite mit Jugendlichen und Jungen Erwachsenen sehe ich mich in der Verantwortung Auch in den sozialen Netzwerken zum Beispiel mache keine Posts Und ich könnte das super machen, weil es liegt jetzt nicht daran, dass sich nicht das Wissen hätte.

00:50:49: Aber ich mache das nicht, weil ich sehe mich in der Verantwortung für junge Menschen, denen nicht zu sagen, dass sie jetzt irgendwelche Anleitung brauchen um zu fühlen.

00:50:56: Ich möchte ja, dass die lernen und auszuhalten Weil ich mir auch – ich denke oft an mein eigenes Jugendlich ist ich – und denke so was hätte mir geholfen?

00:51:04: Und ich seh ja, daß die Menschen, die es lesen wollten den hat's geholpen hoffentlich zumindest war das Feedback Und die, die es nicht gelesen haben.

00:51:13: Das ist ja auch vollkommen okay!

00:51:15: Ich glaube auch tatsächlich... Also ich weiß, dass das super wichtig ist sich treu zu bleiben und das wird sich bei mir auch nicht verändern.

00:51:21: Also ich werde keine Ratgeber schreiben, das ist jetzt noch mal so mein Plädoyer gegen Ende des Interviews.

00:51:26: Und ich werde auch nicht irgendwie Menschen erzählen, dass es Tipps gibt gegen ihre Depressionen.

00:51:32: Die Psyche ist etwas so wunderbar mehr dimensionales.

00:51:36: Ich würde mich wirklich schämen wenn ich mich darüber selbst verkaufen würde und das hat für mich einen kapitalistischen Wert.

00:51:44: Es ist einfach so, wenn ich das machen würde wird super laufen!

00:51:47: Das wissen wir alle.

00:51:49: aber jeder kann da ja für sich entscheiden und es heißt nicht dass die Kolleginnen die das machen keine gute Arbeit leisten.

00:51:55: sie machen das wunderbar.

00:51:56: aber für mich ist es nicht mein Weg und den Weg den ich jetzt eingeschnitten habe und jetzt auch am neuen Buchprojekt sitze.

00:52:04: Das wird natürlich ein bisschen positiver Aber es ist trotzdem tief und es ist ehrlich.

00:52:08: Und es ist authentisch, ich kann halt nicht anders schreiben oder

00:52:12: sprechen.".

00:52:16: Also ich kann nur sagen das Buch bei mir einiges ausgelöst hat, dass ich mit dem Buch wirklich vierzehn Tage lang innerlich im Gespräch war und immer wieder überlegt habe wie ist das bei mir?

00:52:28: Und hab mir überlegt welche Fragen könnte ich Ihnen stellen Wie geht das so hin und her?

00:52:36: Und je länger ich in diesem Buch gelesen habe, desto größer wurde meine innere Zustimmung.

00:52:44: Dass sie eigentlich einen ähnlichen Weg gegangen sind und Dinge durchgedacht haben und beschrieben haben, dass ich das ausgesprochen hilfreich fand ist es eben kein kann man sagen nur intellektuelles Buch sondern ist ein buch was uns zeigt wie wir das mit unterschiedlicher Leben bewältigen können.

00:53:06: Da sind viele Anregungen und da sind viele auch Einstellungen, die Sie haben im Grunde drin, wo ich das Gefühl hatte, das fand ich sehr

00:53:15: hilfreich.".

00:53:17: Vielen Dank Herr Krüger!

00:53:18: Wenn das natürlich von Ihnen kommt freue ich mich umso mehr.

00:53:20: Genau dieses Feedback meine ich ja dass so die Menschen, die ich dann natürlich auch in ihrer Arbeit finde ich ja auch super.

00:53:26: Ich habe sie ja auch über Lukas Klashinsky gefunden Und Leon, genau.

00:53:31: Dann war ich natürlich so sehr begeistert von Ihnen und auch dass Sie ein Kollege in Berlin sind und sie sind natürlich aus sehr Berufserfahren.

00:53:37: Das freut mich natürlich umso mehr, dass ich da derartiges Feedback von Ihnen bekomme.

00:53:44: Jetzt haben wir mitbekommen, dass Sie am nächsten Buch sitzen und ich hoffe, Sie haben irgendwann eine Homepage, dass man das mitbekommen kann Und ich werde im Anschluss an das Gespräch hier einmal den Buchtitel und wie man sie eventuell, wenn man sie erreichen möchte.

00:54:10: Wie man Sie erreichen kann?

00:54:11: Das werde ich am Anschloss an diesem Blattgrund tun.

00:54:15: Und wer Interesse hat soll ab und zu bei Amazon gucken.

00:54:20: Der wird es dann mitkriegen, wann Sie ein neues Buch geschrieben haben.

00:54:25: Da bin ich jetzt schon gespannt Und

00:54:28: ich

00:54:29: danke Ihnen sehr für das Gespräch, weil alle Fragen die ich hatte und das hin und her quasi souverän beantwortet haben.

00:54:38: Dankeschön!

00:54:39: Schönen Dank und vielleicht wie sein Andermal schönen Dank, tschüss!

00:54:42: Würde ich mich sehr freuen.

00:54:43: Danke schön!

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