Kümmere Dich gut um Dich selbst ...

Shownotes

So kannst du lernen, liebevoller mit Dir selbst umzugehen. Dann bist du in der Lage, Dich auch in Zeiten der Schwäche gut zu behandeln. Auch bei einer gefühlten Unzulänglichkeit wirst du so mit Dir umgehen wie mit einem guten Freund, Dieser liebevolle Umgang mit sich selbst ist die Basis des Lebensglücks. Sie beruht auf der Erkenntnis, dass Schwächen, dass Fehler und auch das Leid im Leben dazugehören.

Dr. Christine Brähler ist Psychologische Psychotherapeutin, Clinical Psychologist und eine international bekannte Dozentin für Selbstmitgefühl.
Seit mehr als 20 Jahren ermöglicht sie die Verwandlung von emotionalem Schmerz in Wachstum, Weisheit, Freude und eine tiefere Liebe. Sie integriert evidenz-basierte Psychologie, Bindungstheorie, Selbstmitgefühl und Internal Family Systems Therapy (IFS).
Buchempfehlung:
Selbstmitgefühl entwickeln: Liebevoller werden mit sich selbst (

Mit ihrem vierten Buch Lass die Liebe rein hilft sie Dir, Deine Liebesbeziehung zu revolutionieren.

Transkript anzeigen

00:00:04: Hallo meine Damen und Herren, hier ist der Podcast Seelenrätsel.

00:00:09: Mein Name ist Dr.

00:00:11: Wolfgang Krüger.

00:00:12: Ich möchte Ihnen helfen dass Sie Probleme verstehen und bewältigen können um zufriedener und glücklicher zu werden.

00:00:20: Einmal in der Woche werde ich selbst auf Lebensprobleme eingehen Und ich werde Beiträge ausstrahlen indem nicht andere Experten interviewen.

00:00:38: Hallo meine Damen und Herren, wir wollen uns heute mit dem Thema Selbstmitgefühl beschäftigen.

00:00:44: Ein Thema was in den letzten Jahren sehr an Bedeutung gewonnen hat.

00:00:48: Als ich vor vierzig Jahre studiert habe gab es andere Themen die im Vordergrund standen.

00:00:54: Wir haben uns gefragt wie können wir Liebesfähigkeit entwickeln?

00:00:57: Wir haben dann Erich Fromm gelesen Die Kunst des Lebens oder Wie können wir Freundschaftsfähigkeiten entwickeln?

00:01:04: also Es ging sehr stark um die Entfaltung von Sozialkompetenz.

00:01:09: Und dann haben wir aber sehr bald natürlich gesehen, wenn ich wirklich auf andere Menschen besser zugehen soll oder sie lieben soll, dann muss ich zunächst einmal bei mir anfangen.

00:01:19: Es geht ja um eine innere Stabilität, die Ich habe.

00:01:23: es geht um ein Lebensmut den ich habe um Lebensfreude und Dann gab es dann Begriffe wie Selbstliebe oder später wie selbst mitgefühlen.

00:01:32: Und ich habe mich aber häufig, wenn ich darüber gelesen habe gefragt was ist denn das konkret und wie kann ich das um Himmels Willen auch erreichen.

00:01:41: Dann hab' ich vor einiger Zeit einen Buchtitel gesehen lasst die Liebe rein!

00:01:47: Wie selbstliebe deine Beziehung revolutioniert.

00:01:52: Das hat mich dann wirklich interessiert.

00:01:54: also wie kann eine Revolution in einer Beziehungsgrund beginnen indem ich mich selber im Grunde verändere, was die Selbstliebe anbetrifft.

00:02:04: Ein Buch von Christine Brehler und ich will Sie einmal vorstellen weil wir heute auch darüber reden werden.

00:02:13: Christine Brehrer ist psychologische Psychotherapeutin also eine Kollegin und eine international bekannte Expertin man kann sagen eigentlich die Experten und die Dozenten für selbst Mitgefühl hier in Deutschland.

00:02:28: Schönen guten Tag!

00:02:34: Ich will einmal beginnen mit der Frage, wie bist du auf das Thema selbst mitgefühlt gekommen?

00:02:42: Es ist ja ein Thema was dich beruflich in einer vielfachen Weise ausfüllt wo du sehr viel gemacht hast, geforscht hast, Programme entwickelt hast.

00:02:52: Man kann sagen es ist etwas was dein Leben, dein berufliches Leben in einer starken Weise aushütten prägt.

00:02:59: Wie kommt man zu einem solchen Thema?

00:03:03: Erstmal bin ich dazu gekommen, als es das noch nicht offiziell gab.

00:03:06: Wahrscheinlich inoffiziell schon und zwar war das mein eigener Leidensmoment während ich die Ausbildung gemacht habe zur klinischen Psychologin in Schottland.

00:03:16: Es kennt vielleicht wenn Kolleginnen zuhören dass wir ja als Psychotherapeutinnen mit dem Leid anderer konfrontiert sind in einem Kontext von Personen beim Sterben begleiten, bei wirklich mit schweren Krankheiten umgehen einfach überfordert.

00:03:35: Da kam ich an meine Grenzen mit diesen Techniken wie ich bis dahin gelernt hatte und habe im Grunde gesucht nach einer Lösung.

00:03:44: Und die hab' ich in den klassischen Psychologiebüchern selbst bei Kübel Ross nicht gefunden!

00:03:52: Dann hat mir eine liebe Freundin, die wirklich gesehen hat, wie stark ich gelitten mitgelitten habe, ein buddhistisches Buch gegeben von einer Nonne.

00:04:04: Da gibt es auch noch die Pema-Tschöterin, die dieses Buch hieß Wenn alles zusammenbricht.

00:04:08: und das war erst mal für mich sehr konfrontiert weil ich gedacht hab Oh Gott!

00:04:13: Ich hab gedacht ich kann das noch verstecken irgendwie dass ich da mitleide und überfordert bin aber offensichtlich nicht.

00:04:19: und das heilsame war das dieses buddhistische Konzept mir wirklich so ein Weg eröffnet hat, überhaupt wie man mit Leid umgehen kann.

00:04:30: Also sie beschrieb das es total normal ist dass wir uns Leid widersetzen und dass wir's wegmachen wollen oder halt erstarren angesichts von Leid und dass we ganz dringend eben Mitgefühl wirklich als Technik trainieren müssen.

00:04:43: und um uns dem Leid zuzuwenden ums zu transformieren in einem anderen aber auch in uns selbst untergehören wir selbst als Mitleidende auch dazu.

00:04:52: Und dann war ich ganz fleißig und hab gesagt, lass mal alle Psychologiebücher liegen.

00:04:56: Wir googeln mal buddhistische Zentren und da bin ich hingegangen in Schotland und habe da wirklich versucht erst bei diese Achtsamkeitspraxis aber auch die Mitgefühlspraxis zu lernen.

00:05:07: Und daraus hat sich dann zeitnah eben das Selbstmitgefühl entwickelt mit amerikanischen Kollegen, englischen Kollegen.

00:05:15: Das gerade witzigerweise zu dem Zeitpunkt dass auch so ein bisschen in die Psychologie kamen Und wir natürlich gesagt haben, ja das ist ja genial wenn wir das beginnen sozusagen zu nutzen um Leid also empathisches Leid in uns zu verwandeln aber auch das Nutzen damit wir mit allen schwierigen Gefühlen leichter umgehen können.

00:05:40: Und schlussendlich kommt es eigentlich aus der buddhistischen Psychologie, wo's aber nie so benannt wurde.

00:05:45: Also die Psychologen haben dann das selbst davor gesetzt was den Buddissten jetzt nicht so gut gefallen hat.

00:05:50: manchmal sagen wir denn auch äußeres Mitgefühl wenn es dem gegenüber gerichtet zum gegenüber hingerichtet ist und inneres mit Gefühl.

00:06:01: wenn ich mir selber schenke das hat sozusagen da ein bisschen Frieden geschaffen.

00:06:08: Ich werde dich am Ende des Gesprächs noch einmal dann fragen, wie Psychotherapeuten insgesamt überhaupt in der Lage sind ein eigenes Selbstmitgefühl zu haben und würde vorschlagen wir bauen das Gespräch jetzt erstmal auf.

00:06:23: was mir gefallen hat an dem Buch ist.

00:06:25: Das Buch ist ausgesprochen konkret.

00:06:28: man hat das Gefühl dass man ständig so kleine Nutzanwendungen hat also Dinge die man sehr schnell im Leben umsetzen kann.

00:06:36: Und eine Aussage, die mir sehr gefallen hat ist, dass wir den Mut haben sollten zur Lebendigkeit in dem wir uns allen Gefühlen, die wir haben gegenüber öffnen.

00:06:47: Also auch Ängsten und geliebten Effekten also offensichtlich Wutgefühlen Neid, Eifersucht, Drache... Alles was es im Grunde gibt das wird zunächst einmal tolerieren.

00:07:00: habe ich das richtig gelesen?

00:07:02: Ja, genau.

00:07:03: Und dem unterliegt sozusagen auch diese Philosophie die eben ist dass die Alternative wäre sich all dem in uns zu widersetzen und es abzuspalten und das würde uns unlebendiger machen.

00:07:17: und natürlich auch wir wissen ja ganz klar aus der Forschung wenn wir Emotion unterdrücken, uns das krank macht sowohl somatisch als auch psychisch.

00:07:24: Das heißt es ist das Gegenteil dass wir sagen Wir wenden uns dem offenen Neugierig zu und sehen das auch erst mal als Teil unseres Mensch sein den wir ja gar nicht eliminieren können.

00:07:37: also das erstmal radikal zu akzeptieren dass all diese gefühle je nach temperament und die Nachprägung eben teil dieses menschseins sind und dass wir sie auch Mitgefühl verwandeln können und natürlich auch durch diese Offenheit akzeptieren können.

00:07:53: Und eben in dieser Verwandlung mit dem Mitgefühl, auch die heilsame Assets da drin entdecken können weil das ist der spannende Punkt wo wir oft gar nicht hinkommen und ja dass da sage ich mal eine Alchemie stattfinden kann, die uns dann aber auch zu innere Harmonie schafft.

00:08:13: Also und wie auch Verantwortung übernehmen für diese Gefühle, was ja kein anderer übernehmen kann.

00:08:17: Ich kann das ja bei du vorhanden von Beziehungsfähigkeit, Liebesfähigkeit gesprochen hast.

00:08:22: Das kann ich ja niemandem delegieren!

00:08:25: Das ist ja allein meine Verantwortung.

00:08:26: als Erwachsener würde ich jetzt sagen dass ich mich darum kümmere.

00:08:31: Als Kinder dürfen wir das delegieren, müssen wir es sozusagen... Wir können das da noch nicht selber aber als Erwachsene werde es sozusagen der ich weiß vielleicht hohe Marschstaben oder so, den ich da vermittle.

00:08:44: Der zu eben der reiferen Liebe auch in der Beziehung führt, sodass wir rauskommen aus diesen Eltern-Kind-Dynamiken die wir eben oft natürlich auch im Erwachsen alter fortführen können und genau.

00:08:57: Also diesen Schritt finde ich ausserisch auch mutig.

00:08:59: wie selber kommt es einer Familie wo man schon einen riesen Schreck bekam wenn man Wutgefühle hatte ja?

00:09:05: Und man ahnt das andere Gefühle wie zum Beispiel Rache zu haben oder Neidgefühle, sind ja noch weniger in der Gesellschaft anerkannt.

00:09:15: Also diesen Schritt fand ich besonders gut.

00:09:18: und dann gab es den nächsten Schritt wo du sagst man müsse zunächst einmal den jetzigen Zustand akzeptieren.

00:09:27: Und darüber habe ich tatsächlich deine Weile nachgedacht weil du auch schreibst das wirkt zunächst mal die Resignation.

00:09:35: aber es ist ja zunächst offensichtlich etwas, wo ich mich mit dem jetzigen Zustand erstmal auch ausschöne und nicht ständig quasi dabei bin irgendetwas verändern zu wollen weil ich den jetzlichen zustande nicht aushalte.

00:09:51: Genau ganz genau und es ist ja so der allererste Schritt dass wir erst mal wahrnehmen was wir empfinden das vielleicht benennen und eben erstmal so sein lassen akzeptieren da denken viele gleich oh Gott.

00:10:04: Aber im Grunde ist es ja auch, ich verbinde mich im Körper mit der Emotion.

00:10:07: Ich werde quasi achtsam nehmen sie wahr ohne sich gleich aus zu agieren weil was du gerade beschreibst da kriegen viele vielleicht angestrigen oh Gott!

00:10:14: Was meint sie damit?

00:10:15: Wir dürfen hier Rache ausagieren Wut auseigieren das meine ich eben nicht sondern wir müssen erst mein Kontakt kommen mit dem Gefühl und dann habe ich sozusagen zum Beispiel die Wut auf dem Schirm Ja und dann kann ich zb spüren Was will die Wut mir eigentlich sagen?

00:10:32: Also ich gehe quasi mit diesem somatischen Intelligenz der Wut in Kontakt und öffne da sozusagen höhere kognitive Fähigkeiten in mir.

00:10:42: Und dann spüre vielleicht, wie die mir sagen will ja, da sind bestimmte Grenzen in dieser Situation für dich überschritten worden.

00:10:50: Allein das schon zu hören Informationen, was ich dann wie ich handeln kann.

00:10:57: Aber eben weiser nicht nur einfach die Wut ausagieren und aggressiv werden oder mit ihr in einem Kampf gehen und sie wieder weiter unterdrücken mich dafür zu schämen oder so was sondern diese Begegnung, diese mutige Begegnung mit den Gefühlen wie zum Beispiel der Wut es hat eben eröffnet uns einen Zugang zu der weisen, heilsamen Essenz von Emotion.

00:11:18: Was eben im Buddhismus sehr schön gerade im Tibetischen beschrieben wird – nicht dass ich jetzt irgendeine bestimmte Religion propagieren will, sondern ich sehe es eher als Psychologie oder Philosophie, die eben wahnsinnig viel ... Einsicht in Bezug auf den Umgang mit schwierigen Emotionen hat.

00:11:34: Und die würden eben sagen, da ist so eine heilsame Essensterin zum Beispiel bei der Wut beim Zorn eine Klarheit, die wir nur durch diesen direkten Kontakt, diesen achtsamen Mittelfühne und Kontakt mit der Emotion sozusagen bergen können.

00:11:49: Die würde dann halt aussehen dass ich vielleicht den Mut habe klar meine Grenzen zu kommunizieren nicht jetzt irgendwie hysterisch und aggressiv zu werden was jetzt unbewusstes ausagieren wäre, sondern es führt eben zu einem gehaltenen lebendigen auch verletzlichen echten Kontakt miteinander in der Beziehung.

00:12:10: So erlebe ich's auch

00:12:10: persönlich.".

00:12:13: Ja ja das ist mir klar geworden!

00:12:15: Es geht nicht darum die Gefühle jetzt alle per se so wie sie sind auszuleben, sondern die Gefülle sind quasi ein Signal an mich über einen Zustand, über den ich dann reflektieren kann und ich bin dadurch eine Lage lebendiger und auch geschickter mit dem Leben umzugehen.

00:12:33: Es gab dann ein zweiten Schritt der mir persönlich mit am meisten Schwierigkeiten macht nämlich die Entschleunigung und die tatsache Pausen zu machen und Ich merke dass ich immer wieder regelrecht darauf achten muss weil das normale ist im leben dass ich einen vollen tag habe Und dass man so im Dreif drinnen ist, dass ich das gar nicht mitkriege.

00:12:57: Dass ich keine Pausen mache und dieses Rausch gewissermaßen arbeiten kann auch etwas Spaß machen.

00:13:05: und du schreibst dann die Entschleunigung könne auch Angst machen.

00:13:10: Was genau aus dem Grund den Du beschreibst?

00:13:13: Also ich bin auch so ein Ex-Workaholic und hab dann viel meditieren müssen oder entschleunigen müssen um da auch rauszukommen.

00:13:21: weil genau wie Du beschreibst wenn wir in diesem Modus sind wo wir eben ständig was tun wollen, erreichen wollen.

00:13:28: Also jagen und sammeln ist es eigentlich also eine bestimmte Physiologie.

00:13:31: auch dann ist es schwierig zu entschleunigen weil das dem eben widerspricht.

00:13:39: aber um mit Emotionenweise umzugehen brauchen wir diesen Schritt weil er uns einfach in den... Weil wir erst mal im Moment uns spüren lernen müssen dadurch.

00:13:49: Und es ist physiologisch vielleicht ein Ausatmen oder uns mit der Atmung verbinden, also mit dem Körper verbinden oder über die Sinne.

00:13:56: Das ist jetzt erstmal reine Achtsamkeitspraxis damit wir überhaupt erst präsent werden und im Moment eben rausgehen aus diesem.

00:14:05: ich muss das nächste tun und planen oder über Vergangenheit nachdenken.

00:14:10: Also es braucht quasi dieses Im Hier und Jetzt ankommen mehr oder weniger, es muss ja kein perfekter Zustand sein.

00:14:16: Und das kann man üben.

00:14:17: und aus meiner persönlichen Erfahrung des Brauchübungen damit man erstmal so eine Baseline hat und Studien zeigen auch also von Tanja Singer aus der Gruppe dass man drei bis sechs Monate braucht um vielleicht so ein Bodyscanner oder so eine klassische Achtsamkeitsmeditation zu machen um so eine baseline guter Körper und Gefühlswahrnehmung zu haben.

00:14:41: Und natürlich der Anteil, der sagt ich muss jetzt weiter machen sonst passiert was Schlimmes.

00:14:46: klar dem muss man sich vielleicht auch zu wenden.

00:14:48: das kenne ich von mir auch dass ich den erst mal beruhigen muss wenn er sagt nächstes nächstes nächsten kann jetzt nicht schlimm ist passieren wenn du einen Moment inne hältst und deinen Atem spürst dann bist du sogar vielleicht kreativer.

00:15:05: Ja, und dem sind ja dann auch vielleicht Leistungswege in meinem Fall.

00:15:08: Genau, weil ich mag gern Kreativität oder Kreative Ideen haben.

00:15:13: Ich glaube dass wir das ahnen, dass es positiv sein kann auch für unsere Kreatividät.

00:15:18: aber ich muss gestehen Wir haben Garten und da mache ich gelähnliche Pausen und gucke in den Garten.

00:15:23: Aber wenn es mir nicht besonders gut geht Dann kann es passieren Dass all die Gefühle von Unzufriedenheit Oder unbewältigten Konflikten Allesmögliche ploppt dann im Grunde auf und mahnt mich diese Dinge dann doch stärker zu beachten.

00:15:39: Und wenn ich dazu keine Lust habe quasi, dann würde ich eher aktiv werden also das im Grunde verdrängen.

00:15:47: Ich glaube wir müssen uns daran gewöhnen Wenn wir Pausen machen dass alle möglichen emotionalen Zustände gelähnlich aufploppen.

00:15:56: Ja, genau wie du sagst.

00:15:58: Es ist auch erst das Klassische, dass wenn Leute anfangen zu meditieren oder zur Ruhe zu kommen, dass sie erstmal merken, wie unruhig der Geist eigentlich ist und was da alles für schwierige Gefühle da sind.

00:16:08: Und das ist wichtig einfach anzuerkennen, dass das so ist.

00:16:12: Heute wird manchmal die Entschleunigung- oder Achtsamkeitspraktiken, die werden als Quick Fix verkauft, dass man sich schnell gut fühlt ist es das Gegenteil.

00:16:23: Es ist wirklich ein hinführen zum Auseinandersetzen mit mir selber und deshalb brauchst du in den Momenten ja auch diese liebevolle, dass genau wenn du sagst ich entschleunige mich und dann ist da die Unzufriedenheit oder irgendwelche anderen Gefühle, dass ich da gleich liebevoll war so zu diesem Raum warm gestalte um da eben weicher mit umzugehen und nicht mit dem inneren Kritiker zu reagieren oder wieder das wegzuschieben sozusagen diese Reaktionen, die wir haben.

00:16:52: Gartenerbeit ist übrigens sehr super Achtsamkeitspraxis.

00:16:54: Das einfach auch in der Erde voll erdend.

00:16:57: also du hast ja schon die Lösungen sozusagen wenn Du Lust dazu hast.

00:17:03: Du bringst ja dann den Hinweis dass man auch die Geschichte der eigenen Kindheit kennen sollte.

00:17:08: nun bin ich Psychotherapeut das heißt Ich höre jeden Tag quasi Geschichten über die Kindheit.

00:17:14: aber Wie wird das in solchen Programmen quasi umgesetzt, dass man sich der Kindheit auch nähert?

00:17:22: Also primär in diesen Selbstmitgefüßprogramm wie den Mindful Self Compassion was sozusagen des Standards selbst mit gefühls Trainingsprogrammes ist.

00:17:30: Was ich auch mit entwickelt habe mit amerikanischen Kollegen gehen wir nicht an die kindheit direkt ran.

00:17:36: Das wird viele erleichtern, viele kommen die sagen ich habe schon viel Therapie gemacht.

00:17:40: Ich kenne schon all diese Geschichten aber ich kann noch nicht liebevoll mit mir und meinen schwierigen Gefühlen umgehen.

00:17:48: Und wir fangen einfach an indem wir diese Übungen machen die zum Beispiel sowas sind wie eben sich vorzustellen dass ein ideales weißes Wesen ist gäbe was eine bedingungslos liebt oder dass man eben sich von der Atmung genähert fühlt und einfach nur die Atembewegungen spürt.

00:18:04: Und was dann passieren kann, ist das tatsächlich wichtige Erinnerungen, schmerzhafte Erinnerung aus Bindungserfahrungen aus der Kindheit aufploppen und wie so eine Trauer stattfindet.

00:18:17: Also es ist so eine Art, wir nennen das so die Entgiftung des Bindungsystems.

00:18:21: indem wir diese Selbstmitgefühlspraktiken machen also sozusagen oder wir sagen wenn wir uns selber diese Liebe geben, diese bedingungslose Liebe dann entdecken wir auch das offenbaren sich alle Bedingungen unter denen wir nicht geliebt wurden und die kommen dann eben an die Oberfläche.

00:18:39: Und das kann eben wahnsinnig erleichtern sein weil oft ist es eben einfach eine Trauer manchmal vielleicht so eine Wut da und dann kann man damit auch noch therapeutisch ergänztes arbeiten und es finden viele wahnsinnige Fruchtbarkeit.

00:18:51: also

00:18:51: was mich beeindruckt hat ist wie umfassend dieses Programm letztendlich ist, in dem zum Beispiel dann steht wir müssen das Erbe der Großeltern mit berücksichtigen.

00:19:03: Also was haben wir für Familienaufträge?

00:19:06: Für Normen?

00:19:07: Für Werte?

00:19:08: Für Gefühle vermittelt bekommen?

00:19:12: und ich muss sagen Ich habe mich zwei Jahre lang mal damit beschäftigt, was in meiner Familie mit den Großeldern war.

00:19:18: kaum etwas außer dem Thema Liebe hat so beeindruckt und so verändert, wie das Wissen was in den vergangenen Generation auf mich übergegangen ist.

00:19:29: Und das fand ich beeindruckend dass das in einem solchen Programm mit eine Rolle spielt.

00:19:36: Also ich habe glaube ich in dem Buch das auch miterwähnt weil es ist entlastend finde einfach schauen, was hindert mich daran vielleicht mein Herz zu öffnen?

00:19:48: oder warum suche ich immer einen bestimmten Partner?

00:19:50: Oder warum fallen mir bestimmte Dinge schwer?

00:19:53: und wenn ich eben nichts finden kann in der eigenen Biografie dann entdecke ich manchmal also ich mache Anteilarbeit nach dem Internal Family Systems Therapy Modell.

00:20:04: Und da werden die eben als Legacy-Birdens benannt, also wie so vererbte Lasten.

00:20:09: Manchmal erkennt man dann einfach einen Anteil wo man merkt ich

00:20:12: kann den...

00:20:13: Also der hat vielleicht Angst vor Gefühlen oder der hat Angst liebe anzunehmen.

00:20:18: Das kann ja ganz vielfältig sein was da uns hin behindert Und dann entdecken wir irgendwie, dass der vielleicht sogar vererbt worden ist von der Mutter oder der Oma.

00:20:29: Also ich kenne sowas persönlich das ich wirklich jetzt entdeckt habe in meiner eigenen Therapie, dass da Anteile waren die sich immer kümmern müssen um die anderen bis zum Vorausgaben mehr so parentifizierte Anteilen Und die sehr hartnäckig waren auch in Liebesbeziehung, dass sich sozusagen immer zur der Kümmerin wurde.

00:20:48: Jetzt nicht mehr.

00:20:49: Toi, toi, toi!

00:20:49: Vielen Dank an meinen Partner.

00:20:50: Der ist ganz toll.

00:20:51: Er kümmert sich um mich auch.

00:20:54: Also gegenseitig ausgeglichen und das war mir einfach ein Anliegen dahin zu schauen.

00:21:00: Dann habe ich eben entdeckt, dass es tatsächlich natürlich auch meine Mutter ist, die sich sozusagen um meine Oma kümmern musste unter einfach wie so eine Last immer weitergegeben wurde und dann hat sich das ja auch durch Mitgefühl irgendwie ein bisschen aufgelöst, so gemerkt.

00:21:16: Das ist ja gar nicht meins und ich kann Mitgefühle für meine Mutter haben, für meine Oma haben.

00:21:21: Das sind dem Kontext in der Zeit unter diesen Begebenheiten, dass ebenso der Fall war ohne Schuld also so dieses Schuldzuweisung und deshalb mag ich es immer erwähnen gerade weil jetzt auch... Also ich bin nachten siebziger Jahrgang wäre ja auch jetzt in Deutschland oft auch noch Muster haben, die zu diesen Kriegsseiten vererbt wurden.

00:21:41: Und also meine Mutter ist ein Kriegskind.

00:21:43: Die Oma hat beide Weltkriege erlebt.

00:21:45: Also natürlich spielt es oft auch die Bedingungen mit eine Rolle oder zum Beispiel Gefühle zu unterdrücken.

00:21:52: Oder was ich ganz häufig erlebe ist dieses... Was du auch beschrieben hast und ich erkenne das auch an mir, sich so zusammenreißen zu müssen und immer weiter produktiv zu sein oder etwas zu leisten, also nicht zur Ruhe kommen zu können sich als ob wenn ich entschleunige dann passiert was Schlimmes.

00:22:12: Also das ist was was ich oft erlebt habe dass es in Klienten auch so ein aus früheren Generationen kommt die einfach da eine wahnsinnig einer riesigen Bedrohung existenziellen bedrohungen ausgesetzt waren.

00:22:25: und wenn wir das dann entlasten auch durch Mitgefühl Fühlt man sich dann freier?

00:22:29: Also diese Anteile sind dann freie und dann fällt es einem auch leichter.

00:22:32: Und das ist irgendwie so auch erklärbarer, warum... Warum, warum einem das so schwerfällt wenn man's in der eigenen Biografie gar nicht keinen Anhaltspunkt dafür findet, warum, warum er ihm das schwerfallen sollte.

00:22:47: Müsste Sinn!

00:22:48: Ich weiß ich will ob du damit was anfangen kannst dieser Ansatz.

00:22:55: Ja, weil ich glaube wir müssen wirklich gerade was schon die Vergangenheit anbetrifft.

00:23:00: Wir müssen das sehr erkennen und das Leben im Grunde integrieren, weil wir alle tragen die man könnte sagen die Botschaften der Ahnen.

00:23:08: Tragen wir ins eigene Leben hinein und wir sind wie ferngesteuert, wir sind manipuliert wenn wir das nicht durchdringend unterkennen.

00:23:20: Du hast noch einen Punkt drin, den ich als besonders schwierig empfand.

00:23:24: Nämlich die Überwindung von Scham.

00:23:27: Ich habe eines immer empfunden.

00:23:29: Scham und Schuld Das sind die eigenen inneren Feinde, die wir haben Die unser eigenes Leben demontieren.

00:23:36: Also nichts ist schlimmer eigentlich.

00:23:39: Man kann gelähnlich unzufrieden sein Und so ein innerer Kritiker haben Aber Schuld und Scham Ist etwas was unser Leben wirklich demontiert.

00:23:50: Du hast da geile ich deine Meinung.

00:23:51: Also, ich mach das total gerne Charme ansprechen und Leute darin unterstützen auch eine Leichtigkeit zu finden weil es eben so eine schwere düstere Last ist diese Charme und Schuld.

00:24:04: Und wir wissen auch jetzt dass wenn Personen in dieser starken Charme drin stecken die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass jemand sich suizidiert.

00:24:14: also Wir wissen um diese Korrelation.

00:24:17: Das Gefühl so massiv ist niemand, also das eine Möglichkeit Charme zu definieren.

00:24:24: Alle lehnen mich ab die ganze Welt!

00:24:27: Es gibt keinen sicheren Ort wo ich dazugehöre, wo ich sein darf... Ich bin überall in Gefahr und aus diesem Gefühl heraus kann man sich ja vorstellen wie der einzige Ausweg an Selbstmord wäre wenn jemand in so einem Gefühl ganz gefangen ist.

00:24:46: Es ist tatsächlich ein, ja es ist glaube ich ganz wichtig weil das so einzigartig menschlich ist dieses Scham erleben.

00:24:53: Also es kommt auch aus diesem recht harmlosen Bedürfnis dass wir eigentlich dazugehören wollen, dass wir geliebt werden wollen, wertgeschätzt werden wollen.

00:25:01: Wir müssen als Homo sapiens zur Gruppe gehören und brauchen einander er.

00:25:06: Und deshalb gucken wir ständig wie bin ich geliebt?

00:25:10: Bin ich gut genug?

00:25:13: Entspreche ich denn den Normen, den Erwartungen meiner Bezugsgruppe?

00:25:16: und wenn ich da irgendwie merke, dass stimmt was nicht.

00:25:19: Ich entspreche dem nicht ganz dann kann ganz leicht dieses Schamgefühl angetrickert werden und ich finde es heutzutage auch noch mal wichtig zu erwähnen das wird vielleicht glaube ich auch vielleicht noch anfälliger dafür sind weil früher waren wir irgendwie in unserem Dorf ja in Samweiler vielleicht war eine Dorfgemeinschaft hunderthundertfünfzig Leute oder so ein paar mehr Und zu denen wollten wir dazugehören.

00:25:44: Also es war irgendwie überschaubar und wenn ich jetzt zum Beispiel irgendwie in Social Media mich mit Altersgenossen oder sowas vergleiche, in der ganzen Welt wie viele Milliarden vergleichen mich denn dann?

00:25:58: Oder Millionen?

00:26:00: Dann ist es fast unmöglich sich mal gut genug zu fühlen.

00:26:04: Ich nehme mir das Beispiel so in irgendeinem Dorf oder so was... jetzt Rheinland-Pfalz oder so, das werde ich zur Weinkönigin gemacht.

00:26:11: Aber dann an Dörfern gibt es auch Weinköniginnen!

00:26:13: Also ich darf auch mal... Ich habe immer die Chance irgendwie besonders zu sein.

00:26:18: Jeder hat seine Fähigkeiten ja?

00:26:21: Da muss es jemandem geben der gerne gut backt, der gerne Gärtner hat.

00:26:25: So Leute wie uns, Psychotherapeuten, Highlapfarrer Typen und er hat jeder seinen Platz sich auch in sich gut zu fühlen.

00:26:35: Und ich glaube, in dieser Welt wo eben die Bezugsgruppe so riesig geworden ist fällt uns das einfach schwerer und tendenziell sind wir dann vielleicht halt noch charm anfälliger dafür.

00:26:47: also weil wir irgendwie schwerer dieses Gefühl haben können.

00:26:51: Ich bin okay wie ich bin und das wollen wir eigentlich auch durch selbst mitgefühl üben dass wir uns wirklich auch in uns okay fühlen und diesen liebevollen Blick auf uns haben.

00:27:01: Das trainieren wir ganz direkt In so einem Moment von Scham, wo ich es gut hab, da ist niemand der mich okay findet.

00:27:09: Dass wer wie so einen wohlwollenden Blick in uns verankern, der liebevoll auf uns schaut und dann kann ich so ein Moment von Charme auch besser aushalten.

00:27:18: Das ist immer noch sehr unangenehm aber es haut mich nicht mehr um wie vorher.

00:27:23: Ich würde dir recht geben.

00:27:25: Es gab in meiner Familie immer den Spruch.

00:27:28: Wir müssen darauf achten, wie denken die Nachbarn über uns?

00:27:32: Also der Blick der anderen aber die Zahl der Nachbaren war begrenzt.

00:27:37: und als ich einmal in einer Zeitung stand da war ich so Mitte zwanzig sagte meine Tante zu mir Wolfgang jetzt wirst du berühmt.

00:27:48: das heißt ja dass heißt der Anspruch dem man hatte war erheblich kleiner als heute.

00:27:54: Ich mich jetzt vergleichen würde mit allen Leuten, die ich kenne und dem Podcast marken und Bücher schreiben.

00:28:02: Dann wird man langsam im Grunde wahnsinnig weil der Perfektionsanspruch, der steigt heutzutage unermessliche bei so vielen Leuten wie man kennt.

00:28:11: Ganz genau das ist zu schön komoliert.

00:28:13: Das ist es, dass der Perfektionsanspruch steigt ins Untermessliche.

00:28:16: Genau!

00:28:18: Ich gehe erst mal... Ja nur

00:28:20: dieses Gefühl was wir alle brauchen, das stellt sich so schwer ein irgendwie, dass ich okay bin wie ich bin.

00:28:26: Ja, ja klar.

00:28:29: Ich gehe jetzt mal über zur Überwindung des Ganzen weil du sagst Überwindungen würde bedeuten stolz auf die eigenen Fähigkeiten zu sein.

00:28:37: da habe ich gedacht Tiefdurch geatmet weil ich dachte das ist ein hoher Anspruch.

00:28:43: ich mache immer eine Erfahrung bei Patienten wenn ich sie frage was sind denn eure positiven Eigenschaften kommt fast gar nichts.

00:28:52: wenn es die Frage Was sind denn die negativen Eigenschaften, die meisten können stunden erzählen über die Defizite und es fällt ihnen ausgesprochen schwer mal das positive quasi zu erwähnen.

00:29:09: Und ich fand eines gut nämlich dass du dann sagst Es geht zum Beispiel darum eine gute Fehler Kultur zu gewinnen.

00:29:18: damit wurde das für mich schon konkreter wobei ich das Geständnis machen muss eine Fehlerkultur zu kriegen, ist mir im Leben mit am schwersten gefallen.

00:29:29: Also es hinzukriegen wenn ich Bücher schreibe zum Beispiel und das Buch ist gedruckt und dann finde ich noch Fehler und denke du Dödel!

00:29:36: Das hättest Du da finden müssen.

00:29:40: Ich sage mittlerweile nicht mehr einen Ohn macht aber eine Fehler Kultur zu bekommen in unserer Gesellschaft glaube ich ist schwierig.

00:29:50: Ja, das ist schwierig.

00:29:52: Ich fühle mit dir mit bei diesem Thema was du da sagst genau in meiner Rechtstreibung manchmal es nicht so toll und dann irgendwas Zeichensetzung fehlt fast.

00:29:59: also ich glaube dass wir dieses ist das Scham ganz zentrales der Umgang, eben um in so eine gesunde Selbstwertschätzung zu kommen und damit auch in so ne gesunde Fehlerkultur.

00:30:11: Aber das haben wir oft erst nicht auf dem Schirm weil die Schamen... Wir merken dann nur oh Gott ich will mir diesen Fehler nicht eingestehen oder ich werde irgendwie aggressiv wenn mich jemand drauf anspricht oder wie du beschrieben hast, wenn mich jemand nach meinen guten Eigenschaften fregt dann fällt mir das irgendwie schwer.

00:30:25: Aber bei beidem spielt Scham eine Rolle und die Wertschätzung, diese gesunde Selbstwertschätzung also dieses Stolzsein auf sich ist wahnsinnig wichtig finde ich weil es eben auch die Basis für Wertschätzungen in der Beziehung ist.

00:30:38: wir wissen auch Studien dass gute Beziehung, romantische, also Liebesbeziehung.

00:30:44: Ein Kennzeichen davon ein Merkmal ist eben dass man sich einander wertschätzt unter anderem ja und wenn ich dann Defizit habe das ich da niedrigen Selbstwert hab dann hoffe ich vielleicht dass der andere das für mich erledigt hat, dass ich wertgeschätzt werde und dann fühle ich mich gut oder bin ich stabil und alles ist an diesem toller Partner und wunderbar.

00:31:04: aber natürlich muss es auch aus uns selber kommen damit es nicht ungleich wird, dass wir wieder so eine Eltern-Kind-Dynamik verfallen oder verärgert sind kindlich trotzig wenn der Partner uns nicht zu wertschätzt wie wir das gerne hätten.

00:31:17: Das Loch müssen wir erst mal selber stopfen ist meine Meinung.

00:31:20: ja.

00:31:20: also wie gesagt das ist nicht perfekt aber damit beides fließen können wir müssen uns auch nicht perfekt wertschätzen perfekt leben aber ein bisschen da Verantwortung für übernehmen und einen Weg wie wir dies machen können ist wie ich es auch unterrichte Was uns abhält davon zu sagen vor jemand anderem?

00:31:41: Du Wolfgang, ich kann richtig gut Englisch sprechen.

00:31:44: Richtig gut, also ich bin außerordentlich gut sogar.

00:31:47: Soll ich mal anfangen als jetzt... Also was hält mich davon ab und das ist halt oft zentral europäisch, norteuropäisch diese Kultur.

00:31:56: wer denkst du denn dass du bist was besseres bist oder Eigenlob stinkt?

00:32:04: Wer kommt vor dem Fall?

00:32:05: Hochmut kommt vor den Fall.

00:32:07: Also das sitzt schon tief in uns drinnen und das macht sozusagen auch Schamgefühle, wenn wir hervorstechen.

00:32:16: Positiv!

00:32:17: Wir wollen wieder negativ hervor stechen.

00:32:19: noch positiv weil wir dann aus der Normalverteilung herausfallen.

00:32:24: also stellt euch die Kurve vor und dann bin ich irgendwo hier unten oder hier oben.

00:32:28: aber beides sind Außenseiterpositionen Und was ich da unterrichte, ist dass wir das zum Beispiel auch erkennen, was wir an uns mögen.

00:32:38: Also was mag ich denn an mir wenn sich diese Eigenschaft zeigt?

00:32:43: Nicht um besser zu sein als die anderen sondern nur weil ich zum Beispiel merke wie es mag wenn mir irgendwelche Witze in den Sinn kommen.

00:32:53: Witzige Sachen oder sowas.

00:32:55: Nur für mich ohne irgendwie eine Publikum habe und eine Comedy-Show plane.

00:33:02: Und der zweite Schritt ist, dass ich erkenne das es eine Gabe ist die mir gegeben wurde.

00:33:08: Es ist gar nicht so persönlich.

00:33:09: also Ich zum Beispiel wurde in die musikalische Früherziehung geschickt.

00:33:14: meine Eltern haben Geld bezahlt um ein Instrument auszuleihen Eine Klarinette um zu gucken ob die Christine musikalisch begabt ist.

00:33:21: Da war kein Talent ja?

00:33:23: Also im Sinne von Das wurde mir nicht gegeben, aber wir haben mal nachgeschaut.

00:33:29: Aber wie gesagt ich habe andere Talente und das ist genau das zu erkennen.

00:33:34: woher kommt denn vielleicht mein Humor oder meine Sprachbegabung?

00:33:38: Ach schau da kommt von der Oma und da irgendwie kam die Gene es wurde mir gegeben also es ist auch ein bisschen in Lotterie und dann kann ich sagen danke Oma Danke, weiß ich mein Bruder mit dem mich irgendwie meinen Humor habe leben können und es wird weniger persönlich.

00:33:54: Und das hilft ganz vielen Menschen sozusagen zu merken.

00:33:58: Das ist ja ein Geschenk an dem kann ich mich erfreuen.

00:34:01: Es ist auch bisschen willkürlich und nicht den Druck sich aufzulegen dass ich immer so sein muss.

00:34:07: also sozusagen ich sage mal den Spruch Ich mag exzellent sein manchmal einen guten Tag Es gibt Tage, wo ich mich überhaupt nicht zu Späßen aufgelegt bin.

00:34:18: Das spricht mir aber nicht meinen Humor ab, den ich sonst die meiste Zeit habe und dieses gemeinsame Menschsein, das es mir gegeben wurde, diese Menschlichkeit da drin, dass ich nicht immer so zu sein habe und das ist was ganz Normales Durchschnittliches sein kann.

00:34:35: Viele Leute haben guten Humor oder können gut Sprachen sprechen.

00:34:40: Aber ich hab Freude für mich daran.

00:34:42: Das nimmt diesen Druck raus.

00:34:44: dann, ich glaube da eröffnet sich was und wie es dir geht Wolfgang von zuhören.

00:34:48: Eröffnete sich eine riesen Palette wo ich auch merke das ist okay weil wenn ich mich selbst wertschätze kann Ich mich an mir freue Kann ich mich auch an den anderen mit freuen?

00:35:00: Weil Wenn ich das nicht kann neige ich zuneid weil ich immer das Gefühl habe ich bin diesem deficit.

00:35:08: also Du kennst dich mit Neid sehr gut aus, ich hab dein Buch gelesen.

00:35:12: Genau was sagst du dazu?

00:35:13: Also es ist so auch so.

00:35:14: ein Grund warum mich das so wichtig finde.

00:35:16: einmal dass wir den anderen wertschätzen können echt und aber halt auch nicht uns mit freuen und den anderen weniger etwas neiden und stabiler sind in Beziehung und dann schön positiven Kreislauf entwickeln können in Bezierung.

00:35:30: Es ist ja insgesamt sagen mal ein toleranter wertschätzender Blick dem man auf das eigene Leben haben sollte ohne dass man ständig so eine Messlatte hat, sondern dass wir quasi unser eigenes Leben zunächst mal so wertschätzend annehmen.

00:35:47: Und ich komme aus einer Familie wo ich immer früher abends überlegt habe was ist dann einem Tag schief gelaufen?

00:35:53: also der Fokus lag mehr auf den eigenen Fehlern die man machte und hatte ziemlich Schlafstörungen gehabt und ich hab dann irgendwann begonnen mir jeden Abend zu überlegen was habe ich heute gut gemacht?

00:36:04: Also ihr selber... Ich hab das ganze umgedreht Und es ging mir dann dadurch so gut, dass ich das seit zwanzig Jahren regelmäßig mache.

00:36:15: Mit dem Erfolg, dass meine Selbstachtung dadurch ganz erheblich angestiegen ist und zwar nicht dadurch, dass mein Leben tatsächlich immer besser wurde, sondern ich habe einen anderen wertschätzenden Blick bekommen, in dem ich also nicht nur das negative sehe, sondern vor allem auch mal die Dinge, die mir gelungen sind.

00:36:33: Also meine gesamte innere Stimmung hat das erhebtlich verbessert.

00:36:38: Und was du beschreibst, das wurde auch ganz schön viel in Studien überprüft.

00:36:46: Manche machen nur Dankbarkeitsübungen am Abend und dann halt Dankbarkeit für mich.

00:36:50: Was habe ich, was ist mir gelungen sozusagen?

00:36:52: Um einfach diese Negativitätszendenz die wir haben ja also von Natur aus und dann wurde sie uns vielleicht auch noch eventuell verstärkt durch die Eltern zu korrigieren ganz bewusst.

00:37:05: Was mir an dem Buch wirklich gefallen hat ist die Tiefgründigkeit das du schreibst man müsse die Gefühle nicht nur erkennen sondern man müssen Sie gelegentlich auch steuern.

00:37:16: Und du schreibst dann, dass immer die Gefahr auch besteht wenn wir sie nicht steuern.

00:37:21: Wenn wir Sie sich nicht regulieren das wir dann in die Gefahre eines Selbstmitleids geraten können.

00:37:28: und ich habe das sehr gut verstanden weil Ich seit meiner Jugend unter einer chronischen Erkrankung leide mit der ich sehr gut umgehen kann?

00:37:36: Ich bin ein absolut glücklicher Mensch aber ich war mal In einer klinik wo ich gemerkt habe dass alle sich fast über die krankheit definierten Also immer nur über die Krankheitssprachen und ich wusste, ich muss im Grunde hier weg.

00:37:49: Und für mich war das große Vorbild im Leben immer Frieda Kahlo, die nach einem sehr schweren Unfall teilweise große Schmerzen hatte aber es gab immer etwas was für sie wichtiger war als diese körperlichen Schmerzten und das hat dazu geführt dass sie immer noch eine große Lebensqualität hatte.

00:38:11: also das hat mir besonders gut gefallen, könntest du darüber noch etwas sagen?

00:38:18: Ja und ich persönlich habe auch oft mit körperlichen Dingen zu kämpfen wo auch die selbst mit Gefühl ja mir wahnsinnig geholfen hat.

00:38:26: Also ich verstehe dich da total in dem was Du beschreibst.

00:38:29: also wir müssen erst mal anerkennen dass wenn wir gerade körperliche Schmerzen haben unsere normale Reaktion halt dieser Widerstand ist.

00:38:35: das ich will es nicht haben ja ich will's weg machen irgendwie davor fliehen es irgendwie bekämpfen.

00:38:42: Diese Reaktionen, die wir Menschen haben können wir auch nicht verändern.

00:38:45: Die ist erst mal so.

00:38:46: aber wir können sogar mit der liebevoll umgehen und es ist quasi selbst mit Gefühl bedeutet einfach mir in einem Moment wo ich leide ob das jetzt emotional ist oder körperlich ja mir liebevoll begegne mich liebevoll behandle und auch weise Und genau deshalb kann ich mich dann abholen und sagen, okay das ist total nachvollziehbar dass du nicht willst, dass du diese Erkrankung hast.

00:39:10: Das is ja auch furchtbar!

00:39:12: Ich kann mich selbst in diesem Widerstand liebevoll abhol'n.

00:39:15: und selbst Mitleid im Gegensatz dazu ein Wunsch nach Verständnis im Außen.

00:39:27: Ein Wunsch, dass da im Aussen endlich mal jemand sagt das ist ja auch furchtbar was du da gerade erlebst und das hast du dir nicht ausgesucht und es ist nicht deine Schuld.

00:39:36: Und im Grunde geben wir uns das mit dem Selbstmitgefühl selbst, was wir im Selbstmitleid uns irgendwie sehen zu bekommen aber irgendwie halt nicht hinkriegen und deshalb bleiben wir da oft stecken.

00:39:48: Es hat auch etwas damit zu tun mit Verantwortung übernehmen und das finden wir Menschen glaube ich schwierig.

00:39:54: Also wir geben uns ja meist irgendwie die Schuld und so der jemand anderen, wenn was doof ist wie da fährt.

00:39:59: Das ist auch eine Standard-Einstellung.

00:40:01: Obwohl das Dinge sind, wie sich Arthrose entwickelt, wo ich nichts dafür kann oder so... Und was beim Selbstmitleid geschieht, ist dass wir natürlich vielleicht manchmal auch in sowas ich bin das Opfer, die anderen haben Schuld irgendwie so hängen bleiben.

00:40:19: Ich kann ja nichts tun.

00:40:21: wir fühlen uns sehr also nicht ermächtigt ist sehr ohnmächtig und beim selbst mit Gefühl wenn wir uns eben Verständnis schenken.

00:40:29: es ist auch die Haltung von erst mal zu sagen Es ist so wie's is und es ist nicht unbedingt deine Schuld.

00:40:37: und selbst wenn da irgendwas ist dann kannst du dir vergeben wenn du da was zu beigetragen hast, aber der Fokus ist löst dich mal von diesem Schuldspiel.

00:40:47: Wer hat Schuld?

00:40:47: Sondern guck!

00:40:49: Was kannst Du aktiv jetzt tun um Verantwortung für dieses Leitz übernehmen?

00:40:55: unabhängig davon, wer das verursacht hat.

00:40:58: Wir finden ja eh nicht so einen Schuldigen und selbst wenn gerade bei Körper welchen Dingen ist es halt so?

00:41:02: Und wir müssen ein Weg finden wie wir damit umgehen können.

00:41:05: Also das wäre jetzt eine ganz praktische Unterscheidung zwischen Selbstmitteilheit und Selbstmitgefühle, wenn wir eben körperlich leiden.

00:41:14: Kannst du damit was anfangen oder ist

00:41:16: noch zu unkonkret?

00:41:17: Nein nein aber das ist ja mitunter schwierig weil wir wahrscheinlich zwei Dinge machen sollten die sehr unterschiedlich sind.

00:41:25: Das heißt, wenn ich mal Schwierigkeiten hatte körperlich dann war es zunächst einmal so dass ich mich damit beschäftigt habe.

00:41:33: Also das ich geguckt habe was kann wir gut tun und was kann ich jetzt im Grunde machen?

00:41:38: Gleichzeitig war's aber so dass sich merkte Es ging mir besonders gut wenn ich etwas völlig anderes machte.

00:41:45: also Bücher schreiben zum Beispiel war für mich immer die Rettung, weil ich war dann weit entfernt von dem was da gerade passierte und das hat mich im Grunde abgelenkt.

00:41:56: Und insofern glaube ich ist oft die Schwierigkeit bei vielen man könnte sagen Programmen wie wir haben dass wir das eine machen müssen und auch das Gegenteil und das macht die Sachen doch zunächst mal ein wenig kompliziert.

00:42:12: ja und selbst mitgefühl kann er auch helfen du hast recht In dem wir in einem Moment von Belastung, egal was es ist, sage ich mal.

00:42:20: Ich habe jetzt fiese körperliche Schmerzen an einem Tag und dann mich wirklich zu fragen okay meine liebe das ist jetzt wirklich schwierig was du gerade erlebst ja?

00:42:32: Es tut mir auch leid dass du jetzt so leidest ohne eine Schuldzuweisung zu machen.

00:42:36: Was würde die in diesem Moment helfen?

00:42:38: Was brauchst du jetzt gerade?

00:42:40: Und dann kann die Antwort sein!

00:42:45: aus diesem Schmerz erleben, indem ich Netflix binge oder ein Buch schreibe.

00:42:50: Oder irgendwas tu ich eine Selbstwirksamkeit habe?

00:42:52: Oder einfach, wo ich auch positive Emotionen kultivieren kann und ich tue es ganz bewusst aus dem Verbindung mit dem Schwerts und der Frage was brauche ich jetzt gerade wirklich?

00:43:02: Und wenn wir merken, dass der Schmerz vielleicht sogar händelbarer ist und dann noch genügend Puffer in unserem System ist an anderen positiven Gefühlen oder so.

00:43:12: Dann können wir vielleicht tatsächlich in dem Moment ein bisschen aktiver umsorgen.

00:43:16: aber das variiert total.

00:43:17: Und dann wäre die Frage eben was brauche ich gerade auch?

00:43:20: Ich brauche einfach gerade großwürdigste Scheißefintetrigung, dass sich da... jetzt irgendwie in meinem Fall sind es dann entzündete Knie habe oder sowas und die mir wehtun.

00:43:31: Und ich muss mich mal weinen lassen können, um da den Druck raus zu nehmen oder so.

00:43:36: Ja was auch immer also ist sehr flexibel in dem Moment und das ist genau das wie du sagst Es ist dieses diese Weise Unterscheidung Die uns erlaubt dann zu gucken gehe ich raus in einen pendelich in ein positives Gefühl um mich auch erholen zu können Da wieder eine Resilienz aufzubauen.

00:43:55: oder ist es weise, in dem Moment mich direkt im Schmerz zuzuwenden und den Direktor zu verarzten?

00:44:00: Oder zum Sorgen.

00:44:02: Und so ein bisschen die Grunds und so können wir in jedem Moment mit dieser Frage wieder neu entdecken.

00:44:11: Du hast ja noch eine interessante These in dem Buch dazu schreibst Die Wut Im Leben Ist wichtig als Grenzwichter und da habe ich gedacht das finde ich auch schon interessant.

00:44:22: und zunächst einmal so dass wir auch lernen sollten gut mit der Wut akzeptieren, umzugehen.

00:44:31: Und ich habe oft das Gefühl die Wut hat eine Doppelbotschaft.

00:44:35: Zum einen merken wir alle, die Wutt macht uns stärker und zum anderen haben doch viele Menschen Flausgefühl gegenüber der Wut, weil man hat das Gefühl im Grunde da fängt plötzlich so ein kleines Atomkraftwerk in uns anzuarbeiten und man hat bisschen Angst die Steuerung des Lebens zu verlieren oder man hat etwas mulmige Gefühle.

00:45:00: Weil diese Wut dermaßen kräftig ist dann man sich mitunter die Frage stellt was passiert eigentlich?

00:45:06: aber du bist jemand dieser Wut eine doch sehr positive Bedeutung gibt

00:45:12: Auf jeden Fall.

00:45:13: Und genau, wie du sagst ich muss nur schmunzeln weil er Tonkraftwerk.

00:45:16: also wir haben wahnsinnig viel Angst vor der eigenen Wut.

00:45:20: beides ist ja auch eine zensierte Emotion weil wenn wir wütend sind es hat ein Kampfesimpuls das heißt wir gehen schnell in die aggressive Haltung und dass Bundesgesetzbuch schützt uns vor aggressiven Verhalten Das ist einfach in uns drin irgendwie unterdrücken müssen oder dass sie nicht da sein darf, weil wir eben dann eventuell aggressiv werden können.

00:45:40: Und was ich aber zu traurig finde und was mir voll des Anliegen ist das wenn nie mit dieser Weisheit von dieser Wut irgendwie in Kontakt kommen also Wenn wir jetzt so ein achtsam mithühlende Umgang mit unserem Emotionen kultivieren wollen Dann heißt es einfach, dass wir die im Körper spüren und nicht gleich aussagieren.

00:46:01: Auch die Gedanken drumherum wahrnehmen, vielleicht auch den Pulse, die Racheimpulse was auch immer da so eine rache Vatersine Entschuldigung, die damit einhergehen können und die erstmal wahrnehmen und spüren also gerade die Empfindung im Körper und mit der in einen freundlichen Kontakt gehen.

00:46:16: Meine liebe Wut!

00:46:17: Was willst du mir gerade sagen?

00:46:19: Was irgendwie nicht okay ist in dieser Situation?

00:46:23: Und das würde ich jedem mal empfehlen, der sich das zutraut.

00:46:25: genügend Achtsamkeit hat, also genügen Körper gewahrseiten Und dann lausch mal, was diese Empfindung dieses Gefühl dir sagen will.

00:46:33: und da hören wir halt oft auch Dinge die einfach Botschaften, die sagen das sind deine Grenzen überschritten.

00:46:40: Und Grenzen sind ja subjektiv.

00:46:41: ich entdecke meine Grenzen auch meistens erst wenn jemand sie übertreten hat.

00:46:46: dann fühle mich irgendwie unwohl.

00:46:47: oder ist die Wut wie so ein Botschafter der einfach sagt Ja Das gilt vielleicht dafür, dich einzustehen.

00:46:54: Und wenn ich diese Botschaft auch gehört habe – ich sage mir die Hallo-Wachmedizin!

00:46:59: Dann kann ich mich fragen was wäre jetzt eine Weise Art und Weise das in der Situation mit der Person irgendwie zu kommunizieren oder irgendwie umzusetzen?

00:47:09: Da kommt der Punkt wo viele denken Ich bin wieder nur im Ausagieren.

00:47:22: Wenn wir diese bis ernst nehmen und zu Herzen nehmen, was die Wut uns sagt wie zum Beispiel da ist eine Grenze überschritten.

00:47:28: Da fühlst du dich nicht respektiert.

00:47:32: Und ich dann frage Was gilt es tun?

00:47:34: Die Ansage, da gilt es sich aus dieser Beziehung zurückzuziehen oder da gilt ist für dich einzutreten.

00:47:42: Oder da gilt das einfach gar nichts zu machen.

00:47:44: also da kommt dann irgendwie eine Weisehandlung die uns standfestiger fester macht oder dass wir uns bewusst abwenden vielleicht auch kombinieren, dass wir Uns abwennen oder eben bewusst für was kämpfen Und was da auch noch mit reinkommt, ich habe ein Programm dazu entwickelt und dann gibt es auch einen Buch dazu, das ich jetzt bald wieder neu herausgeben werde.

00:48:05: dass wir oft dann denken, ich muss so ein Einzelkämpfer sein.

00:48:09: Wenn da zum Beispiel Chef-Chefin mich nicht ernst nimmt und am Arbeitsplatz viele Leute irgendwie schlecht behandelt werden, dann denke ich, ich muß jetzt hier der Superman Wonder Woman sein die irgendwie für sich eintritt und für Gerechtigkeit sorgt.

00:48:24: Und da machen wir uns wahnsinnig verletzlich.

00:48:26: denn was wir brauchen das gehört zum Selbstmitgefühl auch immer dazu ist gemeinsames Menschsein und es bedeutet ganz konkret Solidarität im Falle von Ungerechtigkeit.

00:48:38: Also ich muss mich erst verbünden mit anderen, damit ich da auch eine gewisse Sicherheit habe ja es irgendwie so Hillary Clinton stronger together oder ich weiß nicht wer's war wir sind wirklich stärker zusammen um dann wirklich zu sagen das ist nicht okay wir wünschen uns dies und dass und wenn mir dieses diesen Plan haben, wie dieser Prozess dann sozusagen sich entwickeln könnte.

00:49:01: Dann haben wir einfach mehr Vertrauen in diese Wut die uns wirklich helfen will zu schützen.

00:49:06: und wir wissen sogar das Oxytocyn was wir so häufig verbinden mit Kuschelhormonen und Liebe, Orgasmus

00:49:15: usw.,

00:49:15: dass das auch bei Säugetieren einhergeht mit einer Schutzreaktion.

00:49:21: Eine Löwenmutter, die ihr Kleines vor Raubtieren schützt macht es da auch.

00:49:26: Oxytocyn involviert in diesem Prozess.

00:49:30: Das heißt, es hat auch eine Schutzfunktion und die Wut kann uns da helfen.

00:49:33: So ein sogenannte heiliger Zorn könnte man es nennen.

00:49:37: Und gleichzeitig müssen wir unsere Wut erst mal erforschen weil es kann auch sein wie du gesagt hast sie fühlt sich sehr stark an dass wir die auf das Abwehr haben und die weichen Gefühle dahinter gar nicht spüren wollen.

00:49:49: also jeder kann sich fragen was motiviert meine Wut.

00:49:54: Was treibt die an?

00:49:55: Also wenn von den Zuhörern jemand eher so ständig wütend ist, dann ist es wahrscheinlich auch eine Vermeidung von irgendwelchen weicheren Gefühlen dahinter und so kommt man dem ein bisschen auf die Schleche.

00:50:08: Und wenn man dazu neigt ... sozusagen alles mit sich machen zu lassen und eher grenzschwach ist oder harmoniesüchtig, dann ist es meist ein Thema diese Wut wirklich zu nutzen.

00:50:18: Diese Alchemie die ich so beschreibe zu betreiben damit wir in eine ruhige gelassene Klarheit auch eine gewisse Autorität kommen ohne andere Platz zu machen sondern einfach um auf Augenhöhe respektiert zu werden.

00:50:33: was ich verstanden habe ist Wut ist zum einen etwas Wo wir was draus lernen können, also die Wut berät uns quasi.

00:50:41: Gibt es uns hin auf unser Leben und wir brauchen dann aber auch eine gewisse Zusammenlebensklugheit um dann geschickt etwas mit dieser Wut umzugehen?

00:50:53: Und sie steckt sogar in der Wut drinnen weil wenn du sie laust, dann kommt so ne Weisheit raus, die du dann nutzen kannst.

00:50:59: Also die Weiszeit kommt aus der Wuth genau.

00:51:03: Wir haben ja am Anfang schon was im Buchtitel auch drin steht Die These quasi, dass ein gutes Selbstmitgefühl auch die Partnerschaft revolutionär quasi verbessert.

00:51:15: Und du hast dann die These drin in dem Buch je mehr du dich selbst liebst desto mehr liebst Du auch.

00:51:24: also die Liebesfähigkeit hängt offenbar mit dem selbst Mitgefühl was wir haben sehr stark zusammen.

00:51:32: Also

00:51:34: wie du sagst, das ist meine These.

00:51:35: Da gibt es einige Studien dazu aber jetzt nicht so viele.

00:51:38: Es gibt sehr viele Studien dazu, dass selbst mit Gefühl uns einfach glücklicher macht auf vielen Ebenen und auch reifer.

00:51:47: Diese These kommt eigentlich aus einem Zitat von Rumi.

00:51:50: Das war ein Dichter, ein Mystiker aus dem dreizehnten Jahrhundert der gesagt hat Wenn ich dich liebe dann liebe Ich mich Und wenn ich mich liebe Dann liebe ich dich.

00:51:59: also ein kleines Rätsel sozusagen.

00:52:04: Für mich ist es so, dass diese liebes Energie die wir ganz schlecht definieren können auch wissenschaftlich.

00:52:11: Die entzieht sich demso in etwa das sie einfach eine komplett andere ich sag jetzt mal Physik hat wie andere Emotionen und wir denken oft wirtschaftlich oder transaktionell mit Liebe.

00:52:25: also wenn ich dir was gebe dann kriege ich etwas zurück und Wenn wir wirklich da genauer hinschauen ist es immer so eine Armutsmentalität.

00:52:37: Und meine These ist, dass wenn je mehr ich mich selbst liebe – vielleicht auch eine Verbundenheit habe zu einem höheren Selbst oder einer göttlichen Liebe sowie Fromm im Kunst des Liebens, die sich in den Sechsten und Beinzig beschrieben hat -, dass ich dann mehr in dieser Fülle bin und auch einfach liebesfähiger bin!

00:52:57: Und liebesfähiger jetzt auch mal unabhängig von der romantischen Liebe.

00:53:00: damit mein' ich einfach dass mein Herz offen ist für das Leben und alles lebende.

00:53:05: Und will, dass alles lebend sich entfaltet und gedeiht.

00:53:11: Im Gegensatz zu jemandem der vielleicht eher verschlossene ist, eher das Gefühl von diesem Mangel hat und geliebt werden will um sich besser zu fühlen um sich zu stabilisieren, aber nicht selbst in dieser Fülle ist oder nicht selbst diese Füllen kommt.

00:53:32: Das heißt wenn ich eben so erfüllt einem Partner begegne dann habe ich das Bild vor Augen dass es eine Physik ist wo sich das Ganze vermehrt sozusagen und nicht so eine transaktionelle Sache geschieht wo man immer aufrechnet was man ja häufig kennt in Beziehung ist genug für alle da.

00:53:55: Und wir beginnen meiner These nach mit der Selbstliebe und vielleicht eben auch mit dieser göttlichen Liebe, was natürlich auch darin steckt, wenn wir Konflikte haben oder so, dass dass wir vom Partner uns wünschen, dass er oder sie unsere Bedürfnisse erfüllt.

00:54:19: Also nicht in dieser infantilen Unreifenliebe bleiben sondern eben ganz konkret auch zum Beispiel unseren Anteil daran erkennen und auch den umsorgen wenn was in uns getriggert ist.

00:54:31: Wenn unser Partner vielleicht uns irgendwie etwas gesagt hat, was uns verletzt hat und das gar nicht böse gemeint hat.

00:54:38: Und ich dann aber von Partner irgendwie verlange, heilt oder sich entschuldigt, oder so was.

00:54:46: Nicht da vielleicht trotzig rebelliere aber gar nicht erkenne dass das vielleicht etwas ist was eine alte Wunde ist die es halt auch noch gilt zu ja mitfühlen zu umsorgen und zu heilen dann geraten wir immer wieder in so Teufelskreise in Beziehung rein und auch ein Ungleichgewicht.

00:55:07: Und deshalb ist mir das so ein Anliegen, dass wir sagen können ich bin meine Hauptbezugsperson.

00:55:12: Meine Hauptbindungsperson Ich bin für mich da und ich kann mich auf mich verlassen.

00:55:18: Und mein Partner ist meine Nebenbezugsperson.

00:55:22: also von dem darf ich auch was bekommen.

00:55:24: Ja und ich habe so ein Beispiel im Buch wo zum Beispiel bei mir so einen Da hab' ich so Anteile die irgendwie von meinem Vater die irgendwie du musst alles mal perfekt machen im Haushalt Wenn ich was nicht richtig gemacht habe, dann hab' ich irgendwie so Schamgefühle gekriegt.

00:55:39: So Angst dass er dann kommt und mich korrigiert.

00:55:44: Und wenn ich dann bei meinem Partner das Bett gemacht habe hatte ich schon innerlich so eine Anspannung.

00:55:50: Ich hatte gesagt oh Gott jetzt krieg ich gleich geschimpft weil ich es nicht richtig gemacht habe!

00:55:53: Ja?

00:55:54: Und ich kannte ja diesen Anteil in mir... ...und dann konnte ich irgendwie sagen du schatz Ich habe gerade so eine Angst.

00:56:02: Dieser Anteil hat so ne Angst, dass ich das alles falsch mache und dass du mich gleich schimpfst!

00:56:07: Ich kenne es so von meinem Vater früher.

00:56:10: oder guckt er mich an?

00:56:12: Und erstmal verwundert was hast du für den Anteil da?

00:56:17: interessant wusste ich nicht ja aber muss irgendwie schmunzeln.

00:56:21: und dann sagt der halt so hast du gut gemacht und nimmt mich in Arm und wir lachen drüber.

00:56:26: also so ein Beispiel.

00:56:30: Ich halte es, ich benenne es und gleichzeitig war ja dieser leichte liebevolle Umgang von meinem Partner auch heilsam für mich.

00:56:39: Also ich war meine Hauptbezugspersonen für diese alte Wunde, habe mir Mitgefühl geschenkt und hab noch danken das entgegengenommen von meiner Nebenbezugsperson meinen Partner was auch noch heilend war.

00:56:53: Und so können wir das auf ganz viele Situation in Partnerschaften anwenden wo wir eben tenenzell reingeraten Vorderende der Anderen muss das für mich tun und diese etwas ja unreifernden Dynamiken, also ohne das zu werden.

00:57:07: Weil wir sind halt alle Menschen die reifen müssen in unserer Liebesfähigkeit ist meine meine Haltung.

00:57:13: genau

00:57:14: Das hast du toll erklärt und das kann man nur unterschreiben dass wir selber zunächst einmal für das eigene Glück verantwortlich sind Und das ist Partnerschaften ungeheuer entlastet, wenn ich nicht ständig sehr viel vom anderen erwarte.

00:57:31: Ja und gleichzeitig... Ich habe nur eine kleine Fußnote.

00:57:37: Wenn ich im Leben gucke am glücklichsten bin ich immer gewesen in Zeiten der Verliebtheit wo ich viel von einer Frau bekommen habe die mir einmal signalisiert hat, ich bin großartig.

00:57:51: Die alles von mir wissen wollte, die Farbe meiner Socken und meine Lieblingsfilme und die mir immer signalisiert hatte im Grunde du bist großartiger als wäre ich irgendwie ein Weltwunder und sie wäre begeistert dass sie mich kennengelernt hat und ich bin geschwebt.

00:58:08: das heißt am glücklichsten in dem Leben war ich eigentlich dann doch immer durch eine andere Person.

00:58:17: Ja, das ist spannend, dass du das erzählst.

00:58:21: Und ich glaube, was ich jetzt beschrieben habe, wäre eine Beziehung nach der Verliebtheitsphase, wo man einfach weitergehen will und diese Liebe wachsen lassen will wo man vielleicht auch nicht erwartet, dass der andere irgendwas heilt in einem was ungeheilt ist.

00:58:41: Und was du jetzt beschrieben hast es ja auch eine heilsame Beziehung also so einen Moment wo du einfach mal das bekommst und danach du dich schon ewig sehnst ein Teil in dir der einfach das mal hören will.

00:58:53: Das will ich nicht abwerten damit weil das kann so heilsam sein wenn wir einfach solche Begegnungen haben solche Beziehungen wo wir das bekommen.

00:59:01: Das darf beides sein, natürlich.

00:59:07: Es ist vielleicht nur so um ein Gleichgewicht zu schaffen, dass wenn wir merken das Ganze kippt in irgendwie einen Ungleichgewicht oder sowas, dass man sagt ich muss jetzt die ganze Zeit idealisieren und aus Podest stellen sonst geht es ihm nicht gut dann wird's irgendwann zur Arbeit vielleicht.

00:59:21: Also das könnte sein also dass wir halt mögliche Ungleich Gewichte nach erhalten, irgendwie auflösen können und daraus kommen.

00:59:30: Aber heilsame Begegnungen!

00:59:31: Wir dürfen was bekommen, was heilsam ist natürlich.

00:59:34: Dann sagst du ja Intimität entsteht dann wenn wir die Verletzlichkeit beim anderen spüren also in dem Moment wo wir quasi den anderen zeigen, wo wir Ängste haben, wo wie das Gefühl haben irgendwas stimmt mit uns nicht und dann uns dem anderen quasi Anvertrauen, in dem Augenblick entsteht wirkliche Nähe und entsteht Intimität.

00:59:56: Und das erfordert ja einen gewissen Mut im Leben dass ich mich mit dem anderen so an vertraue.

01:00:04: Ja Genau, also ich glaube wir kennen das ja auch aus Freundschaften nicht nur aus Liebesbeziehung.

01:00:08: Dass wenn wir uns sicher genug fühlen eben auf verletztliche Seiten zu zeigen und der andere das auch tut.

01:00:16: Also dieses gemeinsame Menschsein wie wer es selbst mitgefühlen in da ist dann entsteht diese Verwundenheiten die Nähe und diese Sicherheit dieses gesehen werden und akzeptiert werden so wie wir sind nicht in irgendeiner Fassade die irgendwie performen muss oder perfekt sein muss in eine ganz tiefe menschliche Sehnsucht.

01:00:36: Also ich habe sie zumindest, weiß nicht wie es dir geht aber die haben viele und klar das braucht Vertrauen.

01:00:43: natürlich können wir auch dabei verletzt werden wenn wir uns jemanden vertrauen denn ist vielleicht nicht würdig dieses Vertrauen.

01:00:49: aber ich glaube auch dass es ja wenn das Herz wieder halt immer wieder die Chance wert ist also für mich zumindest sich da wieder neu an zu vertrauen.

01:00:57: aber es braucht Mut genau weil wir verletzten werden können das stimmt.

01:01:01: dann gab es eine These in dem Buch was ich besonders interessant fand, nämlich dass Bindungsängste seien immer mit einem geringen Selbstwertgefühl verbunden und das fand ich deshalb so interessant.

01:01:14: Es gab die letzten Monate viele Diskussionen, die ich gut verstanden habe wo man eher das Gefühl hatte.

01:01:22: Bindungstängste sind auch eine fehlende soziale Kompetenz und wo man sich sehr leicht dann aufgeregt hat über die Betreffenden denen offenbar etwas fehlt Konnte das alles im Grunde verstehen?

01:01:35: Aber wenn wir von einem geringen Selbstzeitgefühl quasi ausgehen, dann hat man ja mehr das Gefühl dass wir den Betreffenden etwas geben müssen.

01:01:44: Etwas schenken müssen und ich glaube, dass wir auf nach tieferen Ebenen dann viel eher an dem Betreffen dran sind und ihnen auch verstehen können.

01:01:52: Und deshalb fand ich diese These so ausgesprochen interessant.

01:01:57: Wenn ich es richtig verstehe die haben gedacht, dass die sozialen Kompetenzen dann wie sind schlechter oder wie inwiefern schlechter?

01:02:05: Ja, natürlich.

01:02:06: Also ich selber habe das erlebt im Leben dass ich einmal in einer Frau verliebt war die dann irgendwann mir gesagt hat es wäre doch eher eine Freundschaft zum Beispiel und wo ich dann doch auch eher so mal erzirrend war.

01:02:22: man ist in dem Augenblick ja nicht in der Enttäuschung die man hat auch in der Erkränkung Verletztheit gar nicht in erlage den anderen zu verstehen sondern zunächst einmal rebelliert man gegen solche Aussage und ich verstehe, dass man dann manchmal stecken bleibt in einer Sichtweise dem anderen zu sagen du bist einfach nicht beziehungsfähig dir fehlt einfach soziale Kompetenz oder rückst immer aus.

01:02:48: Aber das sind alles Aussagen wo man dem Anderen quasi Vorwürfe macht und Defizite sieht.

01:02:56: aber die Aussage die Du machst Die geht eine ganze Etage tiefer, wo man quasi auch die Bedürftigkeit und die Ängste des Betreffenden selber sieht.

01:03:07: Also man ist an den Ursachen dran.

01:03:09: Und das fand ich eigentlich so heilend und verständnisvoll.

01:03:14: Schön dass du sagst als verstehe ich sehr also das ist auf jeden Fall dynamischere Situation.

01:03:22: Also wenn wir einfach nochmal übergucken, was sind eigentlich Bindungsängste oder Unsicherheiten?

01:03:29: Das ist eigentlich das ich irgendwann mal erlebt habe oder in meinem System sich mein System abgespeichert hat aufgrund von frühen Erfahrungen dass ich mich vielleicht nicht auf den anderen verlassen kann ja oder dass Ich mich auf mich nicht verlassen Kann im Momenten von Not.

01:03:44: Das ist eine Definition und dann je nachdem hat man verschiedene Stile wie sich das so ausdrückt.

01:03:51: Wenn wir uns näher kommen, dann ist ja immer dieses... Dann zeige ich wie wir es beschrieben haben.

01:03:57: Zeige ich vielleicht mehr von mir und da gibt's wahrscheinlich auch Anteile wo ich eben mich nicht mag oder die ich an mir ablehne also auch niedrigen Selbstwert habe in Bezug auf diese Aspekte oder vielleicht mein ganzes selbst.

01:04:08: das kann ja auch sein dass wenn ich merke, dass ich mich nicht mehr verstecken kann.

01:04:14: Dass ich dann immer mehr mit der Angst konfrontiert werde, das der andere mich dafür ablehnt und geht oder verlässt oder mich demütigt oder was auch immer Schlimmes damals passiert ist mit diesen frühen Bindungspersonen Bezugspersonen.

01:04:29: Und es ist uns ja meistens gar nicht bewusst Ja und man will eine Beziehung und dann kommt man sich immer näher und auf einmal wird dieser verletzte Verbande, ein Anteil der diese engste Unsicherheiten in sich trägt.

01:04:42: Eben dem kommt man auch immer näher und dann wird er vielleicht getriggert und dann kommt wie man das im Terminal Family Systems sagen wir, der Feuerwehrmann in uns wird aktiv die Feuerwehrfrau, die denn vielleicht in irgendeiner Richtung heftig reagiert um bloß nicht diesen wunden Punkt diesem verletzten Verbandenanteil den ganzen Schmerz hochzuholen.

01:05:04: und es kann sein dass man dann eben je nachdem was man da so, was für eine Prägung hat.

01:05:10: Den anderen irgendwie wegschiebt sich wieder distanziert oder dem anderen hinterherläuft oder irgendwas.

01:05:16: also da gibt es ganz komplexe Dinge aber das ist... Da braucht's auch oft ne Zeit erst mit jemandem zusammen zu sein oder halt auch nach der Verliebtheitsphase bis dass sich das sozusagen zeigt.

01:05:27: und ja das ist eigentlich eine wahnsinnig heilsame und wichtige Momente wo man für sich selber, wenn man solche Themen hat ja auch daran arbeiten kann und die wiederholen sich bei der nächsten Beziehung.

01:05:40: Man kann davor nicht weglaufen und man sieht es erst, wenn eine gewisse Nähe entwickelt hat in meiner Erfahrung nach und so würd ich das einordnen.

01:05:51: Aber ich würde es immer so dynamischer sehen als Psyliotherapeutin also positive auch.

01:05:58: die Studien zeigen Ja, man darf nicht so kategorisch denken.

01:06:04: Es gibt Zusammenhänge zwischen unsicherer Bindung und niedrigem Selbstwert.

01:06:07: Das sind sehr robustes Ergebnis befunden in den Studien.

01:06:13: Aber man darf das eben nicht kategorische sehen sondern einfach sagen es ist bei jedem individuell.

01:06:18: Kennst du ja auch aus der Psychotherapie?

01:06:21: Sehr verschieden unter kann ganz viel sich verwandeln.

01:06:24: wenn wir bereit sind uns da an uns zu arbeiten würde ich sagen also ganz viel Hoffnung dass ich das positiv verändern kann.

01:06:31: Bitte nicht abstempeln sich selbst in irgendeiner Form.

01:06:35: Mehr Pathologisieren brauchen wir nicht, das ist unhöfreich!

01:06:39: Es gibt ja eine verhängnisvolle Dynamik die du

01:06:43: auch

01:06:43: als Fragestellung zum Teil beschreibst nämlich dass wir Psychotherapeuten häufig gelernt haben sehr wertschätzen mit Patienten umzugehen, dass wir gucken ihr Selbstwertgefühl und ihr Mitgefühl im Grunde zu stärken.

01:06:59: Die Frage ist aber, können wir das als Psychotherapeutin selbst?

01:07:03: Und ich habe das im Kollegenkreis mal angesprochen und die meisten Kollegen wurden nachdenklich weil sie festgestellt haben dass das was wir bei den Patienten wunderbar und gut im Grunde können.

01:07:17: Selbst eigentlich im eigenen Leben nicht können und man merkt es am verrücktesten ist es Das Kollegen die in einer Lebenskrise sind nie eine eigene Psychotherapie nochmal beginnen würden.

01:07:33: Also wir erwarten, dass die Patienten sich öffnen und die Therapie als positiv erleben.

01:07:41: aber wir selber nehmen ein solches Verfahren wenn wir in einer Krise sind nicht in Anspruch.

01:07:46: Und ich selber bin vor etlichen Jahren in einer großen Belastungssituation gewesen, die ich nicht ändern konnte und habe dann noch mal Stunden genommen auch bei einer Kollegin weil ich gesagt habe, ich wollte wieder gut innerlich auf die Beine kommen und meine Kollegen haben mir abgeraten das weiter zu erzählen.

01:08:07: Weil das wäre ja... Das würde meinen Ruf schädigen dass ich selber nicht perfekt wäre sondern es würde quasi die Schwächen, die ich hätte offenkundig machen.

01:08:20: Und das hab' ich nicht gemacht.

01:08:21: Sondern ich habe das durchaus im Kollegenkreis Erzählt und habe sogar die Erfahrung gemacht, dass Etliche das im Grunde gut fanden.

01:08:33: Und gesagt haben ich würde professionell mit einer solchen Situation umgehen.

01:08:39: Welche Erfahrungen hast du denn selber?

01:08:42: Mit diesem Thema gemacht?

01:08:43: also wie gut sind Psychotherapeuten eigentlich bei der Tatsache sich um sich selber gut zu kümmern?

01:08:52: Ich glaube vielleicht hat es auch Generationen unterschiedlich.

01:08:55: Bin mir nicht sicher, aber das ist wirklich traurig zu hören weil also ich fange mal mit einer pösebündlichen Anekdote an die mich auch zum selbst Mitgefühl gebracht hat.

01:09:04: Also ich habe das ja mitentwickelt beziehungsweise erstmal zur Achtsamkeit und zwar als ich in meiner Ausbildung war im Schottland so klinischen Psychologin waren wir also war ich wahnsinnig belastet von...ich war konfrontiert mit Tod und Sterben in einem wuseligen Krankenhaus, und sollte da sterbende Menschen beistehen.

01:09:25: Und ich hatte selber eine akute möglicherweise lebsgefährliche Erkrankung.

01:09:32: Das heißt, ich war damals mit meiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert und sollte anderen die wirklich im Sterbenlagen irgendwie halt geben in einen wusuligen Kontext und war einfach durch ja?

01:09:44: Mit meinem Nervensystem.

01:09:45: Wir gingen es gar nicht gut.

01:09:47: Und was wirklich spannend war, ist das die Supervisorin.

01:09:49: Das war ein höchst kompetitives Setting dort, dass sie gesagt hat also, dass sich quasi andere Outzubis beschämt hat, die irgendwie Schwäche gezeigt haben oder Menschlichkeit.

01:10:01: und dann habe ich gedacht oh Gott!

01:10:03: Niemand darf erfahren, dass es mir jetzt so schlecht geht.

01:10:05: Ich muss mich total zusammenreißen und werde hier rausgeschmissen.

01:10:09: Was natürlich dazu geführt hat ,dass es mir noch schlechter ging als ich nachts Panikattack bekommen habe.

01:10:17: Dann kam eine neue Supervisorin, die ganz viel mit HIV Faro-Kranken in Zimbabwe gearbeitet hat.

01:10:22: Die hatten eine ganz andere Perspektive und die hat im buddhistischen Zentrum praktiziert.

01:10:27: Und der habe ich mich anvertraut und die hatte mich dann ein bisschen eingeführt in diese buddhistischen Meditationen wo ich einfach auch Halt gefunden hab.

01:10:34: und selbstverständlich also was ich seitdem mache oder kurz nach dem ist tatsächlich mit Psychotherapeuten arbeiten.

01:10:43: In meinen Selbstmitgefühlskursen sind seit ich das mache vorwiegend Psychotherapeutinnen und Ärztinnen, auch in der Einzeltherapie kommen helfende Personen mithelfenden und rufen zu mir und ich selbst habe auch meine eigenen Therapien gemacht immer wieder und bin da ganz offen darüber weil ich glaube dass ist es versprechen was wir gemacht haben dass wir sind als Instrument Und der Verstand sagt vielleicht, ich weiß meine Methoden.

01:11:07: Aber schlussendlich ist das unsere Präsenz und unser Mitgefühl nicht durch Worte sondern durch unsere physische Präse so essentiell und es ist schwierig die Doppelmoral langfristig aufrecht zu erhalten.

01:11:21: und was wir glaube auch unterschätzende sage ich in meinen Seminaren.

01:11:25: Es gibt Studien die zeigen dass eben Techniken viel weniger wichtig sind als Patienten das Gefühl geben, dass er sich gefühlt fühlt von uns und dass der auch das Gefühl kriegt, dass wir ein echter Mensch sind.

01:11:39: Dieses gemeinsame Mensch, dieses Gefühl, ja kenne ich ohne jetzt meine Geschichte zu erzählen in den wertvollen fünfzehn Minuten gibt dem gegenüber, weil da ist ja auch ein Machtgefälle.

01:11:52: Ja wirklich das Gefühl, dass sitzt ein Mensch da der ist mit fühlend es ist keine Maschine und der oder sie weiß auch wie das ist mensch zu sein und wie schwierig das ist.

01:12:02: Und ich glaube was wir da machen können ist wirklich das als Ressourc zu erkennen.

01:12:08: unsere Menschlichkeit und selbst mit gefühl schützt uns vor Burnout.

01:12:12: also alle möglichen helfenden berufe werden vor Burnout geschützt, wenn sie selbst mit Gefühl haben beziehungsweise.

01:12:19: Wenn Sie es dann auch trainieren, weil man kann das ja erlernen.

01:12:22: Da gibt's ganz viele Studien drüber und deshalb bitte bitte keine Doppelmoral weiter aufrecht erhalten oder Angst vor der eigenen Verletzlichkeit oder Scham darüber oder andere beschämen Das macht...das führt nachgewiesener Weise zu Burnout, aber dadurch auch zu unethischem Verhalten.

01:12:41: Das muss man mal ganz klar sagen.

01:12:42: ja ich habe einen Kurs gemacht er heißt selbst mit Gefühl für Psychotherapie und da hab' ich ganz viele Szenarien von diesem ja auch unethischen Verhalten oder oder unguter Psychotherapi beschrieben und die wir glaube ich alle kennen wenn wir eben uns selbst vernachlässigen.

01:12:59: das heißt ich würde einfach alle an ermutigen wirklich sich das selbst zu schenken, damit der Job auch einfach nur Freude macht.

01:13:08: Ich glaube es ist auch noch mal wichtig dass es ja also bei so einer Arbeit notwendig ist, dass wir uns um uns kümmern und unsere eigene Menschlichkeit einfach als Ressourcen sehen

01:13:22: nicht als Problem.

01:13:23: Ich würde dir absolut recht geben, dass zunächst einmal das was in der Psychotherapie wirkt sind nicht die Techniken, sind nicht klugen Deutungen sondern was wirkt ist meine eigene Art zu leben.

01:13:41: Meine Präsenz die ich habe und das wie ich lebe dass überträgt sich quasi das bekommt der Patient als Botschaft im Grunde mit Und ich hab manchmal das Gefühl es ist gar nicht mal immer das was in der Sitzung passiert sondern so wie ich insgesamt im Grundeleve Da überträgt sich etwas auf eine geheimnisvolle Weise, meine Art und Weise wie ich lebe.

01:14:04: Das übertregt sich quasi auf den Patienten unten.

01:14:06: Insofern ist für mich gar nicht mal das Wichtigste immer hier im technischen Bereich da alles im Grunde gut zu machen sondern Ich habe das Gefühl dass was besonders hilft ist, dass ich mich um mich selber kümmere und das Gefühl habe dass das Leben lebenswert sein kann und dass ich die Tatsache, dass ich selber das Gefühl habe, dass Ich selber das Gefühl haben.

01:14:36: Das Leben lohnt sich und das Leben kann für mich auch Spaß machen, dass sich diese Lebensfreude quasi weitergebe.

01:14:43: Das ist glaube ich so die wichtigste Essenz einer Psychotherapie.

01:14:48: Es ist so schön und ich würde vielleicht jetzt aus meinem Leben und Erfahrung ergänzen, dass mein Fokus natürlich immer ist den Leuten auch Hoffnung zu geben.

01:14:59: wenn sie schlimme psychische emotionale oder körperliche Schmerzen haben, denen die Hoffnung zu geben.

01:15:05: Dass auch mit Mitgefühl alles irgendwie wieder aushaltbar ist und sich auch verwandeln kann.

01:15:11: Und auch keine Angst zu haben... Also ich habe mittlerweile keine Angst mehr, hatte ich früher glaube schon für irgendwie schlimmen Traumataar oder sowas.

01:15:18: also auch dahin zu schauen.

01:15:22: Was ich auch so schön finde ist das an unserem Beruf.

01:15:24: Ich muss mich weiterentwickeln!

01:15:29: Und ich kann das ja auch transparent machen.

01:15:31: Also, dass wir... Ich weiß nicht wie es du siehst, dass das nicht ist?

01:15:34: Wir sind statisch!

01:15:35: Wir sind fertig und reif und dann haben wir unsere Zertifikate und dann können wir das so entwickeln uns ja ständig weiter in unserem, weil wir erleben und Lebenserfahrung machen, Leid erleben.

01:15:46: Das finde ich eigentlich wahnsinnig schön, dass ... Ja, dass we so Begleitbergführer sind oder sowas die vielleicht ein Stückchen voraus ein kleines bisschen mehr vertrauen und gleichzeitig auch irgendwie Mensch und ahnungslos da die Person so begleiten können.

01:16:03: Also nicht in irgendeine vielleicht Größenwahn verfallen, also das ist glaube ich eine Gefahr, dass man denkt Ich muss aus diesem Druck heraus!

01:16:11: Ich muss alles wissen... Ich muss immer der Weisere sein.. Ich muss zu allem ne Antwort haben.

01:16:18: Das ist ne Falle in die wir tappen können weil es ja auch von uns erwartet wird.

01:16:23: aber ich glaub leichtere ist eben so ganz mensch zu sein und sich zu committen, an sich selber weiterzuarbeiten mit dem was einem das Leben so bringt.

01:16:31: Und ja darauf zu vertrauen?

01:16:34: Da würde ich dir sehr recht geben.

01:16:35: Ich habe in jungen Jahren die Therapeutenausbildung absolviert und habe damals immer den Anspruch gehabt, ich mische irgendeine Rolle erfüllen und ich konnte manchmal nach jeder Therapiestunde mein Hemd wechseln weil ich so auszusprochen aufgeregt war und durchgeschwitzt.

01:16:54: Und ich habe.

01:16:55: im Laufe je älter ich werde, desto mehr hab' ich das Gefühl dass ich natürlich einiges weiß vom Leben und einige Dinge erfahren haben und erlebt habe.

01:17:04: Und kann auf so einen gewissen Sockel an Erfahrung zurückblicken.

01:17:07: aber ich habe das Gefühl Ich bin immer noch ein großer Lernender der das Leben in seinen ganzen Facetten Sieht und habt das Gefühl ich fange jeden Tag eigentlich neu an irgendwas im Leben.

01:17:26: Neu zu begreifen, ja?

01:17:28: Und das verbindet mich auch mit den Patienten.

01:17:30: was ich das Gefühl habe wir alle sind gewissermaßen in dem dass wir etwas dazu lernen und dass wir neue Dinge begreifen.

01:17:38: Das ist etwas was uns eigentlich wo wir etwas Gemeinsames quasi haben ein Aufgabe im Leben.

01:17:47: Ja, total schön.

01:17:48: Da geht mein Herz auf weil so geht es mir auch und wir wissen ja nicht was da noch alles kommt.

01:17:52: Und einfach da habe ich eine Vorfreude schon irgendwie so einen Vertrauen.

01:17:56: Das ist echt schön!

01:17:58: Der gibt's auch so ein Zitat.

01:17:59: Ich glaube das ist von Jack Confields.

01:18:00: Wir müssen uns gar nicht selbst perfektionieren aber sozusagen die Liebe können wir perfektionierend oder halt das Mitgefühl dass wir uns entgegen bringen in unserer unserem menschlichen Schlamassel oder Leid, oder so was.

01:18:16: Darin können wir wachsen und wie wir das halten?

01:18:19: Das entlastet mich auch immer so wahnsinnig.

01:18:21: Ich sage, das kann ich jetzt schon!

01:18:22: Das geht aber dass da irgendwie Neurotisches in mir abläuft oder neue Sachen getriggert werden... Das kann ich nicht steuern nur, wie ich damit umgehe.

01:18:34: Wir kommen langsam zum Abschluss dieses wunderbaren Gesprächs.

01:18:38: Und meine Damen und Herren, ich habe einen Wunsch.

01:18:40: wenn Ihnen dieser Podcast gefallen hat dann abonnieren Sie uns bitte.

01:18:45: Ich muss sagen dass ich mich selber bei der Vorbereitung dieser Podcast immer wieder beschenkt fühle weil ich sehr vieles dabei lese.

01:18:54: dann suche ich mir einen Experten und habe die Möglichkeit, mit dem ausführlich zu sprechen.

01:19:01: Es ist eine lange Vorbereitungszeit aber sie macht mir selber ausgesprochen viel Spaß!

01:19:06: Aber Sie können uns unterstützen indem Sie uns abonnieren und das hat für uns positive Auswirkungen bei YouTube Und Sie werden regelmäßig dann informiert, wenn es neue Podcast gibt.

01:19:21: und jetzt möchte ich nicht bei dir ausgesprochen bedanken für dieses interessante Gespräch.

01:19:28: Ich habe bei vielen Dingen die du geschrieben hast in den Wochen nachdem ich das Buch gelesen habe immer wieder darüber nachgedacht.

01:19:37: mich hat vieles angeregt.

01:19:40: Es waren nicht alle Dinge neu, aber in der Form wie du das geschrieben hast war so dass es mich noch einmal dazu gebracht hat den bestimmten Dingen mein Leben zu überdenken.

01:19:50: Und in Siffern hat das Buch in mir positive Auswirkungen gehabt.

01:19:55: Vielen herzlichen Dank Wolfgang für das Kompliment!

01:19:58: Das nehme ich mir zu Herzen und ich mag sie mal vielleicht zeigen was jemand das sieht.

01:20:04: genau Und ganz, ganz lieben Dank, dass ich die Chance hatte über diese Dinge zu reden.

01:20:08: Das tut mir auch sehr gut für das offene Gespräch.

01:20:11: Ja

01:20:12: danke dir!

01:20:12: Ich werde folgendes machen, dass sich im Anschluss dann in den Begleittext wer dich alle Informationen wenn jemand Kontakt aufnehmen möchte wissen möchte wo man dich findet wer du bist und welche Bücher du geschrieben hast.

01:20:25: das kommt alles in den begleittext.

01:20:28: und jetzt danke ich dir und denke mal das wird nicht das letzte Gespräch gewesen sein

01:20:34: Hoffe ich auch, das wäre schön.

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