Was sagt unsere Pünktlichkeit über unseren Charakter aus?
Shownotes
Pünktlichkeit, #Charakter
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00:00:06: Hallo, mein Name ist Dr.
00:00:08: Wolfgang Krüger.
00:00:10: ich bin Psychotherapeutin Buchautor und ich möchte in diesem Podcast Lebensprobleme beleuchten damit Sie zufriedener und glücklicher werden.
00:00:23: Hallo Wolfgang vielen Dank für die Einladung.
00:00:26: Ich habe zunächst einmal zum Anfang eine Frage Wie kommt es dass man sich mit dem Thema Pünktlichkeit beschäftigt?
00:00:33: Ich habe im Internet nachgesehen Es gibt relativ wenig Veröffentlichungen darüber Und es liegt ja nahe, dass man über das Thema Kindererziehung oder Partnerschaft schreibt.
00:00:46: Über das Thema Sexualität.
00:00:48: aber wie kommt man dazu?
00:00:50: Dass man sich mit einem solchen Thema beschäftigt.
00:00:53: Das ist eine gute Frage!
00:00:54: Tatsächlich ist es über eine Kollegin an mich angekommen.
00:00:57: ich mache auch einen Podcast und die Kollegin öfter mal nicht ganz genau zu vereinbarten Uhrzeit da und hat das selber tatsächlich mehr als Probleme gefunden, als ich.
00:01:08: Ich hatte damit nie ein großes Problem.
00:01:11: Und dann hat sie mich eben gefragt, du, es kann doch nicht sein dass man ganz dem lang schon so ist woran liegt es?
00:01:16: Du bist auch hier Psychotherapeut, du musst mir das doch erklären können.
00:01:20: Ja gut!
00:01:21: Es gibt bei dem Thema Pünktlichkeit so wie häufig, es gibt das Banale des naheliegenden aber es gibt natürlich auch sehr viel interessantes.
00:01:29: Und ich finde gerade bei so Themen, die uns alle ständig betreffen ist es wichtig und auch hilfreich über das Banale.
00:01:36: ja die Planung stimmt halt nicht.
00:01:38: Über das so hinauszuschauen oder was steckt da noch alles drin?
00:01:42: Einfach nur... Es ist bei mir aus Neugier, ich find's einfach interessant sowas zu hinterfragen.
00:01:47: aber es ist eben auch hilfreich weil eben dieser Kollegin und mir selber Im Zuge dessen, dass ich mich mehr damit auseinandergesetzt habe.
00:01:55: Genau hat es uns beiden geholfen also ihr dabei vielleicht was bei der Planung zu ändern und das auch anders einzuordnen sich selbst weniger zu ärgern dabei Und auch mir dabei mehr Verständnis zu entwickeln.
00:02:07: Das Entspannende in deinem Buch fand ich zunächst einmal Dass du viele Thesen hast viele Hintergründe Wie man auch in anderen Ländern zum Beispiel mit Pünktlichkeit umgeht und das entspannt zunächst mal Das Thema, wobei ich sagen muss.
00:02:23: Ich selber komme aus einer Kaufmannsfamilie die sehr preußisch war.
00:02:28: also Pünktlichkeit waren unserer Familie ein absolutes Muss und jemand der Unpünktigkeit unbündig war Der war eigentlich richtig unten durch.
00:02:38: Also das war schlechtes Benehmen und anderes mehr.
00:02:42: Und deshalb ist der Blick natürlich auf andere Kulturen eigentlich so entspannend Dass man zum Teil mitbekommt dass das ja nicht überall so ist und Unpünktlichkeit muss nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft sein.
00:02:56: Und jetzt beginne ich mal, damit du sagst im Grunde es gibt andere Kulturen wo zum Beispiel eine Form von Unpündlichkeit auch einer Form von Höflichkeit ist.
00:03:08: Kannst du das mal erklären?
00:03:09: Eben genau!
00:03:10: Und das finde ich also schön dass es selber schon so einordnet.
00:03:12: Also du nennst deinen Kontext.
00:03:13: Du weißt du bist geprägt.
00:03:14: Also selbstverständlich weiß du das als psychologischer Alter aber ich finde das ist die Grundvoraussetzung des menschlichen Zusammenlebens versteht, dass die eigenen Ansprüche keine Naturgesetze sind.
00:03:24: Und bei der Pünktlichkeit da passiert es uns halt häufig, dass wir einfach das was wir gelernt haben und bis es hier bei uns wenn jemandes Interview hier sieht und hört wahrscheinlich diese deutsche Prägung von Pünklichkeit ist Leistung, ist Verlässlichkeit, ist höflich, ist korrekt und Unpünktigkeit ist eine Schwäche, eine Charakterschwäche um das zu sehen so okay, mit dieser Erwartung in die Welt hinausgehen, dann entstehen Missverständnisse.
00:03:51: So wie bei Katzen und bei Hunden.
00:03:53: Wenn die Katze den Schwanz wedelt und der Hund denkt es sei ein Zeichen der Freude und er will spielen und die Katz will eigentlich drohen und sagen lasst mich entfrieden Dann knallt das halt häufiger.
00:04:03: Und wenn man lernt bis zu verstehen kann man besser miteinander umgehen.
00:04:06: Bei der Pünktlichkeit ist es tatsächlich so wie du jetzt schon angedeutet hast dass die global gesehen sehr unterschiedlich bewertet wird.
00:04:12: also In Japan ist es ähnlich wie bei uns.
00:04:15: Da ist Pünktlichkeit sehr extrem wichtig und ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit wird das sogar noch genauer genommen als bei uns, da hat vor ein paar Jahren der Chef der japanischen Bahn des Zugsystems sich öffentlich im Fernsehen entschuldigen beim Volk bei der Nation weil die durchschnittliche Verspätungsdauer über zwei Minuten gewesen ist.
00:04:36: Also das geht da überhaupt gar nicht.
00:04:38: Die nehmen es also noch ein Ticken strenger als wir.
00:04:41: Es gibt aber eben andere Beispiele in Frankreich zum Beispiel, dass ist gar nicht so weit weg.
00:04:46: Hier gibt es die sogenannte Carteur der Politesse.
00:04:49: Das ist so ein ungeschriebenes Gesetz, nicht in der Arbeitswelt, aber in sozialen Situationen, dass man zu einer sozialen Verabredung, zu jemandem nach Hause zur Essenseinladung, dass eine Viertelstunde zu spät kommt Und zwar um dem Gastgeber, der Gastgeberszeit einzuräumen und fertig zu werden.
00:05:07: Um dir nicht unter Druck zu setzen das die pünktlich auf die Minute schon alles fertig haben müssen.
00:05:13: also da ist schon mal ein anderer Umgang mit Pünktlichkeit wenn du noch weiter schaust.
00:05:18: in Mexiko zum Beispiel wird gesprochen von der Lora Mexikaner so der mexikanischen Zeit der Stunde.
00:05:27: Das ist mehr so eine allgemeine Einstellung zur Zeit, dass es eben zu Identität dazu gehört, die Zeit lockerer umzugehen.
00:05:36: Also nicht so verbissen als quasi derjenige, wer pünktlich auf die Minute erscheinen möchte geht dann nicht als besonders leistungsfähig oder besonders in Kontrolle seiner selbst sondern als besonders verbissen irgendwie auf eine unsympathische Art und Weise als unentspannt, als eng ständig.
00:05:56: Es gibt auch in afrikanischen Ländern, in Zentralafrika.
00:05:59: Da ist die Einstellung zu Pünktlichkeit auch ein bisschen ähnlich dass es im sozialen also unter Freunden als sehr unhöflich und sehr distanziert gesehen wird auf exakte Uhrzeiten zu bestehen.
00:06:13: Also wenn du da jemandem sagen würdest hey wir haben uns doch vor acht Minuten verabredet und du bist ein bisschen zu spät würde sich die anderen sehr darüber wundern.
00:06:22: so warum behandelst du mich so wie das Finanzamt?
00:06:24: Warum behandelst du mich wie eine Behörde?
00:06:27: Wir sind doch Freunde.
00:06:28: Und wir sind doch Familie und da gehört es sich nicht, so miteinander
00:06:32: umzugehen.".
00:06:32: Also da ist das fast schon unhöflich auf Pünktlichkeit zu bestehen.
00:06:36: Das finde ich Autoschorin interessant, dennoch ist die Frage wenn wir hier in Deutschland miteinander umgehen dann habe ich natürlich bei Freunden, wenn die eine halbe Stunde später kamen und ich war verärgert, mich daraufhin hingewiesen in Lateinamerika sei das normal.
00:06:53: Und dann habe ich den gesagt, wir sind aber nicht in Lateinamerika.
00:06:56: Wir haben hier bestimmte Normen und es wäre gut wenn man zwar etwas entspannter möglicherweise ist als ich es bin Aber dennoch ist es wichtig dass wir hier die Gegebenheiten einhalten.
00:07:09: was würdest du dazu sagen?
00:07:12: Du, klar.
00:07:12: Das geht für mich so ein bisschen aus der psychologischen Betrachtung raus an die anderen Personen anspassen oder nicht?
00:07:16: Das möchte ich jetzt nicht entscheiden.
00:07:18: Ich finde es einfach gut wenn auf beiden Seiten verstanden wird.
00:07:20: Es gibt überhaupt unterschiedliche Prägungen.
00:07:22: das macht's ein bisschen leichter aufeinander zuzugehen auch und sich die besten Seiten bei der Prägung vielleicht herauszupicken.
00:07:30: Aber es sind ja nicht nur die kulturellen prägungen.
00:07:32: also auch bei uns werden wir mal in deutschland bleiben und quasi nur hier überlegen möchten, warum kommt jemand eigentlich zu spät?
00:07:39: Auch da gibt es ja unterschiedliche Gründe dahinter.
00:07:42: Also ich weiß nicht ob das dir manchmal passiert, dass Patienten-Patientinnen zu späts für Therapie kommen.
00:07:47: ist das ein Thema bei dir?
00:07:50: Das ist bei mir extrem selten!
00:07:52: Extrem
00:07:53: selten?!
00:07:54: Was glaubst du?
00:07:54: Warum?
00:07:56: Ich glaube... großen Wert auf Pünktlichkeit lege, ich fange natürlich pünktlich berühmte an.
00:08:03: Ich habe ja als Therapeut regelrecht eine Uhr verinnerlicht also ob ich eine Uhr verschluckt hätte.
00:08:09: Ich weiß eigentlich immer wie spät es ist und insofern wissen das die Patienten dass ich sehr pünftig anfange und auch sehr pündig die Therapiestunden meistens beende und es ist sehr selten dann zu spät kommen und entschuldigen sich immer sehr dafür.
00:08:27: Dann verstehen Sie schon, das ist so viel was!
00:08:29: Genau aber wir sind die Patienten auch meistens pünktlich.
00:08:32: ich finde es nur gerade weil es selten ist wenn sie nicht mehr pünftig sind, dann finde ich es interessant also dann zu überlegen und das tust du bestimmt auch wenn dann eben jemand pünctlich ist und manchmal ist es kein Zufall und meine Überlegungen, ich musste über Situationen nachdenken oder Patienten Nachdenken die zu späte gekommen sind.
00:08:52: Ich glaube, es stecken unterschiedliche Gründe dahinter.
00:08:56: Vielleicht kommt dir das bekannt vor zum Beispiel mit Patienten die zu Beginn einer Therapie was ja auch sinnvoll ist sich wohlfühlen also reinkommen, sich gehört gesehen fühlen, sich öffnen können, sich ernst genommen fühlen gerne in die Therapie kommen.
00:09:14: und dann kannst du eine Phase gehen vielleicht später vielleicht bei der weiß ich nicht zehn oder fünfzehnten Stunde wo auch immer wo die Therapie auch herausfordernd wird für Patient oder Patientin, wo vielleicht Konfrontation geschieht mit Themen, die man nicht ganz so wahrhaben will.
00:09:30: Das ist vielleicht auch nicht nur die Mutter der Kollege, die Partner oder Partnerinnen, das nicht nur sie schuld sind sondern dass man eigene Anteile mit reinbringt in die Dynamik.
00:09:43: und da beobachte ich manchmal das Patienten im PatientInnen plötzlich anfangs zu spät in die Stunden zu kommen Und da wird ich das so einschätzen.
00:09:53: Bin ich gespannt, ob du es auch so siehst?
00:09:54: Dass das wie eine Art innerer Widerstand sein kann gegen die Sitzung.
00:09:58: Dass man plötzlich wird es weniger angenehm und wohl dahin zu gehen.
00:10:03: Vielleicht wird auch anstatt dass man einen Ärger über die Therapie, über den Therapeuten... Anstatt man den formuliert, verbalisiert und ausdrückt, wird er auf so einer indirekte Art und Weise durch diese Verspätungen ausgeht.
00:10:18: Was denkst du darüber?
00:10:21: Das finde ich sehr naheliegend.
00:10:23: Das wäre ja quasi ein Unbehagen, was der Betreffende hat.
00:10:26: Irgendwo ein innerer Widerstand.
00:10:28: Der Betreffen fühlt sich nicht wohl.
00:10:30: Wir sind bei einem Thema, wir sind bei Erkenntnissen die den betreffenden irritieren, kränken und wenn dann jemand zu spät kommt dafür hätte ich zunächst mal großes Verständnis.
00:10:44: Ein Signal für mich!
00:10:52: Man muss da gewissermaßen etwas vorsichtig sein.
00:10:55: Was ich häufiger erlebe, ist auch im Freundeskreis dass es Freunde gibt die bei Verabredung grundsätzlich mindestens eine Viertelstunde zu spät kommen und das ärgert mich im Grunde sehr weil die Betreffenden immer dann wenn es darauf ankommt also wenn sie pünktlich sein müssen dann sind Sie es.
00:11:17: Also die betreffende wenn man fragt würden, wenn es darum geht, pünktlich seiner Rundfunk-Sendung zu kommen oder beim Flieger.
00:11:28: Wenn Sie verreisen müssen da sind sie pünftig.
00:11:30: man hat immer das Gefühl die sind pünklich, wenn sie es sich leisten können und du hast ja in dem Buch auch die These Unpünktlichkeit sein mit unter einem Machtgebaren.
00:11:41: also dass einer dem anderen zeigt quasi wer ist hier der stärkere?
00:11:46: Und kannst du mal zu diesem Thema was sagen?
00:11:47: Weil das ist das im Grunde, wo mir dann die Galle hochgeht.
00:11:52: Schauen wir mal, schauen wir mal ob wir da deine Freunde darin einordnen.
00:11:54: Also ich kann eher gerne darüber sprechen und schauen mal wo wir deine Freunde reinkatakrisieren.
00:11:58: also das was wir gerade hatten war ja okay der ist etwas unangenehm und deswegen will ich eigentlich nicht wirklich hin und deswegen bis auf die letzte Minute schiebe ich es heraus.
00:12:06: Das ist auch was bei Prüfungen oder so zum Beispiel Ja bei Arztterminen schlimm Was da eben passieren kann wenn man da dann zu spät kommt und bei anderen Sachen zufällig nicht.
00:12:14: Das ist eine Form innere Widerstandes.
00:12:16: Okay, das was du jetzt gesagt hast, die ist Machtgebahn.
00:12:19: ich glaube es ist nachvollziehbar das kennen viele so ein bisschen vielleicht aus beruflichen Kontext und der Politik dass man da weiß okay Personen zeigen ihre Macht indem sie die andere Person warten lassen.
00:12:30: Es ist auch eine Verhandlungstaktik quasi der anderen Person zu zeigen Ich sitze am längeren Hebel die das spüren zu lassen also die Nervosität die Dringlichkeit beim Anderen wachsen zu lassen und zu sagen ich kann's mir leisten zu spät kommen weil Du wirst ja eh nicht gehen So würde ich das einordnen, da zu spät kommen wir als Machtgebahnen.
00:12:49: Es geht auch bisschen in die Anrichtung also ich kenne es auch so ein bisschen aus der Paartherapie dass ich manchmal Paare habe wo man sagen will okay da ist so die die macht innerhalb bis paares und ob sie jetzt die finanzielle ist oder auf Entscheidungen bezogen.
00:13:07: Oder der Rückhalt, weil es irgendwie man lebt im Haus mit der kompletten Familie des einen Partner so wie andere Partnerin hat da nichts mehr zu sagen.
00:13:15: Wenn das ein großes Machtgefälle ist habe ich das schon manchmal beobachtet und dann auch besprochen Und so hat sich das dann auch ausgestellt wurde bestätigt dass Die andere Person die eigentlich in der schwachen Position ist die eine Art und Weise die sie hat um sich quasi ein bisschen zu rächen um ein bisschen Macht zu erlangen, ist diese Person warten zu lassen.
00:13:39: Das ist dann der eine Moment wo die Person, die sonst sich immer so fügen muss noch nicht bereit ist und die andere Person irgendwo stehen und warten lässt.
00:13:47: Also es kann ein Machtausgleich sein also dass sie andere Personen nicht zu spät kommt weil sie gerade so mächtig ist und das ausleben will sondern weil sie eben so unmächtig isst und in diesem Moment dann mal für einen Moment die Kontrolle übernehmen kann.
00:14:01: Ich weiß es nicht, ob wir eines von den beiden quasi Macht ausspielen oder macht zurückerlangern jetzt deinen Freunden und Freundinnen unterstellen möchten.
00:14:08: Ich hoffe nicht!
00:14:11: Das sind ja zwei unterschiedliche Varianten.
00:14:13: das eine wäre quasi dass der Mächtige quasi den anderen warten lässt und das andere wäre quasi so fast wie eine Kompensation, dass ich mich eigentlich klein fühle.
00:14:26: Unpünktlichkeit, die ich begehe, erreiche ich etwas mehr Macht.
00:14:31: Ja?
00:14:31: Genau!
00:14:31: Für einen Moment.
00:14:33: Für ein Moment.
00:14:33: Ihr so.
00:14:34: erstes ist die Frage wie geht man damit um?
00:14:35: und ich habe im Freundeskreis die Erfahrung gemacht wenn es sich um eine leichte Unpündigkeit handelt dann kann man das dem anderen sagen und in Zukunft wird der pünktlicher sein.
00:14:46: Es gibt aber Freunde von mir da ist die Unpfindlichkeit sehr massiv und Reden hat keinen Sinn.
00:14:54: Und da habe ich eines gemacht, ich hab denen gesagt dazu.
00:14:57: Ich werde in Zukunft wenn wir verabredet sind eine Viertelstunde warten und wenn die Viertelf Stunde vorbei ist bin ich weg.
00:15:06: Da habe ich die Erfahrung gemacht, wenn ich das einmal mache, sind die Betreffenden pünktlich.
00:15:10: Das heißt dass offenbar die Reaktion, dass man eine Konsequenz androht oder diese Konseqenzen auch wirklich wahr macht, das scheint dann die Unpünktlichkeit zu heilen.
00:15:22: Zu heilen?
00:15:23: Ja, vielleicht.
00:15:25: Das ist ja klassischer Behaviourismus.
00:15:27: Also das hast du ja da gut verhalten und ist therapeutisch gelöst.
00:15:32: Ja also habe ich jetzt überhaupt nichts dran zu ändern.
00:15:35: Hast du ja zu dem Ziel gefunden... Ich würde jetzt zusätzlich dazu, dass du es jetzt geheilt und verändert hast, noch eine Perspektive einbringen um noch eine Möglichkeit deinen Freunden zu geben bis wir noch eine andere Interpretation haben als dass sie vielleicht nur mächtig oder ohmächtig sind weil die machen's ja so bisschen spannend.
00:15:51: Schauen wir uns noch eine Interpretation an, warum sie zu spät sein könnten.
00:15:55: Wieder vielleicht einem Patienten Beispiel... Ich denke an die Patientinnen zum Beispiel, die so in ihrem Berufsleben und auch im Freundeskreis sogar immer extrem pünktlich gewesen ist.
00:16:07: Ja also nicht nur pünftig sondern auch generell würde man sagen gewissenhaft.
00:16:11: Also die alle Aufgaben sehr gewissenhaft erledigt hat, die sehr verlässlich gewesen sehr leistungsfähig, Abschluss an der Elite-Universität und so hohe Position im Job.
00:16:22: Und wie gesagt immer verlässlich.
00:16:23: auch bei mir in der Therapie war sie immer Punkt da und immer ordentlich und immer alles die Tasche immer einen selben Punkt abgestellt und so.
00:16:32: aber ich habe immer mal wieder rausgehört dass sie bei ihren Eltern total unzuverlässig und zu spät ist.
00:16:38: also wenn Sie da am Wochenende ankommt Sie sagt gar keine Uhrzeit mehr an, weil sie weiß, ihr hält sie eh nicht ein.
00:16:45: Da landet sie irgendwann, da fletscht die auf der Couch und geht auch irgendwann
00:16:48: wieder.".
00:16:50: Und wie wir das eingeordnet haben – weil sie sich schon gefragt hat, warum ist es eigentlich so?
00:16:55: Wie wir das dann gemeinsam eingeordneten, war dass sie eben so viel Aufwand in großen Teilen ihres Lebens betreibt umpünftig, um zuverlässig, um leistungsfähig zu sein.
00:17:06: Dass das einfach ein massiver Aufwand ist, der auch Kosten hat und ist die Beziehung zu ihren Eltern, die einzige wahrne Partnerschaft hat sie nicht.
00:17:14: Und dass sie selbst bei ihrem Freundeskreis diesen Aufwand betrieben hat, aus einer gewissen sozialen Unsicherheit heraus auch da hat sie das quasi auf eine Leistungs-Ebene gezogen, dass sie da verlässlich pünktlich hilfreich sein muss und nur bei ihren Eltern konnte sie sich dann mal fallen lassen.
00:17:30: also es hatte dann bei ihren Eltern ein Genussaspekt Sie hat das sehr genossen das sie dort wann immer sie wollte auftauchen kann, wann immer.
00:17:40: Und wir haben dann natürlich versucht diesen Genussaspekt nicht nur in dieser Elternbeziehung zu halten, sondern zu schauen.
00:17:46: kann man das nicht auch hier und da ausweiten.
00:17:48: Es muss nicht gleich beruflich sein aber vielleicht bei den Freunden kann man beim einen oder anderen Freund hier oder da sogar angekündigt meinetwegen ist der denn nicht plötzlich überrascht ist hey was ist mit der los?
00:17:58: ein bisschen die Leine lockerer lassen.
00:18:01: Und sie hat dann auch bei mir geübt, sie ist da noch bei mir in der Therapie hier und da mal nicht auf die Minute pünktlich gekommen.
00:18:08: Ich erinnere mich da an einen Tag, an dem Sie ungewöhnlich später für meine Verständnis – also es waren so sieben, acht Minuten schon wo sie nicht dabei war ich habe mich schon leicht sorgen gemacht – und dann ist sie aufgetaucht und ich hab sie gefragt und was war heute anders?
00:18:19: Dann hat sich gemeint ja sie wollte schon reinkommen aber draußen der Herbst, die Blätter das war so schön!
00:18:25: Und sie war den ganzen Tag im Büro.
00:18:28: Sie hat noch kurz einmal um den Block gehen müssen und das genießen müssen.
00:18:32: Das hätte sie sich halt vorher niemals erlaubt, also diese Interpretation, dass es zu spät kommt unter Freunden.
00:18:38: Es kann was mit Genuss zu tun haben und nicht nur Genuss der Zeit die man dann hat sondern Genuß der Beziehung.
00:18:43: Also zu wissen ich fühle mich sicher in dieser Beziehungen Und hier muss ich nicht genauso leisten wie beim Arzttermin Beim KVR, beim Job.
00:18:54: Das heißt da nicht, dass ist okay ist?
00:18:57: weil die andere Person ja immer noch warten ist.
00:18:59: Aber es ist vielleicht eine günstigere Bewertung, warum die andere Persons spiel kommt als jetzt zu sagen das macht sie aus Machtgebahnen oder weil ich ihr egal bin?
00:19:08: Das macht sich vielleicht gerade weil Sie sich so sicher fühlt mit mir.
00:19:12: Ich habe bei diesem Beispiel am meisten geschmunzelt und habe mich in irgendeiner Weise verstanden gefühlt Weil man kann sagen Pünktlichkeit kann manchmal auch fast einer Form von Zwanghaftigkeit sein.
00:19:27: Also ich selber bin extrem pünktlich und wenn ich merke, ich habe einen Arztaminen.
00:19:34: Ich könnte dort ein wenig zu spät kommen dann beschleunige ich meinen Schritt.
00:19:39: Ich gucke im Grunde dass ich gucke dann dreimal auf die Uhr und gucke das ich möglichst mindestens eine Minute früher da bin oder zwei Minuten weil das ist meine Form von Pünktlichkeit Und ich kenne es Dass ich vor einiger Zeit einmal in einer Klinik, wo ich war einige Minuten zu spät kam und schon für mich unter Druck riet.
00:20:04: Und dann hat man mir ganz locker gesagt es sei überhaupt kein Problem also einige einigen Minuten zu Spät kommen das sei ja quasi normal und seitdem gestatte Ich mehr ist.
00:20:16: Also ich bin ruhiger.
00:20:18: Ich gerate nicht mehr so unter Stress wenn ich eine bestimmte Zeitspanne immer noch einhalte.
00:20:27: Ich merke, dass nicht nur der Unpünktliche sich verändern muss.
00:20:31: Eigentlich muss auch der, der ständig, sagen wir mal fast eine zwanghafte Form hat von Pünktlichkeit.
00:20:37: Im Grunde müsste der manchmal auch etwas größere Entspannung was so Pflichten und Normen anbetrifft Auch der müsste eigentlich dazulernen.
00:20:48: Ja da kann ich nur mitgehen und zwar aus persönlicher Erfahrung.
00:20:52: Ich kann das sehr nachfühlen, obwohl ich jetzt hier diese Umpünktlichkeit so verteidige.
00:20:57: Halt ja eigentlich Plädoyeris für die Umpunktlichkeit.
00:21:00: Tendiere ich selbst auch zu einer sehr präzisen Umpunktigkeit was wir gerade haben uns zur Uhrzeit verabredet und hast selber gerade angemerkt als erschienen bin, dass es ja auf die Sekunde eigentlich war.
00:21:13: So beginnen alle meine Therapiestunden auch auf diese Sekunde und das hat natürlich Gründe, dass wir so sind ohne das jetzt zu tief zu gehen jeweils ob es eine Historie ist oder Grunde, es war nützlich hier für eine gewisse Zeit.
00:21:24: Es bringt einem viel privat beruflich vielleicht als man profitiert viel davon und da ist immer die Gefahr, dass man das dann übertreibt und dass man unflexibel wird, weil wenn das was mal nützlich war dann plötzlich nur noch als einzige Option halt.
00:21:39: Und ich kann da bei dem was so gesagt hast sehr mitgehen, dass sich das auch für mich selber eigentlich eher als bereichernd empfinde da mehr loslassen zu können.
00:21:47: und deswegen ist es vielleicht auch der Grund warum ich mich mit Themen so beschäftige und der Versuche mehr Verständnis zu entwickeln nicht nur aus einer Neugier oder nicht nur weil ich das anderen ermöglichen will sondern letztendlich auch etwas an die Hand geben kann, was hilfreich ist.
00:22:04: Sehr häufig profitiert man selbst auch mit davon dass ich selber ein bisschen einen gelassenen Umgang mit Fristen, Zeiten und Verlässlichkeiten finde.
00:22:18: Und ja deswegen halte ich dieses Plädoyer dann nicht nur aus irgendeiner wissenschaftlichen oder neugierigen Haltung sondern schon noch aus der persönlichen Empfehlung heraus.
00:22:28: Ich sag mal ja, ich würde dir sehr zustimmen dass wir generell im Leben auch bei den Dingen die sinnvoll grundsätzlich sinnvoll sind.
00:22:37: Dass wir lernen sollten da manchmal eine Entspannung zu haben.
00:22:41: Dennoch muss ich sagen würde ich im eigenen Leben fast so ein Plädoyer halten.
00:22:48: Ein Loblied im Grunde der Pünktlichkeit.
00:22:51: Ich mag Menschen die sehr verlässlich sind wo ich weiß Man kann mit den Verabredungen machen und die halten die ein.
00:23:02: Das schätze ich in der Runde sehr, Und wenn ich mit Menschen verabredet bin und die kommen nicht dann passiert etwas ganz normales.
00:23:13: Ich werde so nach zehn Minuten wirklich etwas unruhig Nach spätestens zwanzig Minuten.
00:23:19: im Grunde frage ich mich was ist da los?
00:23:22: Nach einer halben Stunde frage Er hat der betreffenden Unfall gehabt, also ich fange an mich zu sorgen.
00:23:28: Und ich merke wie ich langsam etwas in meinem Lebensgefühl aus dem Kleister gehe.
00:23:37: und dann kommt der andere nach einer halben Stunde angerauscht mit wenigen fahren und da hat natürlich irgendeine Erklärung von Wasserrohrbruch im Grunde drängendes Telefongespräch.
00:23:49: Der Großmutter geht es nicht gut und es sind jedes mal ähnliche man kann sagen fast ausreden und ich merke, wie ich dann langsam bei mir doch ein ziemlicher Ärger entsteht.
00:24:04: Aber im Normalfall ist es so dass ich unendlich gerne mit Leuten zusammen arbeite wo ich weiß da ist ein hoher Grad an Verlässlichkeit da.
00:24:14: Na vorzüber geht mir natürlich auch so als natürlich angenehmer wenn man sich verlassen kann ob das gegenüber... Es ist halt was man so ein bisschen, glaube ich, einsehen muss.
00:24:28: Es ist absolut nicht der Normalfall und da gibt es Forschung dazu.
00:24:33: du hast Einleitungen gesagt.
00:24:34: zum Thema gibt's wenig Fakten das stimmt es sind wenige aber ein paar gibt's und zwar darüber wie verlässlich Menschen eigentlich auch gar nicht anderen gegenüber sondern sich selbst gegenüber sind.
00:24:47: Ich habe in dem Buch zwei Studien, die ich besonders eindrücklich finde oder interessant finde.
00:24:52: Eine davon würde ich gerne erzählen.
00:24:54: Da wurden Psychologiestudierende waren es sogar im Laufe ihres Studiums.
00:24:59: Die wurden gefragt für so eine Semesterabschlussarbeit was glaubt ihr?
00:25:03: Wie lange braucht ihr um diese Arbeit abzuschließen?
00:25:07: und die haben dann geschätzt Im Durchschnitt waren das achtundzwanzig Tage haben sie angegeben.
00:25:12: Da wurden sie – und das ist schlau, es war eine intelligente Studie – gefragt.
00:25:16: Okay, jetzt sagten wir noch wenn alles schiefläuft also im Worst Case wie lang wirst du für diese Abschlussarbeit brauchen?
00:25:25: Und da waren dann die durchschnittliche Angabe achtundvierzig Tage.
00:25:30: Dann hat man die Studierende mal laufen lassen und geschaut was passiert.
00:25:33: Das Ergebnis im Durchschnitt haben Sie fünfundfünfzig Tage gebraucht!
00:25:39: Also im Durchschnitt haben sie noch länger gebraucht.
00:25:44: Als das, was Sie als den worst case im schlimmsten fall werde ich achtundvierzig Tage brauchen.
00:25:49: Sie haben im durchschnitt fünfundfünfzig tage gebrauchten.
00:25:52: es waren nur ein drittel der leute die es innerhalb der vorher gesehene zeit geschafft haben.
00:25:59: also zwei Drittel der Leute haben extrem viel länger gebaucht.
00:26:02: was diesen durchschnitt so weit nach oben gezogen hat und dass ist wichtig zu wissen der Normalzustand des Menschen ist, also mehr als die Hälfte der Leute werden bei allen Sachen, die sie dir vorher sagen.
00:26:14: Bei allen Sachen die Sie planen, extrem weit daneben liegen.
00:26:17: und darunter leidet es dann nicht nur du als jemand, der mit ihm zu tun hat.
00:26:20: Darunter leiden sich schon auch selbst um.
00:26:24: das hilft finde ich.
00:26:26: Also mir hilft es, dass ein bisschen weniger persönlich zu nehmen.
00:26:30: Ich weiß diese Person, die mich da hat zwanzig Minuten sitzen lassen.
00:26:34: Die lässt sich selber wahrscheinlich jeden Tag.
00:26:36: Also die ist selber wahrscheinlich jeden Tag jedes Wochenende ärgerlich und enttäuscht darüber.
00:26:42: Und gekränkt davon, dass sie all die Sachen diese sich vornimmt nicht schafft, das sich am Samstag wieder vorgenommen hat.
00:26:50: Ja ich habe ja diese Verabredung um vier zu nur da könnte ich ja davor noch irgendwie die Wohnung aufräumen.
00:26:56: Ich müsste auch noch Waschmittel nachkaufen und das Fahrrad zur Reparatur bringen und dann könnte ich im Abend eigentlich noch Sport machen.
00:27:02: Das hab' ich lange nicht mehr gemacht und vielleicht kann ich ja dann noch jemanden treffen Und davon wird da dann die Hälfte nicht passieren.
00:27:12: Ich war lange Zeit bei einem sehr großen Verlag und Elekter sagte mir, ich sei unter den hunderten Autoren der einzige, der das Manuskript immer rechtzeitig abgeben würde normalerweise immer drei Tage vorher.
00:27:29: Das sei völlig unüblich ja?
00:27:31: Das hat mich sehr erstaunt.
00:27:33: für mich war das völlig normal.
00:27:38: bei dir die Studien gelesen habe, hab ich gemerkt woran das liegt.
00:27:42: Weil ich immer eines gemacht habe – Ich weiß aus der Erfahrung heraus wie lange es dauert und mache dann eines bei der Terminplanung, dass ich immer das Unvorhergesehen noch einplane,
00:27:55: d.h.,
00:27:55: ich nehme die normale Zeit, die ich brauche und dann schlage ich noch vierzig bis fünfzig Prozent drauf.
00:28:02: Das ist die Reserve, ja?
00:28:05: Die ich dann häufiger auch brauche.
00:28:07: Aber insofern bin ich in meiner Planung relativ realistisch, aber unter Hunderten von Autoren war ich der Einzige im Grunde, der das einigermaßen gut gemacht hat.
00:28:21: Insofern hat es natürlich was Beruhigendes oder wir kriegen eine andere Form von Verständnis wenn die merken dass doch Pünktlichkeit so außerordentlich schwierig ist.
00:28:32: Das ist lustig, dass du das erzählt hast weil mir ging's tatsächlich exakt genauso So meine Elektro-Rin.
00:28:41: Ich habe die mehrfach unter Druck, also es ist unabsichtlich unter Druck gesetzt dadurch dass ich das Manuskript rechtzeitig eingereicht hab weil sie dann vollkommen aus allen Wolken gefallen ist und gesagt hat er, ich habe mir dafür... ich habe gar keine Zeit jetzt gerade zu bearbeiten!
00:28:55: Ich habe damit erst in zwei Monaten gerechnet und da habe ich mir Zeit dafür reserviert nicht so hä?
00:29:00: Aber wir hatten auch ausgemacht sagen wir jetzt mal dreißigsten julie einreiche.
00:29:05: deswegen ist es jetzt auch hier dass ich meine ja aber kein niemand reicht das rechtzeitig ein.
00:29:13: Also genau geht mir ganz genauso.
00:29:16: und was du da machst, ist eben den sogenannten Planungsfehlschluss, den zu umgehen.
00:29:23: Das ist so an dem Begriff den es ein bisschen gibt aus der psychologischen Forschung ... der Versuch zu erklären, warum ist es so?
00:29:29: Dass das so viele Leute... dass die Mehrheit der Leute die Zeit, die sie für etwas braucht.
00:29:34: Absurd unterschätzt er!
00:29:36: Die Leute im Durchschnitt fünfzig Prozent länger brauchen für alle möglichen Arten von Aufgaben.
00:29:41: und da gibt's ein paar Erklärungen dafür.
00:29:44: Das sind Hypothesen natürlich und zwar als eine Hypothese also die Best Case Planung, dass die Leute generell im Kopf wenn sie etwas planen, so bisschen davon ausgehen, dass alles eben gut laufen wird.
00:29:54: Das was du nicht So eine zweite Erklärung ist, dass Sie nur den sogenannten Inside-View anstatt den Outside-View benutzen.
00:30:02: Der inside view ist ich überlege mir wie lange ich dafür brauche und der outside View wäre zu schauen... Ich gucke in meine Vergangenheit und gucke wie lange habe ich tatsächlich gebraucht für ähnliche Aufgaben?
00:30:17: Also genau das was du machst, was helfen kann das zum gehen?
00:30:22: Es gibt auch die Theorien, dass es einfach mit Selbstüberschätzung und Wunschdenken zu tun hat.
00:30:26: Es wäre halt schön wenn das so klappt und deswegen denke ich ist klappt so.
00:30:30: Und dann gibt's noch eine Erklärung von sozialen Motiven also dass es quasi im Arbeitsplatz zum Beispiel das einfach erwünscht ist optimistische Zeitpläne zu nennen weil es Leistungen vermittelt vermeintlich in dem Moment ja ich werde das in fünf Tagen schaffen klingt gut und deswegen sagen wir das so.
00:30:51: Diese Strategie funktioniert natürlich nur sehr kurzfristig, wenn wir dann jedes mal acht Tage dafür
00:30:55: brauchen.".
00:30:57: Und da ist ein bisschen ja das Problem... weil ich versuche generell, das merkst du auch im Gespräch oder in meinem Buch, ich versuch auf alle Perspektiven irgendwie mit ins Boot zu holen und auf die gleiche Ebene zu setzen.
00:31:12: also ich selten finde Dieses ist besser als das andere.
00:31:18: häufig finde ich kann man die Sachen eher betrachten, alles hat seine Vor- und Nachteile so von allem profitiert man auf irgendeine Art.
00:31:25: Aber ich muss zugeben bei dem Thema habe ich ehrlicherweise eine ähnliche Einstellung wie du dass ich glaube realistisch zu planen Ist jetzt nicht nur für das tatsächliche Ergebnis besser weil des Ergebnisses ja vielleicht dasselbe isst.
00:31:41: Du plantest schon mehr Zeit ein Ja Die Andere Person hätte weniger eingeplant und hätte dann tatsächlich genauso lange gebraucht wie du, du planst diesen Puffer halt schon ein.
00:31:51: Also im Ergebnis ist es vielleicht sogar dasselbe im Arbeitsergebnis.
00:31:55: aber innen bei uns, wie wir uns damit fühlen, ist es ein extremer Unterschied.
00:32:00: also wenn Du planst ich brauche drei Monate um das zu schreiben Und dann hast Du's nach zweieinhalb fertig Dann fühlst Du Dich gut Da musst Du zufrieden Du bist so glücklich Stolz vielleicht sogar.
00:32:12: Wenn jetzt jemand anders sagt Ja das schaffe ich in zwei Monaten Und dann braucht er zweieinhalb.
00:32:19: Dann ist der unzufrieden, unglücklich, schämt sich vielleicht sogar, ärgert sich und das ist der entscheidende Unterschied.
00:32:26: also da würde ich tatsächlich dafür plädieren gerade weil es die Mehrheit der Menschen betrifft so unrealistisch zu planen dass es für uns selber sehr nützlich sein kann eine Art innere Verbindlichkeit aufzubauen Also realistischer zu planern Weil wir kennen das ja im Umgang mit Freunden Mit Kollegen, mit Kolleginnen.
00:32:46: Wenn da jemand ist der immer, der Woche für Woche sagt ja, am Mittwoch ist es fertig und jedes Mal ist es Donnerstag oder Freitag.
00:32:55: unsere Einstellung zu dieser Person verschiebt sich.
00:32:58: Wir nehmen sie weniger ernst.
00:33:00: Es hinterlässt einen pitteren Nachgeschmack.
00:33:03: wir mögen das nicht.
00:33:05: Und dasselbe passiert halt mit unserer Einstellung.
00:33:07: selbst wenn wir so unrealistisch planen und uns jedes mal sagen am mittwoch tue ich das und es aber nie gelingt Am Samstag mache ich all jenes und das passt nie.
00:33:16: Dieser bittere Beigeschmack, diese Verschiebung der Bewertung passiert auch mit uns selber.
00:33:20: Wir nehmen uns selbst nicht mehr ernst und ja, distanzieren uns von uns erst.
00:33:26: Das wäre ein Plädoyer für eine gute realistische Planung.
00:33:32: und ich merke wenn ich zum Beispiel wichtige Reisen habe wo ich den Zug erreichen muss dann mache ich eines dass ich überlege was wäre wenn einer S-Bahn ausfällt?
00:33:44: Und was wäre, wenn ich mit dem Fahrrad hinfahre?
00:33:46: Wenn ich dann noch einen Platten habe.
00:33:48: Ja und die Zeit wird draufgeschlagen und das bewirkt, wenn nicht zusammen mit meiner Frau ein Urlaub fahre dass wir beide dann zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten vorher im Allgemeinen auf einem Bahnsteig stehen uns immer die fragen Was machen wir hier?
00:34:05: ja warum sind wir so früh da?
00:34:08: aber Ich finde es so unendlich entspannend dass ich alle Eventualitäten, quasi die Einplane und selbst wenn irgendwas schief geht habe ich immer noch genügend Zeit dann den Zug zu erreichen.
00:34:20: Aber offenbar bin ich in meiner Zeitplanung eher sagen mal ein Pessimist oder einen realistischer Planer der die ganzen Eventualität mit einberechnet?
00:34:33: Ja es ist nicht nur das würde ich sagen.
00:34:36: es ist Weil wenn es so einfach wäre, würden sie alle machen.
00:34:44: Also ich finde ist, wenn man uns jetzt zuhört klingt banal.
00:34:47: also das klingt einfach so ja planen wir einfach mehr zeit ein Warum passiert es dann trotzdem nicht?
00:34:54: weil mehr dahinter steckt weil's eigentlich bedeutet dass wir eine kränkung vorweg nehmen.
00:35:02: Ja also wenn ich mir ganz viel wenn die es ist jetzt Donnerstag ist heute Wenn ich mich bis wochenende ganz ganz viel vornehme Ja, dann klingt es erstmal gut.
00:35:11: Dann bin ich erst mal glücklich über all die Sachen... ...die ich da endlich in Angriff nehmen werde.
00:35:15: Also das Gefühl ist erstmal ein Positives!
00:35:17: Es stützt vielleicht meinen Selbstwert.
00:35:21: Dieses Wochenende werde ich endlich Sport machen.
00:35:22: Diesen Wochenende hänge ich endlich die Bilder auf so ja?
00:35:25: Als gibt mir ein gutes Gefühl.
00:35:27: Dann kommt das Wochenende Ich schaffe nur die Hälfte... ...dann bricht dieses Selbstwert wieder ein und ist schwach und es brüchig Und ich mach mir Selbstvorwürfe und am Montag oder am Dienstag bin ich unzufrieden mit mir.
00:35:39: Dann ist wieder Mittwoch, dann ist wieder Donnerstag.
00:35:41: Aus dieser Unzufriedenheit heraus muss ich irgendwie bekämpfen und bearbeiten.
00:35:45: Nehme ich mir wieder ganz viel vor!
00:35:47: Das fühlt sich wieder kurzzeitig gut an.
00:35:50: Und die Kränkung kommt erst am Wochenende.
00:35:52: Und das ist der Kreislauf.
00:35:53: Und was du eben schon machst und was ich auch versuche zu machen, um für dich plädiere... ...ist die kränkung vorwegzunehmen.
00:36:00: also Dafür muss ich schon eine gewisse Sicherheit haben, dass es so die guckst.
00:36:04: Deswegen kann das nicht jeder machen!
00:36:05: Ich muss einen gewissen Selbstwert ein bisschen selbstbewusst sein und eine gewisses Friedenheit mit mir haben um zu sagen ja an diesem Samstag da werde ich das alles nicht schaffen und das ist okay.
00:36:17: Das ist zu viel.
00:36:19: Ich nehme nur die Hälfte vor und das reicht mir.
00:36:22: Ich muss mich nicht vornehmen das alles zu erledigen sondern ich bin zufrieden.
00:36:26: Ich bin ok wenn ich diese eine Sache schaffe Und dann habe ich ein bisschen der Kränkung quasi jetzt schon vorweggenommen.
00:36:32: Ja, ich bin jemand, der nicht all das schafft!
00:36:35: Ich schaffe nur diese eine Sache und dann aber am Samstag kommt die Belohnung.
00:36:40: Dann schaffe ich diese eine Sachen und hab sogar noch ein paar Stunden Zeit und lege sogar noch was Zweitens hinterher.
00:36:46: Das ist glaube ich das Entscheidende uns Wichtige, dass dieser realistische Plan oder diese pessimistische Planu die er fordert, dass wir uns jetzt schon... ehrlich ins Gesicht sehen und sagen, ja was ist eigentlich wirklich möglich?
00:37:00: Weniger als das, was ich mir wünschen würde.
00:37:04: Jetzt bekommt ja das Gespräch zwischen uns beiden an die Analyse doch einen größeren man könnte sagen Tiefgang in dem man sieht.
00:37:16: oder.
00:37:16: man muss ja eine Frage stellen bei vielen Menschen ist es so dass wir immer wieder das ewig gleiche machen das heißt die tatsache falsch einschätzen.
00:37:26: im Grunde passiert immer wieder, so dass man sagen kann die Betreffenden ziehen eigentlich daraus wenig Konsequenzen.
00:37:36: und wenn du sagst das hängt auch mit dem Selbstwertgefühl zusammen dann wird daraus wirklich eine vernünftige Erklärung.
00:37:46: Dann sieht man was fehlt dort.
00:37:48: also müsste man Menschen denen das immer wieder passiert die richtige Kränkung gleich an den Anfang setzen, sondern die Kränkung kommt dann immer zu spät.
00:37:59: Den muss man eigentlich sagen ihr müsst dann euren Selbstwertgefühl arbeiten?
00:38:04: Ja also das wäre halt eine indirekte Lösung war sie, die ich sogar als wichtigere finden würde.
00:38:10: Daher so kommt man vom Thema zu späten kommen eben auf die tiefere, richtigere Themen zu sagen ja vielleicht wenn wir es schaffen am selbstwert auf andere Art und Weise meine ich noch zu arbeiten Dann können wir uns besser eingestehen wo eigentlich unsere Grenzen sind.
00:38:22: Aber auch, dass zu spät kommen selbst kann eben Arbeit am Selbstwert sein.
00:38:27: Weil das Problem dieses Muster, was du beschrieben hast, das ist gelteselbe wie wir es von vielen anderen Sachen aus unserer Arbeit kennen, Wolfgang.
00:38:34: Also wenn die Konsequenz verspätet ist ja die negative also wenn wir kurzfristig was Positives bekommen und dann erst später das Negative.
00:38:42: Das ist das selbe Problem, was wir bei Suchtproblematiken haben.
00:38:45: also ja?
00:38:46: Natürlich ist es dann am Abend für die Person schön wenn sie den Alkohol trinkt und dadurch besser einschläft.
00:38:53: Dass dadurch der Schlaf dann selber viel weniger erholsam ist dass ihr dann achtzehnmal aufwacht nicht mehr einschlafen kann.
00:39:00: Die Konsequenz ist halt erst verspätet Und deswegen braucht sie am nächsten Abend wieder den nächsten Schluck um einschlawen zu können.
00:39:06: Also sowas zu durchbrechen das erfordert halt Ja, einen sehr großen Willen und auch Unterstützung.
00:39:14: Aber vor allem die Einsicht dessen was passiert da überhaupt?
00:39:17: Also wir müssen erst mal diesen Kreislauf verstehen und ich glaube wenn es zu spät kommt ist das genauso Und hoffe deswegen dass durch unser Gespräch sich vielleicht jemand wieder erkennt darin und merkt okay wenn ich mir wieder so viel vorn nehme Das ist kein Zufall sondern weil ich irgendwie den Druckverspüre besser zu sein, den Druck verspüre jemand leistungsfähigeres sein zu müssen als ich das Gefühl habe Und das ist der Weg darin, aber paradoxerweise darin liegt dass wir uns von Beginn an schon weniger vornehmen und dann positive Erfahrungen haben anstatt Enttäuschungen.
00:39:50: Diese positiven Erfahrungen machen es uns dann leichter beim nächsten Mal auch wieder realistischer zu planen.
00:40:00: Das finde ich wunderbar nachvollziehbar.
00:40:03: und sagen mal das Positive an deinem Buch war, dass es wenig oder nicht moralisch ist Dass man das Gefühl hat, dass die moralische Kategorie rausfällt.
00:40:15: Und du hast am Anfang eine Kapitelüberschrift und Pünktlichkeit ist keine Charaktersache.
00:40:26: Bei dem Familienhintergrund den ich persönlich habe, habe ich bei dieser Überschrift etwas gestutzt und habe mir vorgenommen mit dir einmal zu reden um von dir zu lernen Weil ich doch häufiger in meinem Leben das Gefühl hatte, da hängt auch was mit dem Charakter zusammen.
00:40:54: Wobei man sagen muss, man müsste jetzt definieren, was ist eigentlich Charakter?
00:40:58: Damit es nicht so negativ wird... Ich habe dann aber eines gemacht, ich hab schlicht und ergreifend gedacht, fragt doch mal KI!
00:41:07: Also
00:41:07: guck das einfach mal ein.
00:41:10: dann mir geantwortet, habe KI gefragt.
00:41:12: Sag mal ist Unpünktlichkeit Charaktersache?
00:41:15: Daraufhin hat KI mir geantwortet.
00:41:18: Unpündlichkeit ist selten nur ein Zeichen von mangelndem Respekt sondern es ist ein Verharren das tief in der eigenen Persönlichkeit verankert ist und er sei vor allem einen Bewältigungsmechanismus für verdrängte Konflikte vor allem aus der Kindheit eine Rebellion gegen Kontrollverlust.
00:41:39: Und da hab ich gedacht Das ist natürlich spannend.
00:41:43: Ich hatte mal eine Patientin, die immer bei allen Sachen sehr massiv also Stunden wirklich zu spät kamen.
00:41:51: das war sehr schwierig und sie hat mir erzählt dass ihr ein Vater hatte der sehr bestimmend war und sie kam gegen diesen Vater nicht an.
00:42:01: und die einzige Möglichkeit den in Schacht zu halten und das Gefühl mal zu haben ich bin dem zumindest Mal gleichwertig, oder ich habe auch eine gewisse Überlegenheit war im Grunde in der Kindheit Unpünktlichkeit.
00:42:15: Und das Dumme ist quasi dass sie etwas was man auch verstehen kann also was in der kindheit sicherlich wichtig war zum aufbau der eigenen identität.
00:42:25: Das hat sich aber im leben fortgesetzt und hat den gesamten freundlichen kollegenkreis Den Sie hatte mehr oder minder verärgert.
00:42:34: und deshalb ist die frage für mich Mir ist klar, eine solche Aussage-Unpünktlichkeit ist Charaktersache.
00:42:44: Das hat wirklich so den Geruch von sehr viel Moralität.
00:42:48: aber die Frage ist kann es sein dass Unpünklichkeit auch in der Kindheit entstanden ist und ein sehr prägendes Muster war?
00:42:58: Und sich dann im Grunde durchs Leben zieht wo man fast sagen kann Der betreffende bräuchte eigentlich eine Therapie um das einmal zu bewerkstelligen.
00:43:11: Also, das waren jetzt mehrere Sachen auf einmal die ich ein bisschen abarbeiten will nacheinander.
00:43:16: Also erst mal hast du KI reingebracht, das finde ich witzig.
00:43:20: Eine gute Idee aber auch bezeichnend ist die KI dass so kausal dargestellt hat als gäbe es nur eine einzige Begründung.
00:43:31: also da das war jetzt gerade für mich auch sehr lehrreich warum ich mich auch nicht auf KI verlassen kann und sollte.
00:43:39: Weil genau diese These hatten wir ja anfangs besprochen, die Macht auszugleichen.
00:43:43: Wir haben es auf eine Beziehung gemünzt wenn in der Beziehungen macht Hierarchie da ist dass die andere Person sie ausgleichen kann.
00:43:49: Jetzt hast du ein Beispiel genommen wo das eins zu eins genauso gegolten hat In der Ehreziehung also da ist natürliches Elternteil in der Machtposition Da hat dann das Kind diese punktuell hier und dadurch Wumpunklichkeit mal für einen Moment umdrehen können.
00:44:05: Naja und die KI hat daraus die einzige Erklärung für Umpunktlichkeit gemacht.
00:44:11: Also ja, Vorsicht dabei!
00:44:13: Aber was jetzt dein Punkt gewesen ist also ob dann die Umpunktigkeit tatsächlich auch wir sagen können das ist ein Teil des Charakters.
00:44:23: Ja da würde ich vielleicht... Ich denke jetzt laut nach, ich gehe jetzt quasi deinen Gedanken mit und würde sagen es kann schon einen kann man ein Symptom oder eine Art und Weise sein, meinetwegen wie sich der Charakter ausdrückt.
00:44:35: Weil wir haben ihn jetzt nicht definiert.
00:44:37: aber wenn der Charaktor sich so zeigt in den Strategien die quasi von Kindheit an sich gebildet haben und dann bis ins Wachstum halt noch zählen, ja dann ist Beumpünglichkeit hier nicht mehr situativ und im Job vielleicht nicht und dort dann schon sondern das scheint dann so tief drin zu sein dass ich meine wegen mitgehe zu sagen, ja es ist ein Ausdruck des Charakters.
00:45:01: Aber damit ist es ja nur nicht getan und nicht beendet weil wie du es jetzt selber gesagt hast war das hier eine Strategie so eine Strategien die mal hilfreich waren dann leider generalisiert worden ist und das ist ja der Kern unserer Arbeit diese Strategien zu erweitern Ich sage immer zu erweiten.
00:45:17: also nach meiner Erfahrung auch nach dem was wir aus der Neurobiologie wissen ist das Gehirn Unsere Psyche ist nicht etwas, wo man besonders leicht Dinge löschen kann.
00:45:29: Also ja ich sage mal als Beispiel sag ich, ich kann dir jetzt die Zahl von zwanzig nennen und wenn ich jetzt unbedingt möchte, dass du sie vergisst was soll ich tun?
00:45:38: Also mir fällt nichts ein wie ich sie lösche könnte aus deinem Kopf aber was durchaus geht es noch zu sagen also etwas hinzuzufügen.
00:45:47: deswegen bei solchen Strategien die Art und Weise wie ich damit versuche zu arbeiten ist sie durch weitere Optionen zu ergänzen und schauen was gibt's denn für andere Optionen?
00:45:56: ja, Hierarchien auszugleichen wenn sie denn ungerecht sind.
00:46:00: Wenn ich dann darunter leide was gibt es denn für andere Situation wo's vielleicht gar nicht?
00:46:04: so ist das eine Hierarchie des Problemes und deswegen ist diese alte Strategie gar nicht mehr notwendig.
00:46:11: Ja also Deswegen zweiteilige Antwort auf deine Frage oder die These.
00:46:17: Ich gehe mit dass man vielleicht sagen kann bei manche Leuten ist es so tief drin Dass es quasi Ausdruck des Charakters Und würde aber trotzdem noch dazu sagen, damit ist noch nicht das Ende des Liedes so.
00:46:28: Also auch da kann man noch Dinge hinzufügen und Dinge ergänzen.
00:46:33: So dass es nicht der einzige Ausdruck des Charakters sein muss.
00:46:38: Das finde ich gut nachvollziehbar.
00:46:42: Wobei glaube die Schwierigkeit besteht wenn jemand als Kind durch eine Unpünktlichkeit das Gefühl einer gewissen eines Machtausgleichs erworben hat Denn ist es, glaube ich, verhängnisvoll.
00:46:55: Weil er ja eine Macht dort empfunden hat in dem er etwas nicht tat.
00:47:03: und alle anderen Dinge im Leben die meine Persönlichkeit erweitern wo ich das Gefühl habe von Stärke, erfordern normalerweise dass ich mich anstrengen, dass sie mich bemühe, dass sich mit unterscheidere also erfordert doch einen relativ hohen Aufwand ist natürlich Unmöglichkeit etwas Verhängnisvolles, weil jemand dort erlernt hat.
00:47:25: Wenn ich nicht tue dann kann ich den anderen quasi begrenzen.
00:47:31: also es ist es ist etwas quasi wo man in Berlin würde man ganz frech sagen Ich kriege etwas auf eine billige Art und Weise ein Gefühl was ich sonst bei anderen Dingen im Grunde mir schwer arbeiten muss Ist es manchmal schwierig auf andere Muster zu kommen, weil die Unpünktlichkeit ja so einfach ist?
00:47:55: Du hast vollkommen recht.
00:47:57: Also da gehe ich komplett mit.
00:47:59: Dass das immer ein Problem wenn eine Lösung zu leicht ist, wenn ein Mittel zu schnell wirkt dann andere Sachen daneben aufzubauen.
00:48:09: Ich habe jetzt so überredet dass es so funktioniert und dass wir quasi das Ziel haben in der Psychotherapie neue Optionen aufzumachen.
00:48:17: In der Klinik, in der ich arbeite, da sind die Leute zu so einem drei-vier Wochen Aufenthalt wegen psychosomatischen Beschwerden.
00:48:24: Also sie sind dann nicht aus Suchtproblematik oder so.
00:48:27: Trotzdem bestehen wir in der Klingel darauf, dass sie abstinent sind also, dass Sie während dem Klinikum aufenthalten keinen Alkohol trinken und auch keine anderen Drogen nehmen.
00:48:36: Und da sind Patienten manchmal sehr irritiert darüber, die dann sagen, hey warum?
00:48:42: Ich bin nicht wegen Alkool hier, ich habe kein Problem mit Alkohl!
00:48:44: Ich trinke halt am Abend ein Glas Wein und das entspannt mich.
00:48:48: Und dann erkläre ich Ihnen, genau das ist das Problem.
00:48:51: Wir in der Klinik, wir versuchen mit Ihnen neue Techniken aufzubauen wie zum Beispiel Proxie-Musklen-Spannung oder andere Sachen die Ihnen dabei helfen sollen mit Stress umzugehen, mit Anspannung umzugehnen und Emotionen umzugehn.
00:49:04: Diese Techniken wenn Sie sie neu erlernen werden nicht sofort super gut funktionieren.
00:49:08: Die werden anstrengend sein, die werden ein bisschen funktionieren.
00:49:11: Wenn sich es dann oft genug machen wenn sie motiviert bleiben, wenn sie dranbleiben Dann nützen die was.
00:49:15: Wenn ich Ihnen jetzt am Vormittag so eine Technik zeige und hoffe, dass Sie im Abend die nochmal machen.
00:49:20: Und dann gehen sie nach Hause... ...und dann hat Ihr Hirn, Ihre Psyche auch die Option ein Glas Wein zu trinken,... ...was dann sehr verlässlich wirkt!
00:49:29: Was glauben Sie?
00:49:30: wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?
00:49:30: Ist hier tatsächlich diese anstrengende Technik überhaupt
00:49:32: ausprobieren?!
00:49:34: Und genau das ist das Problem also der Punkt.
00:49:36: Das ist bisschen was anderes.
00:49:37: aber ich musste da gerade daran denken es ist sehr verhängnisvoll wenn das was uns erleichtert verschafft so einfach zu erreichen ist, weil es dann unwahrscheinlich wird dass wir auch die anstrengenden Wege gehen und was dabei helfen kann.
00:49:53: Also jetzt bei uns in der Klinik ist das halt eine Vereinbarung also eine Absinenzvereinbarung aber eben mit einer Aufklärung.
00:50:02: ich sage nicht einfach nur sie dürfen keinen meintrinken weil das die Regel soll.
00:50:05: Ich versuche zu erklären warum.
00:50:07: Psycho-Education der Unterschied von Compliance und Adherance.
00:50:12: Also ich mach was, weil irgendwie der Behandelnde sagt es oder ich mache etwas, weil ich verstehe das es Sinn macht.
00:50:18: Und um zum Beispiel zurückzukommen vom zu spät kommen... Ich glaube was jetzt mein Impuls wäre wie ich versuchen würde zu motivieren oder da zu arbeiten, wäre dann gar nicht so sehr auf die Vorzüge der Hündlichkeit einzugehen.
00:50:33: Das würde ich auch machen.
00:50:34: also was habe ich davon wenn ich was neues aufbaue?
00:50:36: sondern auch den Leinstruck oder die Kosten dieser alten Strategie, die spürbar zu machen.
00:50:44: Also mit der Patientin zu erarbeiten weil die ist ja aus dem Grund da.
00:50:47: Die ist ja nicht einfach so da zur Freude bei der läuft ja nicht alles gut.
00:50:51: Diese Strategie scheint auch Nachteile zu haben und weil sie ebenso verzögert kommen... ...die mal mit in den Raum zu nehmen und die spüber zu machen und in Verbindung zu bringen.. Mit dem eigentlichem Verhalten zu sagen schauen Sie das ist vielleicht in dem Moment befriedigend und gut Aber das alles passiert danach.
00:51:09: Das sind die Kosten für ihre Beziehungen zu anderen Menschen, das sind die Kosten für ihr Berufsleben, das ist die Kosten fürs Familiensystem.
00:51:18: also diese Kosten auch spürbar, diese Schmerzen spürberzumachen um daraus die Motivation zu erarbeiten.
00:51:26: okay ich gehe einen anstrengenden Weg um all das nicht mehr haben zu müssen.
00:51:36: Das ist nachvollziehbar.
00:51:38: Du zeigst dem Betreffenden, welchen Preis er für sein Verhalten zahlt und wenn man das mal im übertragenen Sinne sagen kann dann hat Unpöglichkeit in der Kindheit fast eine ähnliche Funktion wie eine Droge wo ich quasi relativ schnell und relativ leicht.
00:51:56: das verwöhnt mich.
00:51:58: Ich bin gar nicht mehr ... in der Lage, mich anzustrengen quasi... ... weil ich gewohnt bin auf eine einfache Weise ... ... irgendein Ziel zu erreichen.
00:52:08: und das ist so ein ... wir sagen immer Hängematten Effekt.
00:52:15: Es hat eine verhängnisvolle Auswirkung,... ... dass der Betreffende gar nicht mehr genau weiß wie wichtig es ist im Leben sich anzustrennen... ... und auf gewisse Dinge zu verzichten.
00:52:25: Absolut!
00:52:25: Genau kann ich nur unterschreiben?
00:52:33: Ich habe als ich das Ganze ... gelesen habe bei dir, einmal geguckt wie ich im Leben selber eigentlich damit umgegangen bin.
00:52:41: und das Interessante ist... Ich unterscheide für mich im Freundeskreis zwischen verschiedenen Formen von Unpünktlichkeit.
00:52:50: Es gibt so eine Unmöglichkeit die alles was unterhalb von zehn Minuten liegt da bin ich relativ gelassen.
00:52:59: Manchmal auch wenn man sich verabredet Viertelstunde das kann passieren dass jemand im Stau stecken bleibt, so.
00:53:07: Alles was darüber hinausgeht da werde ich dann langsam etwas unruhig.
00:53:11: aber das Interessante ist, dass ich mit einer Frau verheiratet bin die exakt die gleiche Auffassung hat von Pünktlichkeit wie ich.
00:53:20: Das heißt wenn wir verabredet sind und sie kommt möglicherweise ein bisschen zu spät Dann kriege ich rechtzeitig eine Nachricht von ihr auf Sandy.
00:53:30: pardon komme eventuell fünf Minuten später.
00:53:35: Und ich finde das außerordentlich beruhigend, dass jemand einen so hohen Grad an Verbindlichkeit im Leben hat, da ist jemand der lässt sich ein bisschen warten im Grunde aber ich weiß sie kommt dann möglicherweise fünf Minuten oder zehn Minuten bis später und das gleiche ist natürlich bei der Bewältigung von Aufgaben.
00:54:02: Ich arbeite was die Bücher anbetrifft, meine Frau macht die Cover und liest viel Korrektur.
00:54:09: Und ich weiß wenn ich irgendwelche Dinge habe und ich gebe ihr Vormittag das rüber und sie sagt nachmittags um sechzehn Uhr ist es fertig dann weiß sich um sehzen Uhr liegt das auf meinem Schreibtisch.
00:54:21: also diese Form von Verbindlichkeit ist etwas was ich außerordentlich im Grunde schätze Und ich könnte mir einen Zusammenleben mit jemandem anderen überhaupt nicht vorstellen.
00:54:34: Ich wollte fragen, sagt das doch nicht so?
00:54:37: Also du bist der Experte von uns beiden in Bezug auf die Liebe und auf Beziehungen.
00:54:41: Du hast viel darüber geschrieben was ich auch gerne gelesen habe.
00:54:46: Was du weißt, was ich weiß oder sagen muss an diesem Punkt ist dass ihr da einfach Wahnsinniges Glück habt!
00:54:53: Das ist nicht so häufig, dass man da so ähnlich in Beziehungen ist.
00:54:58: Weil das nicht wie eine Partner-Partnerin auswählen, das weißt du und ich kann dir nur gratulieren und sagen genießt es!
00:55:14: Wir haben ja jetzt viel über die Unmöglichkeit, auch über die verschiedenen Möglichkeiten, die man hat gesprochen.
00:55:25: Könntest du noch einmal etwas zusammenfassen, wenn jetzt jemand im Grunde zu dir kommt und sagt im Grund das er ständig Grunde unpünktlich ist.
00:55:37: Wie wurdest du jetzt in der Therapie?
00:55:40: Anfang?
00:55:40: hast Du dort so eine gewisse Stufenfolge oder hast Du bestimmte Ideen was Du dann mit dem Betreffenden oder was Du ihn fragen würdest wie Du davor gehst?
00:55:51: ja also Ehrlicherweise, ich will jetzt nicht den Umfang dieses Interviews sprengen.
00:55:56: Aber ehrlicher Weise wäre ich ein bisschen skeptisch ob wirklich nur die Unpünktlichkeit das Problem ist.
00:56:01: Also ehrlicherweise würde ich schauen was noch mehr dahinter steckt.
00:56:04: aber beschränken wir uns mal auf die Unpunktlichkeit.
00:56:06: also sagen wir dass es das woran ich mit der Person arbeiten soll dann bin ich immer erstmal meinen Verständnis zu schauen.
00:56:16: okay verstehen wir erst mal, was das Problem überhaupt ist.
00:56:19: Also wie ist die Person überhaupt dahin gekommen?
00:56:21: Wir haben ja jetzt ganz viel darüber geredet, dass es so viele unterschiedliche Erklärungen für Unpünktlichkeit gibt.
00:56:26: Die würde ich besprechen!
00:56:27: Die würde sich erstmal gucken, wo und was ist es eigentlich bei Ihnen?
00:56:32: Ist eine der Kontextfaktoren kulturelle Unterschiede?
00:56:36: Ist es eine Frage von Angst, von Macht oder von Wut vielleicht, die sich in Unpümpligkeit äußert?
00:56:41: Oder ist es tatsächlich einfach die Planungsfrage?
00:56:45: oder was vielleicht auch sein kann, ist es... Mai steckt ein ADS-Syndrom auch dahinter.
00:56:51: Ich meine das haben wir jetzt nicht groß erwähnt.
00:56:53: aber das kann natürlich auch eine große Rolle dabei spielen.
00:56:57: und jetzt sage ich mal in den meisten Fällen wenn wir davon ausgehen es hat etwas mit der Planung zu tun dann würde ich da erstmal Verständnis schaffen und darüber aufklären dass die Personen definitiv nicht alleine damit ist.
00:57:10: Das finde ich erst mal oft erleichternd, also zu verstehen die allermeisten Leute tun sich damit sehr schwer und es gibt Gründe dafür.
00:57:17: Und dann wäre mein Hauptziel... Also wenn die Person wirklich bei mir ist um die Pünktlichkeit verbessern okay?
00:57:24: Dann wäre mein hauptanliegen, mein haupziel nicht wie kann ich mehr erledigen oder schaffen sondern wie plane ich besser?
00:57:33: Da eben das was wir besprochen haben selbstbewusst pessimistisch zu planen.
00:57:40: So quasi das Selbstbewusstsein, den Selbstwert aufzubauen indem ich mir weniger vornehme und dass aber tatsächlich erreiche.
00:57:49: Und wenn das oft genug passiert ist... Wenn ich achtzig Prozent der Sachen die ich mir vornehme schaffe, wenn ich achtzehn Prozent der Verabredungen die ich habe einhalte erst dann wieder zu sagen okay?
00:58:01: Jetzt können wir meine Trink drüber nachdecken jetzt können meinetwegen plan wie sie auch wieder mehr hinkriegen.
00:58:09: Du hast ja gerade gesagt, dass sei schwierig.
00:58:11: wenn man bei einem solchen Thema müsste man eigentlich noch fragen was es sonst noch nicht und das sprengt dann die Grenzen hier unseres Gespräches.
00:58:20: Mir ging es beim Lesen so, dass ich zum einen das Gefühl hatte Ich fand das sehr schön, dass du sehr pragmatisch immer wieder Lösungsansätze bringst wie man Dinge verändern kann Und zum anderen hat mich aber dein Buch zum Nachdenken gebracht kommt von dem Thema Pünktlichkeit auf viele, viele andere Themen im Leben und wird regelrecht angeregt.
00:58:46: Und ich komme wie gesagt aus einer Kaufmannsfamilie wo die Pünklichkeit man kann sagen überirdisch wichtig war.
00:58:56: und mir ist dann aber klar geworden das lag auch daran dass man in dem Krieg und vor allem an der Weltwirtschaftskrise eigentlich alles in der Familie verloren hat.
00:59:07: Also eine Familie, wo viel an Reichtum verloren ging und dann natürlich im Grunde auch das Betrauen von Menschen die im Krieg gestorben sind.
00:59:19: Man kann sagen eine Familie mit einer ganz schwierigen Biografie und das einzige worauf man nachher wirklich stolz war, das war die Pünktlichkeit.
00:59:28: also man hatte wenig aber man hatte so das Gefühl man konnte immer noch auf andere etwas runter gucken indem man sagen konnte naja Wir sind relativ verarmt, aber was wir haben ist noch die Pünktlichkeit.
00:59:42: Und insofern hat mich das Lesen und die Beschäftigung mit diesem Thema doch dazu gebracht einmal solche Dinge in einen größeren Zusammenhang zu stellen und ein wenig gelassener zu werden etwas toleranter zu werden bei dieser Thematik.
01:00:02: Deshalb danke ich dir im Grunde für das lesen für das Gespräch.
01:00:09: Das hat mich außerordentlich
01:00:10: angeregt.".
01:00:11: Kiva Wolfgang, das war das größte Kompliment, was du mir machen konntest!
01:00:16: Vielen vielen Dank dafür dass du das gesagt hast.
01:00:18: also ja zum Denken, zum Reflektieren, zum Weiterdenken anregen.
01:00:23: Das ist natürlich das größtes Ziel bei mir, bei diesem Buch gewesen.
01:00:26: und selbst bei dir, bei jemandem der schon so vieles gedacht hat sag ich jetzt mal, da schon so vieles gewälzt und hinterfragt.
01:00:33: Und überlegt hat dass sich selbst da noch Impulse geben konnte etwas im neuen Licht zu sehen das ist wirklich genau der werde ich jetzt ganz verlegen und ganz demütig.
01:00:45: vielen vielen Dank dafür.
01:00:46: und Wolfgang ja vielen dank für das Gespräch jetzt auch also mir jetzt auch echt sehr großen Spaß gemacht gerade und vielleicht finden wir auch nochmal was neuer Themen und unterhalten uns weiter.
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